Julia Rattei (Violine) ist als Gast in dieser Besetzung
Peter Rainer (Violine), Ralph Günthner (Viola), Jan-Peter Kuschel (Violoncello), Lutz Müller (Kontrabass), Bettina Lange (Flöte), Jan Böttcher (Oboe), Matthias Simm (Klarinette), Andreas Bohm (Horn), Hanno Koloska (Fagott), Julia Rattei (Violine),
Petras Vysniauskas (Sopransaxophon), Katrin Mickiewicz (Gesang, Violine), Ludger Schmidt (Violoncello), Klaus Kugel (Schlagzeug, Perkussion),
Leitung: Thomas GerwinKomponist:innen spielen eigene Werke
Das „Impromptu 2019“ ist ein Stück, welches sowohl aus komponierten als auch improvisierten Teilen besteht. Natürlich habe ich es mir auf den Leib geschrieben, aber ich denke, es könnte auch von anderen Interpreten spielbar sein. Das Stück hat vier Abschnitte, der erste und dritte sind improvisiert, wobei ich mir selbst eine Tonfolge vorgegeben habe, ein anderer Interpret könnte diese aber auch ändern....die Abschnitte zwei und vier sind genau auskomponiert...Für mich liegt der Reiz in dem Gegensatz zwischen Komposition und Improvisation.....falls es den überhaupt so gibt, ... die musikalische Logik liegt dabei natürlich sehr an der Individualität des Interpreten/Komponisten....Für mich ist diese eben genau eine mir gemäße musikalische Ausdrucksweise. FP Frühjahr 2019
Die Stimme auch als Instrument zu begreifen und ihre klanglichen Möglichkeiten auszuschöpfen ist ein zentrales Anliegen meiner Arbeit als Komponist und als Performer, so auch in diesem Stück. Ähnlich wie der Trapezkünstler ist der Vortragende in der „Luftnummer“ dazu angehalten, einerseits Schwingvorgänge effizient auszunutzen und andererseits den stimmlichen Balance-Akt auszustellen. Das für den Trapezkünstler überlebensnotwendig rechte Timing entscheidet auch für den Vokalkünstler darüber, ob die Präsentation gelingt oder nicht. Der Stimmakt geht über das rein Zirzensische aber hinaus, weil es bei dieser Kunstform auch immer um die Erforschung des Menschen von innen geht, also um jene Bedeutungsebenen, die sich nur während des Aktes der Stimmperformance offenbaren, aber jenseits jeglicher, bekannter linguistischer Semantik liegen.
Aussagen über die Hoffnung I: Über die ungewisse Hoffnung
Aussagen über die Hoffnung II: Über die Erwartung
Aussagen über die Hoffnung III: Über die Zuversicht
Ein neuer Sommer, eine neue Zeit,
. gut Zuversicht, Erwartung dann,
gefallen mir im Widerstreit,
weil ich von neuem hoffen kann.
(Walther von der Vogelweide, neudeutsch von Richard Schaeffer.)
Das vorangestellte Motto spricht drei Schattierungen eines Gefühls – der Hoffnung – an und initiiert somit eine Kompositionsweise, die weniger auf Kontraste als auf Nuancen abzielt.
Druckausgabe und CD: kross archiv.
Release, the second piece on the solo album States of Rushing, draws on the ‘noise-valve’ technique to filter the air made turbulent by the rotated piston valve. The initial time structure is repeated twice, and upon each repetition an extra layer of material is added. The result could be viewed as an acoustic version of tape overdubbing.
I. "In Gedanken an N.Roslawez"
II. Kleines Lamento für Erik Hojsgaard
III. Fanfaronade zum 85. Geburtstag von Sergei Slonimski
IV. "Windspiel" für Herr Knecht
V. "Gruss an sich selbst vor 20 Jahren"
Die fünf kleinen Klavierstücke sind eine Art von "Portraits". Das erste Stück widmet sich z.B. den Synthet-Akkorden von N.Roslawez, das dritte orientiert sich an der polytonalen Stilistik von Sergei Slonimski. Das vierte ist eine Hommage an einen guten Bekannten usw..
Alle Sounds ohne elektronische Effekte, ausschließlich originale Raumklänge unter Verwendung verschiedener Positionen der Mikrophone und rein akustischer Instrumente: Die Aufnahmen für das Stück entstanden im Großen Wasserspeicher Prenzlauer Berg in einsam düsteren Nächten zu Weihnachten 2018. Himmlische Ruhe. Keine Engel, auch sonst keine Flügel, nicht mal ein Rabe, der POEtisch hätte singkrächzen wollen: Nevermore.
In dem Stück „GehZEITEN“ verbindet Sabine Vogel Klang, Ort, Zeit, Moment und Erinnerung. Dabei verwendet sie Klänge und Aufnahmen, die sie für ihr Projekt ‚Sonic Pilgrimage’ während ihrer Residenz im Mai 2019 in Krems (Österreich) aufgenommen hat.
Ein akustischer Pilgerweg, der den Schritten früherer Pilger folgt, löscht die vorher gegangenen Schritte nicht aus. Stattdessen geht es darum, die Schritte der Vorgänger zu empfinden, sie erneut abzuspielen und zugleich die eigenen Schritte, Klänge und Erfahrungen im sozusagen selben „Kanal" aufzunehmen und erneut wiederzugeben.
https://sabvog.de
https://soundcloud.com/sabine-vogel
https://vimeo.com/user5523081
Fluctuations wurde 1999 während eines Stipendiumaufenthalts in New York geschrieben und 2018 überarbeitet. Der Anfang ist geprägt von einem pulsierenden Walkingbass, der immer wieder von scharfkantigen Akkorden durchbrochen wird. Im Mittelteil vermischen sich Musikfetzen der unterschiedlichsten Genres mit eingespielten Geräuschen vom Timessquare. Der Schlussteil übernimmt wieder die Basslinie vom Anfang, und bricht nach einer waghalsigen Coda abrupt ab.
Das Stück endet mit dem Satz „zurückbleiben !“ und ist ein Stück persönlichen kompositorischen Kommentars in 1986…..
Das Stück ist als Zeitdokument zu sehen und hatte seinerzeit zahlreiche Rundfunksendungen im Sinne einer neu entstehenden Gattung : „radiophone Komposition“ , welche mit „Maikäfer flieg“ ins Gesichtsfeld der Redakteure von Radio DDR II gedrungen war - siehe auch Georg Katzer : „aide memoire“. (Auftrag des Rundfunks der DDR 1986, Mention beim Festival in Bourges 1988)
(Auftrag des Rundfunks der DDR 1986) - Mention beim Festival in Bourges 1988 -
Das Stück endet mit dem Satz „zurückbleiben!“ und ist ein Stück persönlichen kompositorischen Kommentars in 1986…
Das Stück ist als Zeitdokument zu sehen und hatte seinerzeit zahlreiche Rundfunksendungen im Sinne einer neu entstehenden Gattung: „radiophone Komposition“, welche mit „Maikäfer flieg“ ins Gesichtsfeld der Redakteure von Radio DDR II gedrungen war (siehe auch Katzer „aide memoire").
a performing instrumental ensemble
specialising in contemporary and 20th century music
a promoter and curator of concerts and festivals
also promoting other performers with similar artistic aims
an organizer of creative educational events
related to new music, for all ages and levels of experience
The aims of Uroboros Ensemble are:
* The performance and promotion of music, with special emphasis on contemporary music.
* Creating new opportunities for emerging and undiscovered composers.
* Presenting recent musical developments of which the public is either unaware, or through lack of exposure finds problematical.
* Giving exposure in the UK to musical ideas and developments from different countries.
* Helping to develop future international partnerships.
* Encouraging young performers to embrace contemporary music, and supporting them in performance.
* Making young children aware of contemporary music, and the joy to be found participating in it and listening to it.
* Building an audience for music, especially contemporary music, by engaging people from all walks of life.
Rowland Sutherland (Flöte), Max Welford (Klarinette), Darragh Morgan (Violine), Deirdre Cooper (Violoncello),
Gwyn Pritchard - conductor
“2016-E”is scored for flute, clarinet (doubling bass clarinet), violin and cello, and was written in 2016 for the Uroboros Ensemble, directed by Gwyn Pritchard. It lasts nine minutes. Clarke′s compositions are either ′Untitled′ or are given a number, which is the year of composition, and a code letter. The composer has said, "The purpose of music is to reach parts of the brain, parts of our experience of perception, which can evaluate and appreciate matters in ways beyond the capacity and realm of words. The listener is invited to form his or her own understanding of the musical work. A musical composition, like an abstract work of visual art, should be allowed to speak for itself."
“Me, me and myself“ ist ein Dialog zwischen mindestens drei von uns in uns selber... Aber... wer sind "wir" in diesem Moment? Das Stück versucht, es herauszufinden und erforscht mit Energie, Farben und Bewegung die verdecktesten Seiten in uns selber. G.B.d.N.
Vier beginnt mit zwei unabhängig voneinander stattfindenden Duetten. Jedes Duo spielt mit einem kleinen begrenzten Tonmaterial. Im Verlauf des Stückes wird dieses Material ausgetauscht und es entstehen verschiedene neue wechselseitige Beziehungen …
This piece evokes an invented “folk” violin style through the use of irregular meters, grace-notes, pedal tones, diatonic modalities, microtonal inflections and irregular rhythmical subdivisions. Such techniques create a quasi-improvised feel to the surface of the music, yet every detail is notated precisely. The piece involves no quotation, transcription or transformation of any pre-existing musical material.
A simple five-note motive is the basis for all the melodic and harmonic material, becoming gradually less tonal as the piece progresses. A continuous line becomes increasingly displaced between registers. A general formal trajectory from low to high registers is combined with an acceleration of pulse and harmonic rhythm and a transformation of texture from modality to timbre.
Aggressive und markante Motive leiten die Komposition ein. Die schnelle Folge der unterschiedlichen Motive hat eine suggestive, sich verdichtende und hypnotisierende Kraft.
Im Mittelteil baut diese ab. Doch die ruhige Klangfläche (Trance) wird immer wieder durch blitzartig einsetzende, die Ruhe störende Motive unterbrochen - gegen Ende allmähliches Erwachen. Ideal wäre es, wenn die vier Musiker über die Vielfalt der Spieltechniken und rhythmischen Verzahnungen den Zuhörer in optimale Spannung versetzen und diese zu Ende wieder lösen. Gisbert Näther
’Sikangnuqa’ is the third part of a tetralogy, drawn from Hopi Indian creation myth. The title means ‘yellow light of dawn’, in which human beings took their first breath. Initially conceived for Roberto Fabbricciani [1979], and later revised for Matteo Cesari [2010].
Komponieren heißt Entscheidungen treffen. Nach jedem Ton wählt man aus einer Vielzahl von Möglichkeiten den nächsten Ton, was so gesehen auch Verzicht bedeutet...
Erst wenn eine Komposition fertig ist, wähle ich einen Titel. Ich betrachte das Stück dann wie ein Fundstück, dem ich einen Namen gebe, damit ich es nicht verwechsle. Bei der Namensgebung denke ich aber auch an die Interpreten. So könnte ′secret movie′ auch eine Assoziation für die Instrumentalist*innen sein.
In this music, as at the time of day suggested by the title, a world is evoked in which the defined becomes blurred, making details difficult to isolate, but at the same time the complex becomes reduced and simplified; the ambiguous is set against the defined. Furthermore, an emerging nocturnal atmosphere brings with it many dualisms: fear/intimacy, festivity/loneliness, dreams/nightmares; and similarly the music, although not attempting to express any of these specifically, is characterized by many contradictory forces. Nightfall was composed in 2011, for Ensemble Ex Novo of Venice, at the invitation of their director Claudio Ambrosini to whom it is dedicated.
Wer in die unbekannten Weiten und Höhen zeitgenössischer Vokalkunst vordringen will, muss AUDITIVVOKAL hören.
Seit 2007 entdeckt das Ensemble mit seinem Leiter Olaf Katzer das musikalische Terrain in ganz unkonventioneller Weise und verblüfft jedes neugierige Ohr.
Die 24 Sängerinnen und Sänger, die in kleinen und großen Besetzungen zusammen wirken, beherrschen neue mikrotonale Klangwelten genauso wie das gesamte Spektrum an vokalen Multiphonics. Instrumentale Partner sind dabei renommierte Klangkörper wie das Dresdner Barockorchester, die Dresdner Sinfoniker, das Ensemble Moto Perpetuo New York oder das Ensemble Interface. Seit dem Ge/su/al/do-Ge/gen/wart-Projekt entdeckt und erforscht das Ensemble auch Alte Musik und bezieht diese in seine Produktionen mit ein. Die besondere Aura des Erstmaligen und Neuen, die das Ensemble mit jährlich etwa 20 Uraufführungen entwickelt, begeistert Publikum und Fachwelt. Durch die intensive ästhetische Auseinandersetzung des Dresdner Ensembles mit den heutigen kompositorischen Sichtweisen für die menschliche Stimme und zahlreiche Kompositionsaufträge an junge wie renommierte Komponisten ist in den vergangenen Jahren die „Neue Dresdner Vokalschule“ entstanden. Die korrespondierende Zusammenwirkung mit verschiedensten Künsten und Wissenschaften ist integraler Bestandteil der künstlerischen Arbeit.
Oliver Kaden (Tenor), Fumiko Hatayama (Alt / Kontra-Alt), Cornelius Uhle (Bariton), Uta Henke (Alt / Kontra-Alt), Burkhard Kosche (Bass (Gesang)), Anna Moritz (Sopran), Tobias Mäthger (Tenor), Dorothea Winkel (Sopran),
Oliver Kaden (Tenor), Fumiko Hatayama (Alt / Kontra-Alt), Cornelius Uhle (Bariton), Uta Henke (Alt / Kontra-Alt), Burkhard Kosche (Bass (Gesang)), Anna Moritz (Sopran), Tobias Mäthger (Tenor), Dorothea Winkel (Sopran),
kein Werkkommentar
mit Anna Palimina, Cornelius Uhle
mit Anna Palimina, Katharina Salden, Alexander Bischoff, Cornelius Uhle
kein Werkkommentar
mit Katharina Salden, Alexander Bischoff
Von allen Werken des Abends äußern die Singstücke von Georg Katzer ihre politische Botschaft wohl am deutlichsten. Die von Katzer selbst verfassten Texte kritisieren mit schonungsloser Offenheit eminente Missstände der heutigen Zeit: die Normierung und Durchleuchtung des Menschen, seine (Selbst)Ausbeutung im Kapitalismus, die Sonderrolle der nicht zur Verantwortung gezogenen Banken in der Finanzkrise, die Verantwortungslosigkeit selbsternannter Eliten, aber auch die weitverbreitete allgemeine Tatenlosigkeit. Auch musikalisch zielen die Singstücke auf direkte Verständlichkeit. Ähnlich wie Schenker greift auch Katzer tradierte Mittel der Textausdeutung auf. Das Lied abends, das durch den Verweis auf das berühmte Abendlied von Matthias Claudius mit einer romantischer Nachtstimmung zugleich die Sehnsucht nach nicht vorhandener Ruhe und Frieden beschwört, ist weitgehend von einer ruhigen und kontemplativen Stimmung geprägt. Tote Fabrik ist eine bildhafte Schilderung einer Industriebrache. Auf lautmalerische Weise wird das sanfte Summen des Windes nachgezeichnet, während das nüchterne und ausdruckslose Sprechen nur noch schattenhaft an die ehemalige Werktätigkeit erinnert. In O Mensch! wird der Kontrast zwischen einer emphatischen Humanität und der maschinenhaften (Selbst)Optimierung des Menschen auch musikalisch aufgegriffen. Der eröffnende Ausruf, der auf Friedrich Nietzsches in Gustav Mahlers 3. Symphonie kongenial vertontes Nachtwandler-Lied anspielt, ist eine nachdrücklich gesungene Forderung nach Individualität und Menschlichkeit. Demgegenüber wird die Diagnose einer technizistischen Gegenwart auf nüchtern und kühl gesprochene Weise vorgetragen. Im Gegensatz zu diesen klassischen Formen der Textausdeutung geht Katzer in Stimmungslied und schöngefärbt einen anderen Weg. Die in einem gutmütigen Dreivierteltakt schwingende Musik des Stimmungslieds oder die jazzig anmutenden, groovenden Rhythmen in schöngefärbt konterkarieren die schonungslose Kritik des Textes mit einer beinahe an Kurt Weills Brecht-Vertonungen gemahnenden Weise. Der Verfremdungseffekt der (zu) schönen Musik wird zum Ausdruck eines beißenden Sarkasmus. Katzers dreistimmige Kompositionen entstanden 2010 im Auftrag der Neuen Vocalsolisten Stuttgart für das Projekt „Escalier du chant“, das der Künstler Olaf Nicolai im Jahr 2011 initiierte. Dafür hatten 12 Komponisten jeweils Lieder zu aktuellen politischen Ereignissen komponiert. Die Aufführungen fanden zu verschiedenen Zeiten auf der Treppe der Pinakothek der Moderne in München statt, ohne vorher angekündigt zu werden. Durch das Verlassen des Konzertraums ließen sich also auch zufällige Besucher*innen erreichen, was gerade der irritierenden Widersprüchlichkeit zwischen Text und Musik in Kompositionen wie Stimmungslied und schöngefärbt eine verschärfte Brisanz verlieh.
mit Jonas Finger, Cornelius Uhle, Felix Schwandtke
kein Werkkommentar
mit Anna Palimina, Katharina Salden, Bernadette Beckermann, Jonas Finger, Cornelius Uhle, Felix Schwandtke
kein Werkkommentar
mit Katharina Salden, Alexander Bischoff
mit Anna Palimina, Cornelius Uhle
Two texts from: POEMA DEL CANTE JONDO (1931) (POEMA DE LA SEGUIRIYA GITANA)
FEDERICO GARCÍA LORCA (1898-1936)
In seinem „Poema del Cante Jondo“ kann Lorca mit seinen Versen die tiefsten Aspekte der Flamenco-Kunst durch eine poetische und naturalistische Symbolik erklingen lassen. In diesem Stück habe ich nach einer Polyphonie von zwei Texten und drei Stimmen mit ihren jeweiligen Räumen gesucht. Es handelt sich um eine Dramaturgie der Gegensätze zwischen dem Schrei und der Stille: konstitutiven Elementen der menschlichen Natur, die im Flamenco-Gesang aufeinanderstoßen, zusammenlaufen und einander imprägnieren. Auf diese Weise können verschiedene Ebenen der Verzierung und Komplexität der Klangschwingungen erzeugt werden, die den Raum zwischen der nie leeren menschlichen Stille und dem Schrei sowie ein Spiel der Wahrnehmung der in Bewegung befindlichen Stimmen, erforscht.
mit Anna Palimina, Katharina Salden, Alexander Bischoff, Cornelius Uhle
kein Werkkommentar
mit Anna Palimina, Katharina Salden, Alexander Bischoff, Cornelius Uhle
Das Stimmen von Stimmen artikuliert eine Beziehung zwischen unterschiedlichen Körpern. Es kann sie durch unisono binden oder durch mikrotonale Verschiebung ihre Unterschiede verstärken. Und die Resonanz der Stimmen selbst spiegelt den physischen Raum wider, in dem sie sich befinden. „Lichen Verses“ stellt eine Situation vor, in der die Reinheit dieser Beziehungen verschleiert wird, um die Körper der Erde näher zu bringen. Patina-Schichten verkalken sich zusätzlich zu den Singstimmen, während sie sich bemühen, eine verlorene Einheit und Intimität zu artikulieren.
Dieses Stück basiert zum Teil auf dem Gedicht "Blood Soil" von Elsa von Freytag-Loringhoven (1874-1927). Das Gedicht zeigt einen resonanten Klang, der auf verschiedenen Oberflächen einer Hirtenlandschaft reflektiert wird. Ein Prozess, der paradoxerweise zu menschlichen Emotionen zusammenwächst.
mit Anna Palimina, Katharina Salden, Alexander Bischoff
Meine Komposition „Simarar kos malzipempu“ entstand aus dem Wunsch, das bekannte, sinnlose Gedicht Christian Morgenstern’s „Das große Lalula“ für ein vokales a cappella Ensemble zu vertonen: der Titel des Stückes entstammt der 3. Strophe des Gedichts.
Die Stimmen bewegen sich im Rahmen einer Fantasie-Klangwelt: surrealistische Momente entstehen und werden weiter umgeformt. Die Kausalität zwischen den einzelnen Klangereignissen wird weiterverfolgt: dadurch entsteht eine feine, zerbrechliche Beziehung zwischen den einzelnen Teilen. G.I. mit Anna Palimina, Katharina Salden, Bernadette Beckermann, Jonas Finger, Cornelius Uhle, Felix Schwandtke
kein Werkkommentar
mit Katharina Salden, Alexander Bischoff
Am Ende des Konzerts steht Friedrich Goldmanns Vertonung von Paul Flemings philosophischer Betrachtung des Wesens der Zeit. Ähnlich vielgestaltig und rätselhaft wie das Verhältnis des Menschen zum Phänomen der Zeit ist auch die Beziehung der beiden Singstimmen zueinander, die bisweilen beinahe oder exakt zusammentreffen, sich abwechseln und noch als jeweils Abwesende aufeinander Bezug nehmen. Zwischenzeitlich imitieren sie einander wörtlich, doch nicht im selben Rhythmus, was eine grundlegende, doch kaum merkliche Wesensverwandtschaft enthüllt, während die von den Sänger*innen gespielten Holzblöcke den Zeitschlag, das Vergehen der Zeit symbolisieren, ohne dabei jedoch einen regelmäßigen Puls auszubilden. Mit Goldmanns Vertonungen des barocken Lyrikers spannt sich ein Bogen über das ganze Konzert, der in einer Gelassenheit trotz widriger Umstände seinen Anfang nimmt und mit einem Ausblick auf „jene Zeit, die ohne Zeit ist“ schließt. Mit dieser überzeitlichen philosophischen Reflexion erfährt die Fokussierung der gesellschaftspolitischen Bezüge eine entscheidende Weitung.
mit Anna Palimina, Cornelius Uhle
MIET+ ist ein in Weimar gegründetes, freies und selbstbestimmendes Experimentalensemble für Neue Musik. Im musikalischen Geschehen werden durch integrierte Medienanwendungen, mehrere Sinne des Zuhörers gleichzeitig angesprochen und herausgefordert. Dazu gehören mittlerweile gebräuchliche Praktiken wie Videoeinspielungen, musizieren nach Grafiken, Live-Elektronik, Zuspiel und Einbezug von Bildern. Dazu kommen Übertragungen, Projektionen und anderweitige Experimente die die Zukunft noch bereithält. Ziel ist es flexibel, spontan geistreich und kess Stücke in Szene zu setzen. Dabei spielt es keine Rolle ob im Konzert oder außerhalb, notengetreu oder frei, es ist an der Zeit die in der Vergangenheit manifestierten Formgrenzen der Musik maßlos zu überschreiten! Das + im Namen symbolisiert beliebige Erweiterungen des Aufgabenbereiches. So sollen auch in direkter Zusammenarbeit mit Komponisten aus aller Welt Auftragskompositionen gefertigt werden und internationale Kontakte entstehen.
Maria Löschner (Akkordeon), Maria Löschner (), Magdalena Grigarová (Gitarre, Stimme), Henry Mex (Kontrabass), Carla Frank (Saxophon), Stefan Licheri (Elektronik, E-Gitarre), Giordano Bruno do Nascimento (E-Gitarre),
Workshop - mit dem Ensemble MIET+ Weimar
Hashtag Ensemble is a music cooperative specializing in contemporary music, improvisation and musical education, established and lead by flutist Ania Karpowicz. The ensemble consist of almost 20 young Polish musicians: composers, vocalists, instrumentalists and a conductor from leading cultural institutions. Hashtag Ensemble cooperates with composers and has ordered new pieces from J. Szmytka, A. Zagajewski, A. Stulgińskia, Z. Krauze, among others. The group has performed at numerous festivals, such as POLIN Music Festival, Warsaw Autumn, Sacrum Profanum (Cracow), Tallin Afekt Festival, Poznan Music Spring, Musica Electronica Nova (Wroclaw). Hashtag Ensemble has released several albums: Visegrad Songs (improvised album, 2016), #NetworkMusic (2018), #WITKACY (improvised album, 2018), Trash Music (works of Wojciech Błażejczyk, 2018), Opening of the Eye (works of Lucia Dlugoszewski, 2019), First Command (work of Adam Porębski, 2019), all published with Requiem Records.
Ania Karpowicz – flutes
Adam Eljasiński – clarinets
Wojciech Błażejczyk – electric guitars, live electronics
Marta Piórkowska – violin
Dominik Płociński – cello
Ania Karpowicz (Flöte), Adam Eljasiński (Klarinette), Marta Piórkowska (Violine),
Publikumsgespräch mit ausgewählten Protagonist*innen des Konzertes
"Schattenhafte Wasserzeichen im Papier haben mir als Inspiration gedient.
Die Komposition ist in einem Satz angelegt und versucht, in stillen experimentellen Klangstrukturen, neue musikalische Farben mit diesen vier unterschiedlichen Instrumenten zu zeichnen.“
Das dritte Stück aus der Werkreihe „BiPol“ setzt drei bewegliche Instrumente musikalisch und auch räumlich in Beziehung, indem die Musizierenden bei jedem der 5 Sätze eine neue Position einnehmen und so den Klangraum Bühne musikalisch explorieren. Dabei werden die klassischen 5 Positionen des Stereopanoramas in Szene gesetzt. Die Sätze 1,3, und 5 entwickeln geräuschhafte Hervorbringungen, basierend vor allem auf verschiedenen Arten von gestimmtem Rauschen, das dem Strom der Zeit abgelauscht ist. Satz 2 und 4 sind streng zwölftönig gearbeitet, wobei Satz 4 exakt Satz 2 als Krebs durchführt, allerdings mit kleineren rhythmischen Varianten. Diese tragen der ästhetischen Logik der Klangtextur Rechnung – denn das Ohr ist die höchste Instanz. Die Noten sind beim Verlag Neue Musik erschienen.
Erich Arendt hat seinen letzten Gedichtband 1981, nur drei Jahre vor seinem Tod, entgrenzen genannt und auch die Wortschöpfung „veratmen“ ist seiner Lyrik entnommen. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass dieser Titel von mir im Jahr 1990 so ausgesucht und collagiert wurde. Darüber hinaus weist es auch auf rein kompositorische Parameter hin: Der Gebrauch des Ein- und Ausatmens, der gezielten Einbeziehung des „Überblasens" und des prononciert percussiven Gebrauchs der Atemluft erweitern das Ton- und Ausdrucksspektrum der Flöte.
Die beim späten Arendt zu bemerkende Reduzierung der "Wortmittel", einer spät-expressionistischen Sprache mit all ihren Wort-Neuschöpfungen, hat mich im Laufe der Jahre zu vielen Kompositionen inspiriert.
Die Komposition bezieht sich auf das Gemälde von Bridget Riley “Current/Strömung”, 1964
Emulsionsfarbe auf Leinwand, 135 x 150cm, New York, The Museum of Modern Art, Philipp Johnson Fund
Aether is a piece based on sounds made by electromagnetic waves radiating all around us, all the time. Waves, the source of which is radio radiation, cell phones, wifi network, computers, transformers, electronic devices or even microwave. It surrounds us constantly, there is no escape. We don′t perceive this radiation, but imagine what would happen if we could hear it. However, it can be recorded and turned into sound. I used Soma Ether device to do this, walking through the streets of Warsaw, shopping malls, office, subway etc, and listening to the electromagnetic landscape of my living area. Theses recording are then used in electronics, together with live transformations of instrumental sounds. The piece is written for Hashtag Ensemble.
Das gleiche Konzert fand bereits als Brückenkonzert am 7.8.2020 beim Festival „Warsaw Encounter“ (Ltg. Jaroslaw Siwinski) im „PROM Kultury” in Warschau statt. Es wurde live gestreamt und wird später im Jahr nochmals im Polnischen Rundfunk gesendet.
Ivo Berg (Blockflöten (alle Größen), Stimme, Perk.), Milo Machower (Blockflöten, Voc), Shirley Radig (Gesang),
"For Widely Seperated Single Voices, One Visible, the Other(s) not.”
Cage greift die aus der liturgischen Musik vertraute Technik des Responsorialgesangs auf und überführt sie in eine Atem- und Obertonstudie, die über die besondere Aufstellung der Ausführenden Wege des Klangs im Raum öffnet. Die drei aus dem Englischen Wort Ear entlehnten Phoneme werden im elementaren Frage-Antwort Gestus in schlichten, nur gegen Ende leicht chromatisierten Choralmelismen wechselweise gesungen. Da kein Sichtkontakt besteht, ergeben sich unweigerlich Dissonanzen, die eine subtile und nie ganz greifbare Erfahrung zwischen Alt und Neu, zwischen Meditation und Irritation ermöglichen.
Die Récitations von Aperghis loten die expressiven Möglichkeiten und Mittel der Stimme in den Übergängen und Zwischenbereichen des Sprechens und Rezitierens, des Sprechgesangs und des melodischen Singens aus. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder der einzelne Silbenklang in der rhythmischen Sprengkraft seiner Konsonanten und der melodiösen Färbung seiner (aus dem Französischen herrührenden) Vokale. Durch unterschiedliche konstruktive Verfahren – etwa in der Kombination bestimmter Tonhöhen mit festen Silben oder in additiv gestaffelten, sich repetierenden Wort- und Silbenreihen – entstehen so musikalische Formen, die die Grenze zwischen semantischer Konkretheit und syntaktisch motivierter Deklamation im expressiven Gestus zur Auflösung bringen.
Als ‚Wohnzimmer-Musik’ konzipiert und gedacht fordert dieses frühe Werk Cages dazu auf, überkommene Musikbegriffe und Aufführungstraditionen zu hinterfragen: Elementare Rhythmen werden auf Alltags- und Einrichtungsgegenständen in eine kammermusikalische Form gebracht, ein Sprechquartett zerpflückt und rhythmisiert ein Gedicht Gertrude Steins, das instrumentale Solo einer Melodie wird mit rhythmischen Bausteinen kontrapunktiert. Doch die Fassade des Elementaren und Theatralen wird in der konkreten Faktur wiederum subtil aufgebrochen: komplexe Proportionen unterwandern das metrische Zeitempfinden, das pentatonische Material der Melodie rutscht in tritonische Intervallstrukturen ab.
Mit dem Begriff ‚Ars Subtilior’ – ursprünglich von der Musikwissenschaftlicher Ursula Günther in Anspielung auf den historischen Begriff der ‚Ars Nova’ geprägt – werden Werke des ausgehenden 14. und beginnenden 15. Jahrhunderts bezeichnet, die die rhythmischen, melodischen und harmonischen Möglichkeiten des zeitgenössischen musikalischen Materials in manieristischer Weise zu übersteigern trachten. Zahlreiche Neuerung auf Ebene der Notation, wie z.B. die Nutzung von Färbungen, Erweiterungen der Mensur- und Proportionszeichen oder auch gänzlich neu erfundene Notengraphien reflektieren diese Suche nach der Komplexität als künstlerischem Eigenwert. Die Texte der Ars Subtilior wiederum fügen dieser Suche teils eine ironische Note hinzu: So merkt der Dichter der Ballade „Pour haut et liement chanter“ an, dass nicht allein die schöne Stimme zum wahrhaften Musizieren ausreiche, sondern das gerade die Kenntnis und Umsetzung musikalischer Strukturen entscheidend sei. Wenn er allerdings fordert, dass man beim Singen Verzierungen allein mit rechtem Maß anbringen solle, dann steht dies diametral zur erklingenden Musik, die keine Scheu vor weitschweifigen Sequenzen und selbstgefälligen Verkomplizierungen kennt.
Die Komposition "LICHT 2" ist im weitesten Sinne ein Spiel mit Distanz und Nähe. Die textliche Grundlage der Singstimmen besteht aus Wortverbindungen mit Licht und Schatten, die, assoziativ gesehen, unterschiedliche individuelle Hörperspektiven ermöglichen.
LIGHT - white light, bright light, cool light, dim light, switch on light, switch off light- white light, green light, see the light of the day - don′t appear in a bad light - flash of thought, I begin to see - full shadow, wind shadow, heart shadow. shadow day, shadow border, shadow boxing, shadow play, visible - reflected light, dark light, visible, dark light, visible, dark light, visible.
Die Récitations von Apergis loten die expressiven Möglichkeiten und Mittel der Stimme in den Übergängen und Zwischenbereichen des Sprechens und Rezitierens, des Sprechgesangs und des melodischen Singens aus. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder der einzelne Silbenklang in der rhythmischen Sprengkraft seiner Konsonanten und der melodiösen Färbung seiner (aus dem Französischen herrührenden) Vokale. Durch unterschiedliche konstruktive Verfahren – etwa in der Kombination bestimmter Tonhöhen mit festen Silben oder in additiv gestaffelten, sich repetierenden Wort- und Silbenreihen – entstehen so musikalische Formen, die die Grenze zwischen semantischer Konkretheit und syntaktisch motivierter Deklamation im expressiven Gestus zur Auflösung bringen.
„die beiden sprechduette „vögel“ und „igel“ entstanden 2001 als bislang letzter zyklus von phonetischen melodramen nach zeitungsnotizen. wurde in den zwei vorhergehenden zyklen der sprechtext der ersten stimme in der zweiten von dessen gesamtem phonetischen material (in zwei stücken allerdings nur von den konsonanten bzw. vokalen) in aufgelöst nonverbaler form rhythmisch begleitet, so finden hier lediglich ausgewählte phoneme verwendung: im ersten stück „vögel“ der helle vokal „i“ und die zarteren konsonanten b, p, d, t, g, k, l, r, im zweiten „igel“ dagegen der dunkle vokal „u“ und die konsonanten f, w, m, n, h, ch. entsprechend dieser lautcharakterisierenden auswahl sind die hellen phoneme der frauenstimme, die dunkleren der männerstimme zugeordnet, was, anders als bei den früheren sprechduetten, auch einen stimmwechsel des semantischen mit dem rein phonetischen sprechpart bedingt“ (Gehard Rühm).
Mein 2020 entstandenes Stück „dominusmido“ für Blockflöten und Glocken ist ein Widmungsstück für das Ensemble „nusmido“, komponiert für die diesjährigen „intersonanzen“(2020). Zugrunde gelegt wurde dieser Gruß und Segen, der durchweg variiert wird.
Die Récitations von Apergis loten die expressiven Möglichkeiten und Mittel der Stimme in den Übergängen und Zwischenbereichen des Sprechens und Rezitierens, des Sprechgesangs und des melodischen Singens aus. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder der einzelne Silbenklang in der rhythmischen Sprengkraft seiner Konsonanten und der melodiösen Färbung seiner (aus dem Französischen herrührenden) Vokale. Durch unterschiedliche konstruktive Verfahren – etwa in der Kombination bestimmter Tonhöhen mit festen Silben oder in additiv gestaffelten, sich repetierenden Wort- und Silbenreihen – entstehen so musikalische Formen, die die Grenze zwischen semantischer Konkretheit und syntaktisch motivierter Deklamation im expressiven Gestus zur Auflösung bringen.
Ariane Chiaramonti (Stimme), Gerburg Fuchs (Stimme), Gudrun Doberenz (Stimme), Gitta Martens (Stimme), Theda Weber-Lucks (Stimme, Blockflöten), Jeannine Jura (Klarinette), Peter Czekay (Trompete), Reinhard Gagel (Klavier),
unter der Leitung von Reinhard Gagel
Weiß-Raum besteht aus Text- und Musikelementen rund um die Farbe Weiß. Gesellschaftliche und symbolische Bedeutungen der Farbe werden mit prosaischen Eigenschaften und gesellschaftlichen Zuschreibungen zusammengemixt. Weiß ist nicht nur Farbe, sondern Zustand, Haltung, extreme emotionale Erfahrung und Zeichen für Kälte, Leere und Isolation. Gerade die Corona Krise hat Weiß-Raum beklemmend aktualisiert.
Die Offhandopera Weiß-Raum ist ein improvisiertes Musik-Textformat. Das Libretto wird vom Ensemble kollektiv adhoc vertont. Die Offhandopera Weiß-Raum (Fassung Potsdam) wird einmalig und unwiederholbar nur für diese Aufführung geschaffen. Damit wird nicht nur das Werk, sondern auch der Prozess seiner Erzeugung präsentiert, der unmittelbar auf die Präsenz des Raumes und der Zuschauer reagiert.
Das Ensemble devotioModerna gilt als aktiver Förderer zeitgenössischer Musik in Rumänien. Es wurde im Dezember 2005 von der Komponistin und Dirigentin Carmen Maria Cârneci zusammen mit dem Cellisten Dan Cavassi gegründet und soll die Hingabe an die moderne Musik verkörpern. devotioModerna hat eine Grundstruktur aus sechs Instrumenten: Flöte, Klarinette, Violine, Cello, Klavier und Schlagzeug, zu denen gelegentlich andere Instrumente sowie Sänger oder Rezitatoren hinzugefügt werden. In den vierzehn Jahren seines Bestehens spielten herausragende Künstler mit jungen talentierten Instrumentalisten zusammen und teilten ihr Know-how in diesem speziellen Interpretationsbereich. Das Repertoire des Ensembles besteht aus sowohl rumänischen, als auch internationalen Werken (oft als Weltpremieren).
Carla-Maria Stoleru (Flöten), Natalia Pancec (Violine), Dan Cavassi (Violoncello), Adriana Toacsen (Klavier),
Aufgrund der internationalen Corona-Sicherheitsbestimmungen konnte das Ensemble nicht aus Rumänien nach Deutschland kommen und nahm das Konzert deshalb vorher im Enescu-Museum in Bukarest per Ton und Video auf. Am 22.8.2020 wurden diese Aufnahmen im Kunsthaus sans titre als Videokonzert auf eine Großleinwand projiziert.
Die Musik entzieht sich jeder narrativen, gradlinearen Absicht: Sie wird nichts erzählen. Das Konzept ist von Anfang an auf zwei Dimensionen projiziert: Einerseits nimmt man die Emotionen und Gefühle des musikalischen Gestus unmittelbar war – vergleichbar dem abstrakten Expressionismus von Mark Rothko und Gerhard Richter -, andererseits weisen die feinen Netzgewebe und Klangfelder eine strenge konstruktive Schichtung auf. Die klaren diastematischen Verhältnisse werden durch Mikrointervalik und Erweiterung der Artikulation allmählich getrübt. Die angestrebte Reduktion der Mittel auf das Wesentliche wirkt gezielt auf die Steigerung der musikalischen Aussage.
"Wozu brauchen wir die Zeit?" fragte ein 11-jähriges indo-amerikanisches Kind in seinem Gedicht, und kommt zu dem Schluss: " Ich hatte damals mehr Zeit / weil der Tag noch ganz war“. An sich wurde das Komponieren dieser Musik zu einem ernsten Spiel, bei dem Sätze des Gedichtes mit Hilfe von zehn musikalischen Wörtern umgeschrieben wurden. Dazu habe ich eine für Kinderspiele spezifische Dimension aktiviert - die der Rollen: Erzähler, Begleiter und Kommentator. All diese Komplexität der Ausarbeitung zielt darauf ab, endlich den spielerischen Ton zu installieren. denn der Tag war noch ganz für Flöte, Cello, Klavier wurde 2002 im Bukarester Goethe Institut uraufgeführt (herausgegeben von Ricordi).
wurde auf Anregung der Flötistin Andrea Kollé komponiert und 2001 uraufgeführt. Das Werk überlagert eine seltsame pastorale Melodie, die im rhythmischen System rubato geschrieben (aber sehr genau notiert) ist, auf einer verwinkelten Passacaglia, die die rhythmischen Systeme giusto und aksak verbindet. Die drei Segmente des Stückes werden immer kleiner, wobei insbesondere die Melodie und der Rhythmus hervorgehoben werden. Der allgemeine Ausdruck führt zu einer Pastorale mit "schlechtes Gewissen", daher der Titel Zynische Pastorale.
Wie der Name bereits andeutet, basiert die gesamte Textur auf den vier Akkordtypen: Dur, Moll, vermindert und übermäßigt, die in vertikalen Strukturen (homophon) sowie horizontal (melodisch-poliphonisch) verwendet werden. Konventionell mit unterschiedlichen Stimmungen verbunden, sollen diese Akkorde Emotionen auslösen wie: Positivität für Dur, depressiv-nostalgisch für Moll, Zustand der Unwägbarkeit, Unsicherheit und verstärkt für Angst, Mysterium usw. „Tetrachords“ für Flöte, Violine, Cello und Klavier und wurde 2015 als spezielle Rondo-Form komponiert, wobei auf die Tutti-Sektion vier kleine Solokadenzen und eine letzte Coda folgen.
Durch die Klangstärke des modernen Flügels hat die traditionelle Klaviertrio-Besetzung unter einem bedenklichen klanglichen Ungleichgewicht zu leiden: Die Streicher können sich gegen das Tasteninstrument dynamisch kaum durchsetzen. Meine Triokomposition lässt sich als Prozess des allmählichen Gewinnens einer Balance verstehen. Kann zu Beginn das Klavier ungehindert seine Klangkaskaden entfalten, so tritt es nach und nach in sehr verschiedene Konstellationen zu den Streichern. Diese beharren nach einigen wilden Versuchen, sich gegen den pianistischen Rausch zu stemmen, immer deutlicher auf einem feinen Linienspiel, das gegen Ende die Szene ganz beherrscht – das Klavier beschränkt sich schließlich nur noch auf einige stützende Akkorde, in denen man ein fernes Echo der Klänge des Anfangs hören kann.
Dieses zweite Stück aus meiner “Albumblatt“-Serie bezieht sich wieder auf Eindrücke von der Ostseeküste, in diesem Fall auf den Küstenabschnitt Stolteraa westlich von Warnemünde. Vom Strand aus bietet die Steilküste einen faszinierenden Einblick in die geologische Formation. Gleichzeitig wird durch das Abrutschen ganzer Bäume die permanente Gefährdung durch den Landverlust erfahrbar, selbst an Tagen, wo das Meer sanft und glatt zu Füßen des Kliffs liegt.
„Die dreisätzige Komposition ist geprägt von zwei kontrastierenden Klangwelten. Das statische Klangnetz des Beginns entwickelt sich zu einer nach und nach komplexer werdenden Textur hin zu den Geräuschaktionen des zweiten Teils. Die durchgängige Sechzehntel-Bewegung kehrt wieder im dritten Satz, nun aber nicht im rhythmischen unisono, sondern in mikropolyphonen Werten von z.B. 5 gegen 4. Es entsteht ein dichtes Netzwerk komplexer Gestalten, das – über die Metamorphose der Geräusche des zweiten Teils – nur noch wenig an die monotone Bewegung des Beginns erinnert. Rhythmische Ausbrüche, Akkord-„Begleitung“ und -Unterbrechungen im Klavier verweisen auf eine Entwicklung, die die Andersartigkeit des zweiten Satzes noch in sich trägt.“ (Dr. Christoph Taggatz / Booklet -Text CD KUNST)
Das Junge Ensemble Neue Musik wurde im Jahr 2020 auf Initiative des Verbandes der Musik- und Kunstschulen Brandenburg gegründet.
hat sich seit seiner Gründung 1997 als besonders vielseitige und experimentierfreudige Formation zu einem renommierten Ensemble für zeitgenössische Musik entwickelt. Die künstlerische Arbeit des ensemble mosaik baut auf die Kontinuität seiner musikalischen Gemeinschaft, auf forschende Kreativität, Networking, Kollaborationen mit Künstler*innen aller Sparten, auf interkulturellen Austausch als Reflexion und Inspiration globaler künstlerischer Anliegen. Das ensemble mosaik erprobt neue Konzertformate, die einzelne Werke im Kontext eines Gesamtzusammenhangs reflektieren, aktuelle Strömungen fokussieren und spezifische Perspektiven eröffnen. In Kooperationen mit Künstler*innen anderer Sparten oder Musikgenres werden die Konzerte selbst zur Experimentalanordnung.
Das Ensemble spielt bei den intersonanzen 2021 mit Simon Strasser Oboe und Mathis Mayr, vc
mit Simon Strasser (Oboe) und Mathis Mayr (Violoncello)
Zum Schreiben der Komposition "Miserere" für Oboe und Violoncello, hat mich das Gedicht mit dem selben Titel des polnischen Poeten Krzysztof Kamil Baczyński inspiriert, geschrieben 1940 in Warschau. Die Fragmente des Textes werden von den Interpreten gesprochen.
„Das Werk ist meinem Lehrer, dem Dirigenten Alexander Wassiljewitsch Alexejew gewidmet, über den sein Lehrer, der legendäre Hans Swarowsky, einst sagte, dass er einer jener drei seiner zahlreichen Schüler sei, die eine große Karriere machten. Doch da war die Sowjetunion. Die Ausreise und so die versprochene Chefposition in Helsinki blieb dem, der sich der Partei konsequent verweigerte, versagt. Jenem, der auch im postsowjetischen Russland bis zuletzt durchgehend ungewöhnlich noble Haltung bewahrte, seinen Mitmenschen jene Welt bezeugte, die eben große Kunst vor uns sieht, deshalb den Mittelmäßigen so unangenehm wie als Mensch hell. Ihm war menschliche Freiheit eine im Höchstmaß technisch-disziplinierte musikalische Hingabe, ein Hören nicht nur mit den Ohren, sondern durch die Hände. Und immer Schönheit. Als Synthese eines warmen Herzens und klaren Verstandes. Tiefe, die nicht nur aus echter Anstrengung, sondern Leidens- und Lebenserfahrung her stammt. Als das Werk begonnen wurde, lag der Widmungsträger bereits schwer krank, ich durfte am Petersburger Krankenbett noch regelmäßig mit ihm arbeiten. Brahms, weil in den Partituren ja das eigentliche Leben war. Bis bedingt durch die Pandemie auch solche Begegnungen nur noch telephonisch möglich waren. Als die Komposition beendet war, Alexander Wassiljewitsch tot, die Welt eine andere.”
Gyfu (Geschenk) ist Teil einer Serie von Stücken mit Titeln, die den Wikinger-Runen entnommen sind. Das kreuzförmige Piktogramm (X) steht unter anderem für Begriffe wie Austausch, Gastfreundschaft, Partnerschaft und ekstatische Vereinigung. Musikalisch besteht das Stück aus Sequenzen von "Faltung und Entfaltung", einem rhetorischen Mittel von wiederholten Phrasen, die sich überkreuzen. Im Werk wird auf zwei arabische Skalen oder Maqam Bezug genommen: Saba, die Emotionen wie Sehnsucht, Traurigkeit, Empfindsamkeit und Schmerz bezeichnet, und Sikah, die die Liebe bezeichnet. Uraufführung am 4. September 2011 im Rahmen der Halbfinalrunde des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2011 in München.
Duo für Englischhorn und Violoncello in zwei unabhängigen Stimmen
Ausgangspunkte sind - wie der Titel vermuten lässt - zwei Stellen aus Wagners Tristan, also dem Gipfel der Romantik, des Gefühls, der Harmonik. Sie erscheinen im letzten Viertel des Stückes als Zitate und sind höchst expressiv zu spielen, was natürlich in der avancierten Kunst verpönt, deplaciert ist. Gleichwohl gibt es auch heute Gefühle von wahnsinniger Sehnsucht und unerfüllbaren Verlangen, die Texte der Rock- und Popmusik sind voll davon. Allerdings sind sie meist ziemlich trivial... Ist die erste Hälfte des Stückes ein Suchen nach Romantik heute, so gibt es auch andere (Klang-)Welten, hart und schroff, vor allem gegen Ende. Wenn es zwischen den Musikern auch keine direkte Koordination gibt, so korrespondieren doch beide Parts miteinander...
2004 gegründet, initiiert, vermittelt und etabliert das Ensemble Quillo besondere Projekte der zeitgenössischen Kunst. Neben Festivals, der Reihe Neue Musik, Musiktheaterproduktionen und Kunstfilmen entwickelt das Ensemble auch außergewöhnliche Aufführungsformate (LandQultour seit 2019, zuFußQultour 2021) und Musikvermittlungsprojekte, die 2011 mit dem Regine-Hildebrandt-Preis ausgezeichnet wurden. In enger Zusammenarbeit mit KomponistInnen sind zahlreiche Werke entstanden, die an brandenburgischen und Berliner Bühnen aufgeführt wurden (Ahead of Struwwelpeter 2019, El Cimarrón 2011, Hans im Glück 2014). Auf dem Hof Quillo hat das Ensemble mit eigenem Konzerthaus und Kino zudem einen Kulturhotspot im ländlichen Raum geschaffen.
Das Ensemble spielt bei den intersonanzen 2021 mit Daniel Göritz git, Franziska Rau kb, Max Renne celesta und Ursel Weiler fl/Ltg.
Daniel Göritz (Gitarre), Franziska Rau (Kontrabass), Max Renne (Celesta), Ursula Weiler (Flöte),
Delay entstand in der Folge meiner Komposition Distanzen, in der der Klang der Instrumente mit verschiedenen Effektgeräten (Delays) verändert wird. Delay basiert auf dieser Idee. Allerdings sollen hier die Musiker selber versuchen, durch ihr Spiel diesen Effekt zu imitieren. Die besondere Herausforderung war jedoch die sehr spezielle Besetzung.
„Pseudorama“ ist ein Videoexperiment für Pseudo-Instrument und Pseudo-instrumentalist, wo der Spieler die Aufgabe bekommt, seine körperausdrücke, klanglos, in Musik zu verwandelt. Diese Ausdrücke werden hinterher elektronisch vertont und somit entsteht eine Wechselwirkung zwischen klangloser Gestik und gestenreichem Klang.
Beschleunigung, Wachstum, Konkurrenz - ein System, das die menschliche Gesellschaft in einen unmenschlichen Wettkampf zwingt, Mensch und Natur krank macht. Für „Accelerando“ gibt es auch keine Partitur im eigentlichen Sinne. Eine Übersichtsskizze, ein Diagramm, an einen Maschinentestlaufprotokoll erinnernd. Daraus sind strenge Fahrpläne für die einzelnen Musikerinnen abgeleitet. Sie bewegen sich in eigenen, stetig steigenden Geschwindigkeiten. Am Anfang ist es noch sehr einfach, gemeinsames Tempo von 30 bpm, schnell läuft aber alles auseinander, individuelle Tempi mit unterschiedlichen Zielgeschwindigkeiten (240, 260, 280 und 300). Vier Lautsprecher geben das Kommando, den Takt für jeder Spieler einen anderen. Die am Beginn sehr schlichten Tonkreisel werden im Verlaufe des Stücks immer komplexer, die ständige Beschleunigung macht das Tempo so rasant, dass die Figuren im letzten Viertel immer schwerer, kaum noch fehlerfrei, eventuell gar nicht mehr spielbar sind. Großer Stress, das Scheitern ist wahrscheinlicher als das Gelingen.
7 unterschiedliche Teile gehen fließend ineinander über. Mit Bass-, Altflöte und Kontrabass herrscht ein dunkles Timbre vor. Der physikalische Vorgang der Bewegung von Luft, der im Titel anklingt, weist neben dem basalen Akt der Erzeugung von Schallwellen, hier besonderes auf die Klänge des Kontrabass hin, der in seinem tiefen Register, die Luftbewegungen plastisch greifbar macht.9
neue musik. undirigiert. international.
Wir widmen uns der Interpretation zeitgenössischer Kammermusik. Elektronik, Improvisation, szenische Elemente, Lichtinstallationen und neue Konzertformate finden ihren Platz bei uns. Wir spielen besonders gerne Uraufführungen und arbeiten deshalb eng mit Komponist:innen zusammen. So pflegen wir ein breites Repertoire neuer Werke.
Seit 2016 spielen wir fest in der Besetzung Flöte, Klarinette, Akkordeon, Violine und Violoncello. Der Name des Ensembles reicht allerdings schon wesentlich weiter zurück – der Weimarer Komponist Johannes K. Hildebrandt hat das ensemble via nova bereits 1994 gegründet um selbstbestimmte Programme zu entwickeln.
Wir sind regelmäßig auf internationalen Bühnen und Festivals zu erleben. Einige unserer Höhepunkte waren dabei Reisen nach Südkorea (Daegu), Großbritannien (London), Italien (Città di Castello) und Polen (Gdańsk).
Das Ensemble spielt bei den intersonanzen 2021 mit Nikita Geller vl, Daniel Gutièrrez vc, Moritz Schneidewendt kl, Marianna Schürmann fl und Neža Torkar akk
Nikita Geller (Violine), Neža Torkar (Akkordeon), Daniel Gutiérrez (Violoncello), Moritz Schneidewendt (Klarinette), Marianna Schürmann (Flöte),
Zunächst reizte mich die Möglichkeit, für so eine ungewöhnliche Besetzung zu schreiben. Nach und nach kam mir die Idee, mit drei sehr unterschiedlichen Satztechniken, Stilistiken und Herangehensweisen zu arbeiten. Der erste Satz beginnt fast improvisatorisch suchend, das Thema (wenn man es so nennen will), kommt erst am Schluss als homophoner Satz in Bigband-Manier. Der zweite Satz, sehr langsam, ist ein songartiges Stück über der Tonalität A, suchend, bewusst den Wohlklang genießend, während der dritte fast als klassischer Tanz, mit viel Virtuosität daherkommt. Bei aller Unterschiedlichkeit der Sätze, war mir jedoch wichtig, dass die Musik zu großer Spielfreude und Unmittelbarkeit herausfordert. Mögen die Musiker und das Publikum entscheiden, ob mir das gelungen ist.
Das Stück entstand bereits vor einem Jahr für eine Konzertreihe in ländlichen Kirchen, die
coronabedingt nicht stattfinden konnte. An mich wurde die Bitte heran getragen, eine Komposition für ein eher unkonventionelles Publikum zu schaffen, sozusagen verständlich und nachvollziehbar. Demzufolge versuchte ich, der Bitte mit melodischen Motiven, harmonischen Linien und metrischer Orientierung nachzukommen, ohne den Anspruch an Originalität aus dem Blickwinkel zu verlieren. Dabei sollte keine konkrete „leidenschaftliche Szene“ zum Ausdruck gebracht werden sondern eine musikalische Abfolge differenzierter Emotionen und Klangbilder, ohne etwas Bestimmtes zu illustrieren.
Der Zyklus „Variations: The Red List“ entstand als Hommage an Camille Saint-Saëns, dessen 100. Todestag wir in diesem Jahr begehen. Vorlage meiner Komposition ist sein bekanntes Werk „La Carnaval des Animeaux“ und wie dieses umfasst der gesamte Zyklus 14 Teile. Die von Saint-Saëns „porträtierten“ Tiere habe ich dabei durch solche ersetzt, die (in Deutschland oder auch global) gefährdet, vom Aussterben bedroht oder schon ausgestorben sind, neben dem „Gepard“ beispielsweise Feldhamster, Berggorillas, Schmetterlinge oder auch den analogen Menschen.
Die faszinierenden, höchst unterschiedlichen Lebensweisen dieser Tiere inspirierten mich dabei zu einer Vielfalt musikalischer Gestaltungen, sowohl hinsichtlich der Besetzung als auch der Form. Außerdem habe ich versucht, in jedem der 14 Sätze eine andere Variationsmethode zu benutzen, um so eine Art persönliches „Kompendium der Variationskunst“ zu entwickeln. Das Stück „Gepard“ für Ensemble basiert auf dem Stück „Hémiones (Animeaux véloces)“. Das Original erklingt hier wörtlich in der Violine; dazu habe ich eine neue Begleitung komponiert.
Geparden sind die schnellsten Landtiere der Erde, sie können bei der Jagd kurzzeitig Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreichen.
Lydische Landschaft bezieht sich zum einen auf die lydische Skala in der Musik. Mit ihrer übermäßigen Quarte, die zum Leitton am Ende der Skala eine starke Konkurrenz ergibt, ist sie für mich ein sehr spannungsreiches, aber auch unentschiedenes, oder ein in sich ausbalanciertes und offen bleibendes Gebilde. Das spiegelt sich im gesamten Stück wieder. Aber es ist auch eine eine kleine Fantasie, eine Reise, ein Versuch vom Schreibtisch aus durch das schon lange nicht mehr existente Königreich Lydien zu streifen ...
Conexiones (2021) bedeutet auf Spanisch Verbindungen, und das ist die Hauptidee des Stücks. Die Verbindungen sind zwischen den Instrumenten, erscheinen aber auch als eine Verbindung zur Natur. Das Werk ist eine Collage, in der die Elemente schnell wechseln, sich aber immer noch auf die Hauptidee beziehen. Zwei wichtige Elemente, die in dieser musikalischen Collage auftauchen, sind Inspirationen aus Südamerika - Vogelgesang und traditioneller Tanz aus Ecuador: San Juanito. Das Stück wurde für das Ensemble via nova geschrieben.
Der Gemischte Chor Strausberg e.V. ist ein Gesangsverein mit langer Tradition. Er wurde 1963 aus zwei Chören aus Strausberg und Eggersdorf gegründet. Heute sind es mehr als 40 aktive Sängerinnen und Sänger. Der Repertoire reicht vom Volkslied über klassische Chormusik bis zum geistlichen Liedgut. Der Chor hat in Opernaufführungen mitgewirkt und große Oratorien auf die Bühne gebracht.
Der Chor ist u.a. in eigener Region sehr aktiv und gestaltet die kulturelle Vielfalt in Brandenburg mit. Gleichzeitig gibt er aber auch in ganz Deutschland und in den Nachbarländern seine Konzerte. Eindrucksvolle Chorreisen führten uns bereits nach Italien, Frankreich, die Schweiz und Österreich.
Auch und gerade wenn es sich bei 'sanyna' um das einzige Werk meines Opus' handelt, das kein senza-espressione-Konzept verfolgt, verstehe ich als Komponist meine Aufgabe nicht darin, als Vermittler zu fungieren. D.h. eben genau nicht darin, einem Publikum ein Werk zu 'erklären' und dieses damit in mehrerlei Hinsicht zu bevormunden. Aus musikästhetischer Perspektive scheint mir jedwede Implikation von 'Sprache' in Musik seitens Hörern als individuelle Zuschreibung, als pure Konstruktion von - in unzähligen Phänomenen aufzutreten vermögender - Bedeutsamkeit. In der Folge präsentiert sich mir (Instrumental-)Musik, aus jener Attributionsvielfalt heraus, dialektisch immer 'stumm'.
Text: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832): einfaches vierstimmiges Chorlied
Da es – auch durch die unzulässig enge Verflechtung von Industrie und Politik – kaum demokratische Möglichkeiten gibt, dem Wahnsinn entgegenzutreten, durch den einige Wenige die Welt mit dem Geschwisterpaar Profitgier und Kriegssucht in Schach halten, drängte es mich als Musiker, mit einem möglichst einfachen Kanon den Appell zu formulieren: Kanons statt Kanonen!
Es war meine Absicht, ein möglichst einfaches, klangvolles, für einen Laienchor überschaubares Stück zu schreiben, in dem trotzdem der Ruf Kyrie eleison (Erbarmt euch; tut doch endlich was!) Gewicht bekommt, indem er sich durch Clusterbildung sozusagen zum Schrei erweitert.
Text: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832): einfaches vierstimmiges Chorlied
kein Werkkommentar
Diese Lieder sind kleine Augenblicke des Verweilens in der Natur. Der Dichter Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew, der im 19. Jahrhundert in Ovstug (Brjansker Gebiet in Russland) seinen Schaffensschwerpunkt hatte, hat mich durch seine unendlich romantischen und malerischen Gedichte über die Natur zu diesen kleinen Liedern inspiriert. Die Stimmführung in den Liedern hier ist mit der Stimmführung der altertümlichen Folklore in Brjansker Gebiet verwandt. Manchmal verzweigt sich eine Stimme in zwei oder drei und kehrt dann wieder zu Einstimmigkeit zurück. So entsteht manchmal auf ganz natürliche Weise eine Vier-bis Neunstimmigkeit, die sich frei entfaltet.
Während meiner Arbeit mit dem Projekt “Landscape Quartet”, habe ich mich oft stundenlang dem Wind ausgesetzt. Ich experimentierte mit Windharfen und Installationen aus Bambusflöten - der Wind hat mich gestreichelt, liebkost, gekitzelt, an mir gerüttelt. Er hat mich durch sämtliche Gemütszustände geblasen: Ich habe gelacht, gespielt, geweint, geschrien. Das Zuspiel für dieses Stück besteht aus Aufnahmen mit diesen ‚Windbegegnungen’. Ich habe zu den Installationen gespielt und oft schien es so, als ob nicht nur ich auf den Wind reagiere, sondern wir miteinander kommunizieren. Als ob er seine eigene ‚Agency’ (engl. für Handlungsfähigkeit/Vermittlung) hat.
Die Glissandoflöte legt sich in den Wind, sie lässt sich umstreicheln und kosen, stellt sich gegen ihn, lässt sich aufrütteln und beruhigen.
Die meisten Aufnahmen für das Zuspiel fanden im Rahmen von „Landscape Quartet“ statt, gefördert vom AHRC, UK und RANK, SE.
Fotos: Impressionen vor dem Konzert
Diese Komposition geht von einem Zentralton "e" aus, welcher symbolisch für die "Erde" steht. Ein schwingendes Klanggebilde entwickelt sich allmählich aus dem Ton "e". Das Vocal-Oktett greift dieses anfangs wortlos auf, bis es in Textfragmente Eichendorffs übergeht.
Der Wanderer, der bei Eichendorff durch die stille Nacht geht, ist unsicher, ob er träumt oder wacht. Eichendorff kreiert Landschaften als kunstvolle Arrangements, um seelische Vorgänge darzustellen mit den Mitteln des Raumes. Ich habe mich bemüht, diesen Gedanken aufzufangen mit schwingenden sphärischen Tonmalereien.
G. Näther 2010
Im Jahre 1979 hatte ich mit einem Flötenstück + Zuspielband (damals tatsächlich noch "Schnürsenkel") die Reihe meiner
imaginären Dialoge begonnen, die bisher 10 Werke umfasst. Neu an dem sechsten Stück des Zyklus (1997) war der weitgehende Verzicht auf zugespielte, manipulierte Saxophonklänge. Eigentlich ist es nur noch das anfangs und immer wieder erklingende "fis", von dem aus sich die Klänge immer weiter wegbewegen, sowohl in Hinsicht
auf ihren Ambitus als auch auf ihre Sonoristik. Klangliche Umformungen dieses Tones machen mehr und mehr rein elektronisch erzeugtem Material Platz. Der Saxophonpart ist detailliert ausgeführt, allerdings soll der Notentext nicht als eine ultima ratio verstanden werden. Denkbar sind Interpretationen, die den Text als Anregung nehmen, mehr oder weniger frei, aber selbstverständlich im Sinne des Vorgedachten, mit ihm umzugehen. Formal entfaltet sich das Stück aus anfangs einzelnen Tönen um nach großen dynamischen Steigerungen in sparsam gesetzte Aktionen wieder zu verebben.
G. Katzer 2010
hörst du den ruf nicht
des gotts, die arme, der
stumpf & der sack, dem
eingeweidgott verfallen
dem stammler
: du hörst.
der laut ist blau
& dumpf, eine beule
unter der kopfhaut.
es quillt, es treibt
die milch aus dem rumpf
: hohe fontäne, spasmus. die
rose züngelt aus lippen.
glänzenden augs schielt sie
auf den im erdhaar
verankerten pflock
ohne mund.
(aus: Marcus Roloff "gedächtnisformate"
Gedichte, gutleut verlag, frankfurt am
main & weimar 2006)
"Die Musik reizt Nachtigallen zum Liebesruf, Möpse zum Kläffen"
(R. Schumann)
Es war Zufall, dass mir das kleine, inzwischen vergilbte Reclam-Buch mit Texten Robert Schumanns in die Hände viel, in welchem er mit seinen erfundenen Figuren, den "Davidsbündlern" (die höchst gegensätzlichen Künstlercharaktere Florestan, Eusebius und Meister Raro an der Spitze), einen lebhaften Dialog über die Kunst führt, Wahrheit und Dichtung in humoristischer Weise verbindend.
Die Komposition "k u n s t" versucht mit musikalischen Mitteln vielfältige Formen der Kommunikation zwischen Sopran, Alt, Tenor, Bass, Alt-Saxophon, Horn und Kontrabass in Gang zu setzen, wobei sich an einigen Stellen auch der Komponist Schumann zu "Wort" meldet.
S. Stelzenbach 2010
Martin Glück (Flöte), Matthias Bauer (Kontrabass), Yu-Pei Wang (Oboe), Matthias Badczong (Klarinette), Heidi Mockert (Fagott), Meriel Price (Saxophon), Minoru Hirata-Komiya (Horn), Friedemann Werzlau (Schlagzeug), Anna-Katharina Schau (Akkordeon), Irina Yudaeva (Saxophon), Kateryna Vashchenko (Violine), Nadezda Tseluykina (Klavier), Matthias Bauer (Kontrabass), Matthias Bauer (Kontrabass), Andrey Lakisov (Saxophon), Nadezda Tseluykina (Klavier), Andrey Lakisov (Saxophon), Mike Flemming (Viola), Nadezda Tseluykina (Klavier), Anna-Katharina Schau (Akkordeon), Minoru Hirata-Komiya (Horn), Matthias Badczong (Klarinette), Heidi Mockert (Fagott), Matthias Badczong (Klarinette), Anna-Katharina Schau (Akkordeon), Heidi Mockert (Fagott), Irina Yudaeva (Saxophon), Kateryna Vashchenko (Violine), Mike Flemming (Viola), Nadezda Tseluykina (Klavier), Matthias Badczong (Klarinette), Anna-Katharina Schau (Akkordeon), Elena Kakaliagou (Horn), Katarina Vowinkel (Trompete),
Es spielen zwei Instrumente mit fast identischem Tonvorrat, wenn auch mit unterschiedlicher Tonerzeugung. Nach allem, was man von Brüdern weiß, können sie miteinander verkettet sein und dennoch stark auseinander streben. Ich habe das Stück für Dieter Hähnchen im Duo mit Matthias Badczong geschrieben (UA bei den Zepernicker Randspielen 2008).
Der Titel ist hier etwas weniger zutreffend, da der Fagott-Part von einer "Schwester" übernommen wird (Heidi Mockert).
H. Keller 2008
Dieses Stück ist ein Traum über Abschied und Trauer. Die Zeit ist gedehnt, der Puls auf Tempo 42 verlangsamt. In einem vagen Raum aus diffusem Licht sind Stimmen zu hören. Sie scheinen artikulieren zu wollen, bringen aber nur Laute und Wortfetzen hervor. Ein, zwei mal scheint sich ein Gesang zu formen, erstickt aber zugleich. Der Kontrabass, gleichsam der Träumer, geht auf die eine oder andere Person zu, aber die Gesichter zerrinnen sofort. Orientierung ist nicht möglich, es bleibt nur ein Gefühl.
M. Bauer 2010
Das Werk entstand 2007 für die Klangwerkstatt Berlin und ist ein Auftragswerk der Musikschule Kreuzberg.
Es behandelt das Thema der Migration, in dem es die Berufung Abrahams durch Gott aus dem Alten Testament erzählt:
Abraham soll nach Kanaan auswandern, dort aber herrscht eine Hungersnot. Darauf zieht er nach Ägypten und "verkauft" mit List seine Frau Sarah, in dem er sie als seine Schwester ausgibt, dem Pharao als Frau, um dadurch Sicherheit und Reichtum in Ägypten zu erlangen. Später zieht er als reicher Mann mit seiner Frau wieder nach Kanaan. Der Pharao schenkte ihm trotz des Betruges seine Frau zurück und überließ ihm den erworbenen Reichtum...
H. Zapf 2010
Agata Wenninger (Sopransaxophon), Markus Wenninger (Altsaxophon / Sopranklarinette), Tom Sehrer (E-Piano), Ludger Singer (Posaune),
Eine Produktion des Nora Volkova Ensembles und der potsdam per pedales-
Fahrradstation innerhalb der "1. FahrRad-Aktionswoche” in Potsdam.
"The Decision Is Attached" for four musicians and two tricycles, combines tones mapped onto a predetermined three-dimensional grid, with an improvisatory two-dimensional pitch selection, tempo and dynamics grid.
M. Solomon 2010
Für Mark Solomon's Stück "The Decision Is Attached" werden wir auf dem Luisenplatz in Potsdam herumfahren, die Komposition ist wie eine Karte, horizontal auf dem Boden projiziert & die Töne werden abgefahren, wobei Geschwindigkeit & Entfernung voneinander Projektionsrichtung der Töne & Lautstärken bestimmen.
M. Wenninger 2010
Leaving talk without response.
I would like to thank Markus and Agata, to whom this work i dedicated.
J. Herbert 2010
Kathrein Allenberg (Violine), (John) Chang-Yun Yoo (Viola), Marika Gejrot (Violoncello), Jochen Carls (Kontrabass), Cassandra Hoffman (Sopran),
Das Streichtrio habe ich 2004 für die Tanzproduktion Screaming Popes, eine Auftragsarbeit der Chartier-Danse-Compagnie Toronto und der fabrik Potsdam, geschrieben. Diese Arbeit hat sich intensiv mit den Arbeiten Francis Bacons, insbesonders mit der Serie des schreienden Papstes auseinandergesetzt. 2009 habe ich diese Fassung für eine Konzertdarbietung leicht überarbeitet. Das Hauptaugenmerk liegt in der Gegenüberstellung von Homophonie, sich auf alte Musik beziehendem Material und solchem, wo die Grenze zwischen Musik und Choreografie sicherlich erreicht, vielleicht sogar überschritten wird. Auf den metaphysischen Inhalt des Stückes möchte ich nicht weiter eingehen, nur so viel sei erwähnt: die Piktogramme der drei Religionen, Christentum, Islam und Judentum treffen gewissermaßen schlagend aufeinander.
A. Nowitz 2010
Die Komposition ist in mancher Hinsicht ein Gegenentwurf zu "…zum Staub sollst du zurückkehren." Der Titel stammt aus der
Offenbarung des Johannes aus Patmos: "Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit." Die Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes und des ewigen Lebens ist jedoch für Mark Andre nur der Ausgangspunkt. Das Werk beginnt mit einer Polyphonie von unterschiedlichen Klängen, die jedoch immer weiter reduziert wird und am Ende ganz verschwindet. Die Musik taucht also, wenn man so will, in eine andere Art von Zeitlosigkeit ein.
Im dictionario lesen wir für oscuro: dunkel, obskur, rätselhaft, schattenhaft, im Fremdwörterbuch für obskur: dunkel, unklar, unbekannter Herkunft, verdächtig.
Das Stück hat kein musikalisches Thema, sein Thema ist das Entstehen und Zerfallen von Ordnungen. Daher das oftmalige Abbrechen, Innehalten, das Zögern oder auch der plötzliche Entschluss, die rabiate Äußerung. Dunkel ist die Klangfarbe der tiefen Streicher und schattenhaft der Beginn des Stückes, schattenhaft auch sein Schluss, es verschwindet im leisen Rauschen der Bögen. Dazwischen ein rätselhaftes "dramma per musica", das sich wie alle Musik der Übersetzung ins Wort widersetzt. Verdächtig?
G. Katzer 2010
Unter dem Titel EX METAMORPHOSEON LIBRIS habe ich auf der Grundlage des Ovidschen Opus magnum ein Libretto für eine Musiktheater-Komposition kompiliert und montiert, in der - obwohl omnipräsent - nicht die einzelnen Mythen als Geschichten thematisiert werden, sondern das Phänomen der Metamorphose im Mittelpunkt steht. Vor dem - einem großen Orchester zugedachten - Prolog steht am Anfang das kleinbesetzte Prooemium, die traditionelle Musenanrufung mit dem Umriß dessen, wovon im weiteren Verlauf gehandelt werden wird. Es gibt bei Ovid verschiedene Charakterisierungen des Wesens der Metamorphosen. Die vielleicht schönste und umfangreichste legt er im XV. Buch Pythagoras in den Mund, der sie wiederum im Kontext seiner Äußerungen zur Vorstellung von der Seelenwanderung äußert. Seine Bilder von Wasserwellen und der Geschmeidigkeit des Wachses sind unmittelbar in meine Kompositionstechnik eingeflossen.
G. Müller-Goldboom 2010
Thorsten Bloedhorn (E-Gitarre), Alexander Frangenheim (Kontrabass), Thomas Gerwin (Elektronik, Perkussion, Banjo, Gitarre), Giovanni Longo (live-Elektronik), Dietrich Petzold (Violine, Viola, Perkussion), Peggy Sylopp (live-Video), Iris Sputh (Tanz), Claudia Risch (Flöte / Saxophon),
Die graphische Partitur zeigt eine Art Landschaftstafelbild mit konkreten und abstrakten Formen und Strukturen.
Die Notation wird von links nach rechts gelesen, das Blatt gleichsam "gescannt", das Tempo wird durch die Zeitangaben
bestimmt. Jede(r) SpielerIn hat zur Kontrolle eine digitale Uhr mit Sekundenanzeige. Alle Stimmen sind auf den beiden Seiten
gemeinsam notiert, so dass jede(r) einzelne SpielerIn Verantwortung für das klangliche Gesamtergebnis übernimmt. Es ist
möglich und gewünscht, dass ein(e) SpielerIn "aus der Zeile fällt" und sich innerhalb des Zeitrahmens an anderer Stelle
(höher oder tiefer im Bild) orientiert. Es gibt im Schriftbild sechs farbige Strukturen (1x gelb, 2x rot, 3x blau), die vor jeder
Aufführung gemeinsam besprochen und auf die Instrumente verteilt werden und Klangkonglomerate zum Vorschein bringen, die ansonsten im gesamten Stück nicht verwendet werden dürfen. Ein Spiel mit der musikalischen Bewegung in einer virtuell
vorgegebenen und real vom/im Ensemble erzeugten Klanglandschaft sowie dem Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung bzw. zwischen kollektiver Freiheit und individueller Verantwortung. Dauer: ca. 14 min.
Th. Gerwin 2010
"the secret festival" wurde 2010 für das KlangBildEnsemble Berlin geschrieben und bezieht somit das kreative Potenzial der sieben Musiker (Flöte, Sopransaxophon, Violine, Klavier, Kontrabass, Schlagwerk, Elektronik /Live-Elektronik und eine Live-Video-Projektion) mit ein. Die Komposition ist zeitlich strukturiert und besteht aus 15 ineinander übergehenden Teilen. Innerhalb dieser Teile, der längste dauert 3 Minuten und der kürzeste Teil 20 Sekunden, gibt es verschiedene Vorgaben die sich auf das musikalische Material, das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente und der Elektronik (tutti, solo, duo, trio) beziehen. An zwei Stellen des Stückes treffen sich alle Musiker auf einem bestimmten Ton, halten ihn quasi, jeder auf seine Weise, "am Leben". Das ist bei 03:00 bis 05:00 das f' und bei 07:00 bis 08:00 das e''. Zwischen 04:00 und 05:00 wechselt die Geige ihren Platz und geht für einige Minuten räumlich und akustisch auf Abstand. Die Komposition dauert exakt 14 Minuten, alle Musiker spielen nach einer Stoppuhr, die zu Beginn des Stückes gemeinsam gestartet wird.
S. Stelzenbach 2010
Den wirren Reflexionen des neuen Geläuts der Nikolaikirche folgend, führt uns der Weg von der Langen Brücke über den offenen Alten Markt in die Geschlossenheit des Neuen Marktes bis zum frei stehenden Glockenspiel an der Plantage...weiter mit der Tram zur Humboldtbrücke, unter der uns das Phänomen des Echos erwartet und zu einer spontanen künstlerischen Antwort geradezu herausfordert.
Es ist ein besonderer Streifzug von ca. 90 min durch Potsdams historische Mitte voller akustischer
Entdeckungen, denn so die These dieses Vorhabens: Das fokussierte Hören der uns umgebenden Sounds - innerhalb eines mehrschichtigen Klang-Panoramas - lässt selbst dem geübten Musiker Neues und Bemerkenswertes über unser sensibles, aber im Geräusch-Lärm-Alltag oft vernachlässigtes Gehör und somit auch über unser Selbst erfahren. Es sind die vielfältigen vorder- und hintergründig bemerkbaren, sich mischenden Formen des Rauschens (von Lüftungen, Autoreifen und ersten Belaubungen), kontinuierlicher oder punktueller Rhythmen (von Tierlauten und Maschinen), des Melodischen (in Glockenschlägen, Tramsignalen und Stimmen) im Gefüge eines architektonischen Raumes i.w.S., die unser inneres Ohr zum Gestalter eines jeweils einmaligen Hörfilms in dieser konkreten Stadtstruktur werden lässt.
Michael Schenk - Konzept und Realisierung
Udo Koloska (Saxophon) - Sounds Below The Bridge
In Kooperation mit klangforum brandenburg e.V.
Lena Sperrfechter (Flöte), Miguel Pérez Iñesta (Klarinette), Kinneret Sieradzki (Violine), Yann Merker (Violoncello), Andreas F. Staffel (Klavier), Yvonne Friedli (Sopran),
Neue Lieder und instrumentaler Gesang für Sopran und Ensemble
Bei diesem Stück (realisiert 2006/07) wurden für das Zuspielband Klavierklänge unterschiedlicher Art verschiedenen Bearbeitungsprozessen unterworfen. Es ist durchaus beabsichtigt, dass manche der Klänge längere Ausschwingvorgänge aufweisen. Die elektronische Verfremdung wurde sehr sparsam eingesetzt, nur der letzte Teil des Stücks - quasi ein Epilog - wurde mit mehreren Prozessen bearbeitet (Frequenz-Shifter, Ringmodulator etc.) Die retrograden Klänge (Klavierklänge rückwärts abgespielt) sind Bestandteil des Stückes.
T. Streng 2010
Die raffinierte Sprachkunst Oskar Pastiors hat starke musikalische Wurzeln, so daß sich seine Gedichte oft ganz zwang- und nahtlos mit Musik verbinden lassen. Der Sprachklang komponiert bei Pastior immer mit; für den Musiker ergibt sich die Möglichkeit, diesen Klang entweder direkt zu unterstützen oder ihm eine zweite Schicht von "Musikklang" gegenüberzustellen: dadurch ergeben sich reizvolle, gleichsam kontrapunktische Wirkungen.
Die Musik hat sich aber im allgemeinen eine gewisse Diskretion aufzuerlegen; die Textverständlichkeit soll grundsätzlich gewahrt bleiben. In dem Gedicht "Frescobaldi" macht Pastior die musikalische Logik und ihren Zusammenstoß mit der semantischen Logik direkt zum Thema. Was "Bedeutung" heißt, gerät ins Schweben und entschwindet schließlich in einer Reihe von eleganten Pirouetten.
A. Breier 2010
Aus dem zyklus "vier goethe-lieder 2006" erklingen "an die günstigen" in der originalfassung für gesang und
klavier und "meeresstille" in der fassung für kammerensemble.
zum werk: das erste stück des zyklus' (die freuden) schrieb ich bereits 1996 ursprünglich für mezzosopran und klavier. zehn jahre später folgten drei weitere stücke für altus und klavier, ein auftrag der musikakademie rheinsberg. die instrumentierten fassungen von zweien der vier lieder entstanden auf anregung von andreas f. staffel eigens für dieses konzert.
S. Schellhase
"Dae-Hwa" könnte man mit "Dialog" oder "miteinander sprechen" übersetzen. Und die Schwierigkeiten der Übersetzung zwischen zwei so grundverschiedenen Sprachen bildeten den Ansatz dieses Stückes. Nicht etwa die Übersetzung des Sinnes der Worte, sondern die Art zu sprechen. Der Tonfall der deutschen Sprache ist absolut anders als der meiner eigenen Sprache. Koreanisch wird in kleineren Sätzen gesprochen, die gegenüber den ausgewogenen deutschen Sätzen fast als punktuelle Klangereignisse erscheinen. Zudem wird das Koreanisch meist mit einem viel breiteren Tonumfang ausgesprochen. Wenn ich auf Deutsch spreche, habe ich das Gefühl, weniger melodisch zu sprechen als auf Koreanisch.
Dieses Stück ist der Versuch, einen engagierten Dialog zwischen zwei koreanischen Mädchen musikalisch darzustellen.
Der Titel "mixed doubles" lässt auf eine gewisse Sportbegeisterung schliessen, zumal eine andere meiner Arbeiten
Tischtennisbewegungen und -geräusche als Ausgangsmaterial verwendet. In den vorliegenden, für das Ensemble Anthemion verfertigten Konstellationen zu viert jedoch gibt es keine transformierten Klänge sportlicher Betätigungen oder nachgeahmte Spielverläufe. Strukturen und Klangfarben entfalten sich aus sich selbst heraus, musikalisch autark.
Dennoch: Als das Stück fertig war, setzte sich irgendwie die Wortkombination mixed doubles in meinem Hinterkopf fest,
vielleicht hatte ich sie vorher unterschwellig aufgenommen. Als Titel erschien dies tauglich. Es wird darin lediglich eine
personelle Konstellation beschrieben, ohne sich inhaltlich festzulegen oder etwas vorwegzunehmen... Und plötzlich stellten sich zahlreiche Assoziationen her, manchmal so unmittelbar, dass sie mich teilweise schon wieder störten, denn mir ging es ja eigentlich "nur" um ein Stück pure Musik. Oder gibt es doch eine geheime Polymorphie allen spielerischen Tuns?
R. Hoyer 2010
"Die Nacht" für Mezzosopran und Kammerensemble op. 164 ist für mich ein reizvolles Experiment, die melancholisch sehnsuchtsvolle Stimmung des romantischen Textes mit musikalischen´Mitteln des Gegenwärtigen zu bedienen.
Ich wollte mit heutigen Ausdrucksmitteln vor allem wahrhaftig sein, zumal bekannt ist, dass Eichendorff selbst dem romantischen Ästhetizismus kritisch gegenüber gestanden haben soll. Die Kombination von Altflöte, Bassklarinette, Violine, Violoncello und Klavier bieten klanglich viele Schattierungen, um den Gesang inhaltlich musikalisch zu unterstützen.
G. Näther 2010
Der in sich geschlossene Zyklus "ÜBerLinien" ist Anfang 2010 entstanden. Eine erweiterte Fassung dauert ca. 30 Minuten und ist für Orchester oder größeres Ensemble konzipiert.
ÜBerLinien handelt vom Entstehen und Verstummen von Sprache. Die Komposition berührt Grenzbereiche zwischen Lauten, gesprochenen Wörtern und Gesangslinien. Gesungene Passagen werden von instrumentalen Zwischenspielen (Intermezzi) abgelöst. Es sind sowohl szenische als auch konzertante Aufführungen denkbar. Die Texte stammen von Tim Bookto, Karl Marx, aus dem Fremdwörterduden sowie aus der Tagespresse.
Ian Anderson (Viola), Konstantin Manaev (Violoncello), Malin Grass (Violine), Wojciech Garbowski (Violine),
Susanne Zapf (Violine), Kirsten Harms (Violine), Nikolaus Schlierf (Viola), Cosima Gerhardt (Violoncello), Frank Gutschmidt (Klavier),
Diese Komposition beendete ich im Februar 1996, kurz nach dem Tod von Heiner Müller.
Geschrieben habe ich die Komposition für Frank Gutschmidt, dem sie auch gewidmet ist, und der sie 1996 anlässlich des Internationalen Ferienkurses für zeitgenössische Musik in Darmstadt uraufführte. Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich intensiv mit Heiner Müllers Literatur, besonders seine Lyrik in ihrer tiefen Schönheit beeindruckte mich sehr.
Der glücklose Engel a.d.J. 1949
Ich bin der Engel der Verzweiflung a.d.J. 1979
Glückloser Engel 2 a.d.J. 1991
Glückloser Engel 2
Zwischen Stadt und Stadt
Nach der Mauer der Abgrund
Wind an den Schultern die fremde
Hand am einsamen Fleisch
Der Engel ich höre ihn noch
Aber er hat kein Gesicht mehr als
Deines das ich nicht kenne
Trotz aller Verzweiflung mit dem Wissen um seinen Auftrag wird auch dieser Engel seinen Flug fortsetzen bis er den endgültigen Verlust des Bildes betrauert. Die Klaviermusik V ist eine sehr große Klavierkomposition von 25 min. Es ist nicht beabsichtigt, den literarischen Inhalt des Müllerschen Gedichtes musikalisch zu reflektieren. Vielmehr ist es eine "explosion of a memory" wie es Müller selbst einmal bezeichnete. Die Musik bedarf keines zusätzlichen Kommentars, sie spricht für sich, ihre emotionale Wirkung ist autonom. Ich versuche durch intensive Arbeit mit dem Klangmaterial von dem literarischen Angebot mich zu isolieren, um eine platte Illustration zu vermeiden. Die musikalische Gestaltung erfordert Zeit und Raum um sich zu artikulieren.
P.-H. Dittrich 2010
25. Febr. 1989 während der Biennale für zeitgenössische Musik in Berlin-Ost vom Arditti-Quartett uraufgeführt.
Mein III. Streichquartett ist in Verbindung mit Literatur entstanden, so wie die meisten meiner Werke. Hier benutze ich
einzelne Fragmente aus den Hymnen an die Nacht von Novalis. Im zweiten und vierten Teil habe ich die Texte in die Partitur und in die einzelnen Stimmen der Instrumente geschrieben. Die Textfragmente sind nur für die Musiker bestimmt.
Die Wechselbeziehungen Text-Musik, die die Instrumentalisten zum Notentext parallel verfolgen können, sind Denkmaterial,
welches die Interpretation beeinflusst. Die Komposition ist nicht als musikalische Auslegung der Hymnen an die Nacht konzipiert worden. Meine kompositorische Arbeit begann mit der kritischen Auseinandersetzung des literarischen Textes. Hier fand auch die größte Annäherung an die Poesie statt. In der Komposition wird der poetische Text einer Reduktion unterworfen. Sie besteht in der Auswahl von Textfragmenten. Die poetische Sprache der ausgewählten Fragmente bleibt als stumme Schrift verborgen für die Zuhörer. Die Musik distanziert sich von den konkreten Inhalten und will durch das musikalische Geschehen verstanden werden. Einige Fragmente in dem zweiten Teil der Komposition und ein Fragment aus dem vierten Teil habe ich Hymnen genannt, daneben in Klammern habe ich das Wort Rezitativ gesetzt. Mit Hymne weise ich auf die Textfragmente von Novalis hin, mit Rezitativ auf die spezifisch musikalische Art und Weise, mit der Sprache umzugehen. Die Benennung der Rezitativform war für mich berechtigt, weil sich die Deklamation des Textes im musikalischen Verlauf wiederfindet. Diese Teile unterscheiden sich von den anderen durch ihren deklamatorischen Gestus.
P.-H. Dittrich 2010
Katia Guedes (Sopran), Sabine Vogel (Flöte, Klangobjekte), Thomas Gerwin (Elektronik, Perkussion, Banjo, Gitarre), Henry Mex (Kontrabass), Alex Nowitz (Gesang, Strophonion), Dietrich Petzold (Violine, Viola, Perkussion),
wurde 1990 von Yuri Kasparov unter der Schirmherrschaft des berühmten russischen Komponisten Edison Denisov gegründet. Das Ensemble konzentriert sich auf die Förderung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. MCME hat die jährliche International Young Composers Academy in Tchaikovsky (Ural)organisiert, um junge Komponisten und international anerkannte Komponisten in Workshops zusammenzubringen. MCME hat mit den führenden Komponisten der Welt zusammengearbeitet, darunter Iannis Xenakis, György Kurtág, Beat Furrer, Mark Andre u.a.. MCME hat mehr als 50 CDs für führende CD-Labels aufgenommen, darunter Olympia (Großbritannien), Harmonia Mundi (Frankreich),Triton (Japan)usw. Jede Saison gibt MCME mehr als 70 Konzerte in Russland und im Ausland.
mit Ivan Bushuev (Flöte), Oleg Tantsov (Klarinette), Vladislav Pesin (Violine), Ilia Rubinshtein (Violoncello), Mikhail Dubov (Piano)
Das Stück ist so konzipiert, dass bei jeder neuen Aufführung ein anderes Instrument beteiligt werden kann: entweder eine Xylorimba oder eine Celesta - diese zwei Instrumente sind die erste Wahl - oder ein weiteres Tasteninstrument. Die Komposition Mirage ist - wie der Titel schon sagt - eine musikalisch gedachte Illusion, ein Trugbild, ein immer wieder erst erscheinendes und dann verschwindendes - immer abwechselnd gestaltet, und anschließend sich ganz auflösend.
Der Titel, in Anlehnung an den im März 2018 verstorbenen Wissenschaftler Stephen Hawking und sein berühmtes Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" enthält die mahnende Frage: Ist die Geschichte der Demokratie kurz oder nur die Geschichte über die Demokratie? Nach dem Demokratieindex leben lediglich 4,5 % der Weltbevölkerung in einer echten Demokratie. Es gibt sie auch erst in der Neuzeit. Mit Wahlrecht für alle Staatsbürger der betreffenden Länder, unabhängig von ihrem Geschlecht, setzte sie sich erst im 20 Jahrhundert nach und nach durch und damit auch eine zumindest gesetzlich verbriefte Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sowie ethnischen und religiösen Minderheiten. Eine Geschichte, die vielleicht mit der Bill of Rights 1689 in England begann, ist bis heute nicht wirklich vollzogen. Sie ist momentan der Gefahr ausgesetzt, selbst in etablierten demokratischen Staatsformen, in ihren Grundsäulen zurückgedrängt zu werden. Diese Gedanken bildeten meinen Leitfaden für die Komposition mit Aspekten wie Macht, Unterdrückung, Gleichschaltung versus Gleichberechtigung, Stimmenvielfalt und Individualismus.
Der Titel bezieht sich auf den berühmten antiken Mythos eines musikalischen Wettbewerbs zwischen dem phrygischen Satyr Marcius und dem Gott Apollo. Diese virtuose Komposition enthält viele neuen Flöten-Spieltechniken.
sind Vokalensemble, Musikperformer, Musiktheatermacher, Komponistenkollektiv. Sie sind Spezialisten in den Schnittmengen von Musik und Theater, Musik und Sprache, in der Durchdringung von Musik und Raum, von Klang und Stille. Die Maulwerker kommen aus den unterschiedlichsten künstlerischen Bereichen wie Gesang, Komposition, Performance, intermediale Kunst, Instrumentalspiel, Schauspiel und Regie. Alle Maulwerker sind neben ihren Aktivitäten im Ensemble auch solistisch tätig und verstehen das Ensemble als einen Zusammenschluss einzelner Künstlerpersönlichkeiten.
Maulwerker: Ariane Jeßulat, Henrik Kairies, Christian Kesten, Katarina Rasinski, Tilmann Walzer, Steffi Weismann
Das deutsch-französische Duo Klariac mit Christine Paté und Matthias Badczong musiziert seit 1996 zusammen. Aus dem sich stetig entwickeldem gemeinsamen Interesse an den seltenen und überaus vielschichtigen Klangmöglichkeiten von Akkordeon und Klarinette wurde schnell eine regelmäßige Zusammenarbeit.
Die intensive und experimentierfreudige Klangforschung mit beiden Instrumenten, verbunden mit der Neugier auf andere heutige Kunstformen, wie beispielsweise der Bildenden Kunst, ergab ganz automatisch die zeitgenössische Musik als Hauptbetätigungsfeld der beiden Protagonisten. Gleichzeitig behielten sich beide eine breit gefächerte Offenheit gegenüber vielen Facetten der Musikgeschichte, über Genre- und Generationsgrenzen hinweg, bei.
Christine Paté (Akkordeon), Matthias Badczong (Klarinette),
mit Christine Paté (Akkordeon), Matthias Badczong (Klarinette, Baßklarinette)
Manchmal erscheint es mir, als hinterließen Klänge Spuren in der Luft, als würden sie sich eingravieren. Der Nachhall eines Tones in einem großen Raum mag diesen Vorgang verdeutlichen.
Doch nehmen wir diesen Vorgang meist nicht wahr, weil er sich zu schnell abbaut und unser Augenmerk, oder besser: Ohrenmerk auf anderes gerichtet ist. Was aber, wenn die Klänge länger blieben...?
Die Komposition ist direkt vor einem längeren Aufenthalt in der Türkei entstanden. Ursprünglich ist sie für Alt-Saxophon und Akkordeon komponiert.
Su bedeutet im Türkischen Wasser.
Nach alter Überlieferung ist das Element Wasser nach Merkmal, Wesen und Äußerung als fließend, sich ausbreitend und zusammenhaltend charakterisiert. Diese Vorstellung hat in dieser Arbeit den Umgang mit dem musikalischen Material bestimmt.
Wenn musik nicht bewegt, ist sie schlecht komponiert, woran auch ein programmhefttext nichts ändert. Ergreift sie indes, ist sie ihrer bestimmung gerecht geworden, woran auch ein programmhefttext nichts ändert.
Jedwede Art motivischen Denkens (im weitesten Sinne) ist aufgehoben. Innerhalb statischer Akkordflächen entstehen die wechselhaften Bewegungen bzw. unterschiedlichen Dichtezustände.
"Flurry“ ist ein an sich schon in sich schillerndes Wort – es kann übersetzt „umspringende leichte Brise“, „hektische Aktivität“, „plötzliches Durcheinander“, „Windstoß“ oder auch „Nervosität“ bedeuten. „Glitzernde“ Klangmomente und umspringende Stimmungen, wechselnde Informationsdichten, abrupte Unterbrechungen und unerwartete Wendungen sind das Charakteristikum des vorliegenden „Flurry“.
Ein Klang-Raum-Zeit-Gefüge in 7 Sätzen exploriert und bespielt sowohl den musikalischen als auch den akustischen realen Klangraum der Konzertaufführung. Die Zuhörer befinden sich dabei mitten im klingenden Geschehen. Uraufführung beim „Internationalen Klangkunstfest Berlin“ 2015 durch Klariac, dem es auch gewidmet ist.
Trio SurPlus
Christian Kemper – Oboe, Daniel Lorenzo – Piano, Olaf Tzschoppe - Schlagzeug
Trio SurPlus wurde gegründet von Mitgliedern des in Freiburg im Breisgau ansässigen Ensemble SurPlus, das seine Projekte seit der Gründung im Jahr 1992 mit dem Ziel konzipiert, neue und unbekannte Kompositionen unabhängig von deren Stil sowie intellektuellen oder technischen Anforderungen zu interpretieren. Trio SurPlus trat in den folgenden Jahren mit zahlreichen Uraufführungen in Erscheinung und initiierte dabei die Entstehung eines Repertoires für die ungewöhnliche Besetzung mit Oboe, Klavier und Schlagzeug. Konzertreisen und Masterclasses führten das Trio ins europäische Ausland, nach Kanada, in die USA und nach Südostasien, zuletzt 2017 als Ensemble in Residenz am Yong Siew Toh Conservatory of Music in Singapur. Eine CD ist bei der Edition Zeitklang erschienen.
Olaf Tzschoppe (Schlagzeug), Christian Kemper (Oboe), Daniel Lorenzo (Klavier),
Leitung: Olaf Tzschoppe
„Zwischen 2002 – 2018 komponierte ich eine Reihe von Werken für sehr unterschiedliche Besetzungen mit dem gemeinsamen Titel „InnenZeit“. Alle diese Werke schöpfen ihre Ideen aus der Spannung zwischen der objektiv und subjektiv erlebten Zeit. Die komplette Fassung von „InnenZeit IV a und b“ lässt einen Kontrast entstehen: zwischen den brüchigen Klangspuren im Teil a (2018) und den bewegten, wechselnden Klangflächen im Teil b (2005). Das Werk ist dem Trio SurPlus gewidmet.“
Triton ist der Name eines griechischen Meeresgottes. Die Komposition mit wechselhaftem Charakter steht dem Capriccio nahe, und ist von den Launen der See inspiriert. Im Titel sind auch noch sowohl der Begriff Tritonus enthalten, welcher das wichtigste musikalische Intervall der Komposition benennt, als auch der Begriff Trio, der die Größe des Ensembles beinhaltet.
Der Titel der Komposition Spettrale bedeutet im Italienischen einmal ”gespenstisch” und zudem auch ”spektral” im physikalischen Sinn. Für dieses Stück wichtiger ist die erste Bedeutung, da sich die Idee einer ”Geistermusik” darin auf unterschiedliche Weise zeigt. Nach dem musikalisch kompakten Beginn verdichtet sich die Musik zu einem Ausdrucksfeld, in dem die Ausführenden beginnen, den Klang auf unterschiedliche Weisen zu Steuern. Gesten und Figuren treten aus dem Hintergrund hervor, bewegen sich teilweise an den Rändern musikalischen Ausdrucks, verlieren dann wiederum ihre Gegenständlichkeit und beginnen als geisterhafte, unbewusste Ahnungen der Vergangenheit zu wirken
Imagination (lateinisch imago “Das Bild”) ist ein Begriff für bildhaft anschauliches Vorstellen. Darunter wird die psychische Fähigkeit verstanden, sich abwesende Gegenstände, Personen, Oder Situationen in Form von Vorstellungen zu vergegenwärtigen ( siehe Brockhaus - Lex.). Insofern war für mich die Wahl der Titelbezeichnung als konzeptioneller Ausgangspunkt interessant, einen musikalischen Prozess zu entwickeln, aus dessen Rezeption heraus in der Fantasie des jeweiligen Zuhörers “imaginäre” Bilder oder Vorgänge entstehen. Diesem Ansinnen sollten die musikalischen Abläufe insofern Rechnung tragen, nicht einer unmittelbaren Wirkung den Vorrang, sondern der Fantasie des Rezipienten Raum zu geben.
Ionobia führt meine Untersuchungen zu einer „Dynamik der Kräfte“ (force dynamics) in der Musik fort. Force dynamics ist ursprünglich ein sprachwissenschaftlicher Begriff. Er beschreibt die Beziehungen zwischen den Bestandteilen eines Satzes als Resultat von Beeinflussungen. Gleich zu Beginn von Ionobia wird dies spürbar, wenn das Schlagzeug den Klang der Oboe auslöst, als ob ein Licht an- und ausgeschaltet würde. Das Klavier dagegen geht auf die Beziehung zwischen Schlagzeug und Oboe nicht ein. Es koexistiert mit ihnen, so wie wir mit Fremden koexistieren, die möglicherweise in eine hitzige Auseinandersetzung vertieft sind, während wir die Straße hinuntergehen. In sprachlichen Zusammenhängen können recht komplexe kraftdynamische Beziehungen entstehen, die sich auch auf soziale und psychologische Verhältnisse ausdehnen. (Übers. C.K.)
Das Ensemble entstand am 30. November 2022 anläßlich des VR-Raum-Testkonzertes
Antje Messerschmidt (Violine), Damir Bačikin (Trompete),
mit Antje Messerschmidt vl und Damir Bacikin tp
Antje Messerschmidt (Violine), Damir Bačikin (Trompete),
„Wherever we are, what we hear is mostly noise. When we ignore it, it disturbs us. When we listen to it, we find it fascinating.“
4’33 ist das wohl berühmteste Stück des US-amerikanischen Komponisten und Künstlers John Milton Cage Jr. Ein Werk, das mit der – vermeintlichen – Stille spielt. Denn der Inhalt von 4’33 definiert sich keineswegs durch die totale Lautlosigkeit, sondern ist geprägt durch die Umgebungsgeräusche, die das Ohr des Zuhörers während der Performance erreichen. Eine Anregung zum Nachdenken über Stille und Musik – und über den Faktor Zeit. Denn Cage sagt auch: „If something is boring after two minutes, try it for four. If still boring, then eight. Then sixteen. Then thirty-two. Eventually one discovers that it is not boring at all.“
Beide Zitate aus The Future of Music: Credo (1937)
Am 29. August 1952 wurde 4’33, das zuweilen auch einfach „Tacet“ genannt wird in der Maverick Concert Hall in Woodstock (New York) durch den Pianisten David Tudor uraufgeführt, der die drei Sätze lediglich durch Schließen und Öffnen des Klavierdeckels anzeigte.
“Bad Weeds“, Unkraut, ist mein erstes vollendetes Stück nach einer längeren Kompositionspause. Es reflektiert eine Reihe persönlicher Erfahrungen aus dieser Pausen-Zeit, nicht zuletzt das Verhalten bestimmter Pflanzen im Garten. Deren Wachstumsprozesse haben mich durch ihre Nichtlinearität wie durch ihre fast explosive Kraft gleichermaßen beeindruckt. Zudem ergab sich dadurch ein Anlass, auch weitere Aspekte meines Komponierens neu zu überdenken.
Gemeinsam mit anderen einer guten Idee zu folgen ist eine großartige Sache - einer einzelnen Person zu folgen mitunter problematisch. Die Aufforderung zu folgen weckt gelegentlich den Impuls, es gerade nicht zu tun. Ein Ausbruch ist nötig, soll Individualität bewahrt werden.
Ungeachtet dessen, dass „follow me“ auch der Titel eines lasziven Songs von Amanda Lear aus dem Jahr 1978 ist, oder dass dieser Schriftzug auf dem Lotsenfahrzeug eines Airport-Rollfeldes steht, oder dass eine spezielle Tandem-Kupplung für`s Fahrrad so heißt – in diesem Musikstück bezeichnet der Titel sehr direkt den spielerischen Vorgang, die musikalische Entwicklung zwischen den beiden Instrumenten und den Klängen der Zuspielebene.
Das 2012 gegründete Ensemble für Neue Musik Tallinn (ENMT) ist international das aktivste estnische Ensemble für zeitgenössische Musik und eine bedeutende Plattform, um neue Musik zu erleben und ihre Möglichkeiten zu erweitern. Das Ensemble arbeitet eng mit vielen Festivals in ganz Europa zusammen: Mixtur Festival in Barcelona, Warschauer Herbst, Musikprotokoll in Graz, Ostrauer Musiktage, Inner Sound New Arts Festival in Bukarest, IGNM Weltmusiktage, Estnisch-baltische Musiktage, Resonanta Association in Paris, Unerhörte Musik in Berlin, Fylkingen in Stockholm. Neben Kompositionsaufträge an estnischen und ausländischen Komponisten, bringt das ENMT viele Werke von wichtigen Komponisten zeitgenössischer Musik zur Aufführung. Seit 2017 organisiert ENMT das Festival Sound Plasma, das der Alternativen Intonationen gewidmet ist. Künstlerischer Leiter des Ensembles ist der Komponist und Dirigent Arash Yazdani.
Bei den „intersonanzen“ 2023 spielt das Ensemble mit Karolina Ledo fl, Helena Tuuling kl, Toomas Vana trb, Toomas Hendrik Ellervee vl, Mairit Mitt-Bronikowska vla
Karolina Ledo (Flöte), Helena Tuuling (Klarinette), Toomas Vana (Posaune), Toomas Hendrik Ellervee (Violine), Marit Mitt-Bronikowska (Viola),
Ensemble for New Music Tallin:
Karolina Ledo fl
Helena Tuuling kl
Toomas Vana trb
Toomas Hendrik Ellervee vl
Mairit Mitt-Bronikowska vla
Gudrun Reschke (Oboe), Theo Nabicht (Bassklarinette, Altsaxophon), Winfried Rager (Klarinette), Frank Gutschmidt (Klavier), Ekkehard Windrich (Violine), Ringela Riemke (Violoncello),
Dieter Noll dirigiert
Alex Nowitz, Stimme (als Gast)
Aleks Kolkowski (Violine, Viola), Alexander Alexandrov (Fagott, Bassetthorn), Natalia Pschenitschnikowa (Flöte, Stimme), Mikhail Zhukov (Perkussion), Vladimir Volkov (Kontrabass), Vladimir Miller (Klavier, Dirigent),
Gast: Alex Nowitz (Gesang, Strophonion)
Kompositionen von Vladimir Miller und Alex Nowitz
Erik Drescher (Flöte, Glissandoflöte, Bassflöte), Matthias Bauer (Kontrabass),
Die "folianten" sind eine Erweiterung der "graphischen Notation" wie sie in den 50er Jahren entstanden ist (Beispiele finden sich in den Arbeiten von Earle Brown, Sylvano Bussotti, Cornelius Cardew): eine Erweiterung in die 3. Dimension mit einer verstärkten Verwendung von Farbe und einem vielseitigen Gebrauch von beweglichen transparenten Materialien (John Cage hat solche Materialien bereits 1958 in "Variations I" eingeführt). Eben diese Dreidimensionalität und die Beweglichkeit sind das Entscheidende. Erstere, da sie es diesen Werken ermöglicht, im Prinzip unabhängig von jeglichen Gedanken an bekannte musikalische Notation zu bestehen (Zeichen und Bilder auf einer Fläche, die zueinander in Beziehung gebracht werden durch vertikale und horizontale Koordinaten). Zweite, da sie erlaubt, ein plastisches Konzept auf Musikalisches anzuwenden (hinsichtlich der Notation) Ungeachtet ihrer Präsenz und Eigenständigkeit als visuelle und plastische Objekte beinhaltet die Bildsprache dieser Werke viel Musikalisches. Sie verkörpern Teile von Musikinstrumenten, verdeutlicht durch die Benennung bestimmter Instrumente. Sie sind elegante Darstellungen musikalischen Materials. Und sie sind auch für einen musikalischen Gebrauch bestimmt, d.h. um Musik zu machen. (…) Christian Wolff
Erik Drescher (Flöte, Glissandoflöte, Bassflöte), Matthias Bauer (Kontrabass),
„Mich hat das Phänomen des Verdoppelns, aber auch des Verzerrens in einem Schattenbild interessiert und resultierend aus diesem Ineinanderschneiden von Stimmen das Entstehen von Prozesshaftem“, so Beat Furrer zu „linea dell’orizzonte“, seiner Komposition für das Ensemble Ascolta (Donaueschingen 2012). Aus diesem Formgedanken ist auch Ira – Arca für Bassflöte und Kontrabass entstanden, das von Eva Furrer und Uli Fussenegger 2012 in Wien uraufgeführt wurde. Der Titel bezeichnet, so Beat Furrer, „ein Gestaltungsprinzip der Inkamusiken. Jede Melodie ergänzt sich hoquetusartig abwechselnd aus quasi einatmenden und ausatmenden Teilen. Dies wird hier zum formalen Prinzip. Ira – Arca ist eine Studie über die Form und vielleicht noch etwas mehr.“
Marie Luise Maintz (aus [t]akte 2/2012)
Erik Drescher (Flöte, Glissandoflöte, Bassflöte), Matthias Bauer (Kontrabass),
Sie kannten den Nachthimmel sehr genau. Sie waren Forscher von höchstem Rang, an berühmten Universitäten, in Staatsdiensten. Sie hatten ein großes Fernrohr gebaut, das bis dahin größte, beste. Mit diesem betrachteten sie, als die Witterung günstig war, den Mond.
Sie sahen Landschaften mit Gebirgen und Ozeanen, Seen und grünen Tälern. Sie sahen kunstvolle Kanäle und Gebäude. Sie sahen Tiere sich in großer Anmut bewegen. Sie sahen Fledermausmenschen ihre Flügel ausspannen und „...benannten die Classe dieser Geschöpfe mit dem wissenschaftlichen Namen vespertilio-homo und es sind ohne Zweifel unschuldige glückliche Creaturen, obgleich einige ihrer Vergnügungen sich nur schlecht mit unsern irdischen Ansichten vom Decorum vertragen würden“.
Die „Neuesten Berichte ... über Sir John Herschel´s höchst merkwürdige astronomische Entdeckungen den Mond und seine Bewohner betreffend ...“ aus dem Jahr 1836 zeichnen ein friedliches Bild. Doch würden wir einmal vom Mond aus die Erde und ihre Bewohner mit einem guten Fernrohr in Augenschein nehmen...
Erik Drescher (Flöten), Matthias Bauer (Kontrabass), Ralf Hoyer (Klangregie)
Erik Drescher (Flöte, Glissandoflöte, Bassflöte), Matthias Bauer (Kontrabass),
In seinem Stück Misserfolg lässt Tom Johnson seinen feinen, bisweilen hintersinnigen Humor freien Lauf, in dem sich der Musiker während des Spielens über die Paradoxie auslässt, dass sein Spiel zum Scheitern verurteilt ist und daher im Sinne des Titels zum Erfolg führen muss, obwohl das Stück vom Misserfolg handelt.
Erik Drescher (Flöte, Glissandoflöte, Bassflöte), Matthias Bauer (Kontrabass),
Das Berliner Saxophon Quartett ist ein 1983 gegründetes Kammermusikensemble. Seine Mitglieder sind:[1]
Clemens Hoffmann, Sopransaxophon
Theo Nabicht, Altsaxophon
Christof Griese, Tenorsaxophon (Gründungsmitglied)
Friedemann Graef, Baritonsaxophon
Mitglieder waren zeitweise auch Matthias Zippel, Klaus Kreczmarsky, Rainer Ehrhardt und Detlef Bensmann.[2]
Das vielfältige Repertoire umfasst anspruchsvolle Unterhaltungsmusik, Originalkompositionen, Jazz und zeitgenössische „ernste Musik“ sowie Transkriptionen z. B. der Kunst der Fuge von Bach.[3]
Sie tourten 1993 bis 1997 in den USA, wobei sie in der Carnegie Hall ein Konzert mit neun Uraufführungen amerikanischer Komponisten gaben. Des Weiteren hatten sie Tourneen durch Frankreich, Ungarn, Italien, Luxemburg und Polen.
Sie spielten eine Reihe von CDs ein, darunter Musique pour faire plaisir und 12 notes, 4 musicians and the blues (BIT Musikverlag, Berlin), Renaissance (cpo-Records, Osnabrück, 2011)[4], Die Kunst der Fuge (cpo-Records), Saxophon Quartette, Vol. 2 (150 Jahre Saxophonquartette) und Das Saxophon (Koch Records), Saxophonie (Opus Records), Emsdettener Totentanz (MCC, Boston, Kompositionen von William Thomas McKinley und Friedemann Graef) und CD-Aufnahmen der Komponisten Werner Haentjes, Michael Sell, Dietrich Erdmann und Harald Genzmer.
wikipedia
Bernd Brückner (Saxophon), Matthias Zippel (Saxophon), Christof Griese (Saxophon), Friedemann Graef (Saxophon),
Werke von Jean Francaix, Ed Schuller, Friedemann Graef, Thomas Albert, Christof Griese und Improvisationen von Bernd Brückner, Matthias Zippel , Christof Griese, Friedemann Graef
Ernst-Ludwig Petrowsky (Saxophon, Klarinette, Flöte), Pinguin Moschner (Tuba), Ulrich Weber (Trompete),
... aufeinander abgestimmt zu sein bedeutet, dass keine Gemütsregung unterdrückt, keine Stimmung ausgegrenzt ist - alles ist offen ...
neues cottbuser streichquartett+ aus dem 1954 gegründeten küster-quartett hervorgegangen + besteht seit 1992 in der jetztigen besetzung + die vier musiker sind in führenden positionen mitglieder des philharmonischen orchesters des staats-theaters cottbus + zahlreiche konzerte im in- und ausland + rundfunk- und fernsehaufzeichnungen + mitwirkung bei nationalen musikfesten + neben einem umfangreichen repertoire klassischer und romantischer werke besonderes engagement für zeitgenössische musik, einschließlich der kompositionen sorbischer künstler
ars-nova-ensemble berlin + gegründet 1987 durch peter schwarz + die zwölf mitglieder absolvierten ihre gesangsausbildung an berliner musikhochschulen + neben den konzertver-pflichtungen des kammerchores als solisten und innerhalb der berliner rundfunkchöre tätig + europaweite gastspiele + regelmäßige teilnahme an den berliner festwochen + cd-produktion mit werken von berthold goldschmidt + cd mit werken von stockhausen, reimann und messiaen in vorbereitung.
sopran:almut krumbach, ines villanueva, sabine wüsthoff, gaya durando
alt:bettina spreitz-rundfeldt, juliane rothmaler, maria philipps, sibylle juling
tenor:joachim vogt, achim goeres, kai roterberg, jan remmers
bass:jörg gottschick, friedemann gottschick, frank schwemmer, martin backhaus
20 years of joint music-making, 17 internationally acclaimed records, six-time nominees and twice winners of the ‘Fryderyk’ award, concerts given on all continents and a loyal audience. What’s more, 15 years of the Kwartesencja festival, which brings together musicians who, in their ambitious undertaking, know no genre constraints.
Today, the Royal String Quartet is a world-recognized brand. Witnessing their exuberance, artistic ingenuity, penchant for exploration and openness to new challenges, it is hard to believe they have been performing together for so many years. ‘While playing we look for extreme emotions in ourselves’, declare the members of the ensemble. In the quartet’s interpretations critics find a multitude of vivid ‘textures and colours, supported by the insightful knowledge of the musical construction’ (BBC Music Magazine). Their rendition is ‘confident and energetic, characterized by a vast array of dynamics and timbres, with carefully planned, surprising twists’ (Gramophone).
While still students, they came to London to participate in master classes held by the Amadeus Quartet and longingly looked at the chamber musicians’ mecca – Wigmore Hall. Today they can pride themselves on as many as fifteen recitals at this venue. Working on their sound and diligently practising quartet literature classics, they did not suppose they would soon become experts in 20th and 21st century music. In 1998, when they were establishing the quartet at Warsaw Academy of Music, they probably did not suspect that shortly the would combine the classical quartet sound with song, folk, jazz or even club music, while the list of their achievements and successes might be shared by a few more string quartets.
Technical precision, clarity of the musical form and impeccable style are the foundations, on which the Royal String Quartet have been building their reputation. Apart from the Amadeus Quartet, they owe the most to the Alban Berg Quartet (post-graduate studies in Cologne, 2001–2004), the Camerata Quartet and Ryszard Duź from the Wilanów Quartet. Hard work and obtained skills resulted in a series of awards, among others, in Casale Monferato (Italy), Cracow, Kuhmo (Finland) and at the renowned Banff competition. The RSQ were recipients of the Borletti-Buitoni trust award ‘for outstanding musicians on the threshold of their career’ and a Special Award of the Minister of Culture and National Heritage ‘in recognition of contributions to the Polish culture’, while in 2007 the ensemble was nominated for the prestigious Royal Philharmonic Society award.
The sound of the quartet was brought to music lovers from all over the world thanks to their cooperation with BBC: in the years 2004–2006 the ensemble was included in the elite New Generation Artist scheme, which resulted in numerous performances, recordings (part of which, released on CDs, was attached to the BBC Music Magazine) and radio broadcasts. Since then the quartet’s concerts can be regularly heard on Polish Radio 2, BBC 3 and many other radio stations. The RSQ recitals are broadcast by Mezzo TV and TVP Kultura. A special concert performed for Queen Elizabeth II played a significant role in building the quartet’s reputation. Since then, the word ‘royal’ in the ensemble’s name, which, according to its members, was chosen at random, gained quite a new meaning…
The quartet is much appreciated at major world festivals. They have performed five times at the BBC Proms, but also at the City of London Festival, Aldeburgh Festival, West Cork Music in Ireland, Schleswig Holstein and Rheingau Festival in Germany, Ludwig van Beethoven Easter Festival in Warsaw, Sacrum Profanum in Cracow, Wratislavia Cantans in Wrocław and at the Australian Perth International Arts Festival. Apart from Wigmore Hall, the quartet gave recitals at London Cadogan Hall, Amsterdam Concertgebouw, Manchester Bridgewater Hall, National Gallery of Art, Phillips Collection and Smithsonian Institute in Washington (performing on the set of Antonio Stradivari′s instruments), Studio 104 at Paris Maison de la Radio, Le Grand Theatre in Bordeaux, Martinů hall in Prague, Palais des Beaux-Arts in Brussels, Konzerthaus in Vienna and Berlin, Sejong Center in Seoul, Beijing Concert Hall, Stockholm Konserthuset as well as Witold Lutosławski Concert Studio, seats of the Polish National Radio Symphony Orchestra in Katowice and the Warsaw Philharmonic.
In 2008 the quartet’s achievements resulted in starting collaboration with Hyperion Records. The RSQ has become one of the leading ambassadors of the Polish culture. They have recorded 5 albums with quartets by Karol Szymanowski and Ludomir Różycki (premiere recording), complete string quartets by Henryk Mikołaj Górecki, Krzysztof Penderecki and Witold Lutosławski, as well as works by Paweł Szymański and Paweł Mykietyn. Recently they have been commissioned by the Label to record pieces by the British classicist of modernity – James MacMillan (2018). The ensemble’s recordings have been highly acclaimed by critics – Gramophone Magazine (Editor’s Choice), BBC Music Magazine (Disc of the Month), Diapason and The Strad.
The quartet is a passionate follower of achievements by avant-garde composers of young generation. They are fully involved in working on new pieces, learning unconventional techniques and undertaking unusual tasks (acting ones included!). This has resulted in, among other things, releasing a DVD Liminal Studies with audio-visual compositions by Wojtek Blecharz and a CD Umbrae with quartets by Andrzej Kwieciński (Bôłt Records 2017). The quartet has twice received the ‘Fryderyk’ award by the Polish Phonographic Academy for their records released by DUX and BeArTon labels.
Among musicians who have become the quartet’s artistic friends are the finest instrumentalists and singers, such as Angela Hewitt, Sir Thomas Allen, Mark Padmore, Urszula Kryger, Stephen Kovacevich, Janusz Olejniczak, Martin Fröst, Ingolf Wunder, Maciej Frąckiewicz, Marcin Zdunik Andrzej Bauer, Łukasz Kuropaczewski, Wojciech Świtała, Škampa, Śląski and Kwadrofonik quartets.
The desire to overcome classical conventions, seeking new forms of expression and the need to reach further than the philharmonic audience led to unique meetings with artists inhabiting completely different corners of the music scene. It is worth noting that the album Kayah & Royal Quartet (Kayax/Agora 2010) gained wide acclaim and was awarded a Gold Record. Another non-classical project was a theatrical undertaking Nowa Warszawa – a song recital about the capital city, refinely arranged by Bartek Wąsik and sung by Stanisława Celińska (Nowy Teatr 2012).
In 2004 the RSQ created their own festival – Kwartesencja. Today it is one of the most important music events in Warsaw, which recalls great classics of chamber music, but, first and foremost, proves that music does not have to be a cliché dressed up in a tailcoat, but an interesting, surprising, oftentimes uncanny art of sounds, which brilliantly describes the modern world. It was during the Kwartesencja festival when works by Paweł Szymański, Wojciech Blecharz, Andrzej Kwieciński, Zygmunt Konieczny, Marcin Stańczyk, composed especially for the RSQ, were given their world premiere.
For many years now the RSQ have been sharing their knowledge and experience with younger chamber musicians. In the years 2012–2015 they were Quartet-In-Residence at Belfast’s Queen’s University. For the last 10 years they have remained faithful to their master classes in Rybna, and, on a regular basis, teach at Chopin University of Music and Warsaw music schools.
Openness, the will to experiment and an incessant search for their own artistic truth cause that the Royal String Quartet does not lose momentum, not to mention falling into routine. ‘After 20 years of working together we still don’t know everything about one another’, say its members. That is why they manage to continuously surprise their audience and themselves alike.
Izabella Szalaj-Zimak (Violine), Elwira Przybylowska (Violine), Pawel Czarny (Viola), Michal Pepol (Violoncello),
Dies ist die zweite Komposition aus der neuen Werkreihe „BiPol“ bei der sich die klingende Kunst in einem mehrdimensionalen Koordinatensystem zwischen verschiedenen Extremen bewegt und immer wieder neu positioniert. In den 4 Sätzen dieses Streichquartetts geht es um extreme Positionen von Chromatik>
Nach dem Besuch von: Gerhard Richter- Panorama 2012 in der neuen Nationalgalerie Berlin, begann ich am selben mit der Komposition meines dritten Streichquartetts, das sich auf zwei Bilder der Ausstellung bezieht. Die beiden Sätze Woods (Dichotemie) und Epiphanie beziehen sich auf die gleichnamigen Bilder aus unterschiedlichen Schaffensperioden Gerhard Richters. Im ersten Satz wechseln sehr schroffe Akkordteile und schnelle Doppelgriffglissandi mit zartesten Flageolets und Microtönen ab. Dennoch bleibt das Tonmaterial gleich, abwechselnd in verschiedenen Formen und Gestalten. So wie sich im Bild stetig neue Sichtweisen öffnen, wenn man den Betrachtungswinkel verändert. Im zweiten Satz Verkündigung, habe ich versucht, die Maltechnik von Gerhard Richter aus der Phase der frühen siebziger Jahre auf das Gebiet der Musik zu übertragen. Liegende Flächen einzelner temperierter Töne werden durch gleichzeitig langsame und schnelle Glissandibewegungen nach und nach bewegt und entfernen sich allmählich von einem Tonzentrum. Mikrotonale Abweichungen verändern unmerklich die Struktur. Durch die Verwendung von natürlichen und künstlichen Flageoletts werden die Spektren einzelner Töne und Motive hervorgehoben und beleuchtet. So wie das Bild, erscheint uns auch die Musik in einem einzigen Schwebezustand. Die Komposition ist dem einzigartigen Künstler Gerhard Richter gewidmet.
Beim Schreiben des Streichquartettes, habe ich an die Spuren meiner Musiksprache gedacht, den Zuhörern kann es auch als Anregung dienen, über die eigene Vergangenheit und Vergänglichkeit zu reflektieren.
Nadezda Tseluykina (Klavier), Susanne Zapf (Violine),
Das Capriccio schrieb ich im Auftrag des Konzerthauses Berlin für die Veranstaltung „Hope@9pm – Musik und Talk - zu Gast bei Daniel Hope“.
Zu Gast war im März 2017 der Minister für Finanzen Dr. Wolfgang Schäuble, der selbst Geige spielt und ein Musik -und Kunstliebhaber ist: Dies spiegelte sich auch in der von ihm ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe des Bundesfinanzministerium „So klingt Europa“ wider, die in den Jahren seiner Amtszeit stattfand. Dafür konnte ich mein „fuga in circulium vitiosus“ für 16 Gesangssolisten, Streichquartett, Posaune, 4 Kassettenplayer und einen Pater-Noster schreiben. - Das Konzerthaus wollte in der Talkrunde seinen Gast mit einem eigens für ihn geschriebenes Stück überraschen.
Die 3 kurzen Sätze bestehen aus einem gemeinsamen harmonischen Material, das, aus Gründen der leichteren Rezipierbarkeit, stark begrenzt wurde. Dabei bezieht sich der Titel auf die zwielichtigen Atmosphären der Kompositionen, die aus 3 verschiedenen Positionen „gesehen“ werden können, da sie z.B. weder atonal noch tonal sind.
1. Collage: Eine kurze Folge von Tönen, die einen 4-taktigen Abschnitt bilden, erfährt verschiedene Variationen (z.B. Fugato, Elegie etc.), die in einer Art Collage zusammengefügt sind.
2. Lamento: Nach einem 2-taktigen Intro (welches als Intermezzo später 2 wiederkehrt) führt die Geige eine Intervallfolge ein, die, wie bei einem klassischen Lamento, von kleinen Sekunden formbildend dominiert wird. Diese treten bald überwiegend "augmentiert" als Kleine Nonen oder mit deren komplementären Intervall (große Septimen) auf.
3. Ostinato: Ein einfacher ostinater Abschnitt der Geige, der später mit dem Klavier und ein weiteres Mal mit der Geige wiederholt wird, gibt diesem Satz seinen Charakter. Dabei erscheint immer öfter ein kontrapunktartiges Motiv, welches das Ostinato in seiner Formbestimmung ablöst.
VL-SZ gehört zu einer Reihe meiner Kompositionen, welche dem Interpreten eine große Freiheit der Wahl gewähren. Tonhöhe und Timing sind in grafischen Relationen geschrieben. Die Partitur definiert die Dramaturgie, das Klangmaterial und die Dynamik. Zusätzlich hat VL-SZ eine gestische Komponente. Einige Grafismen sind visuell zu zeigen anstelle am Instrument gespielt zu werden.
VL-SZ ist Susanne Zapf gewidmet.
Miniaturen für Klavier ist eine Sammlung von kleinen Klavierstücken von jeweils 1-3 Minuten Länge und unterschiedlicher Schwierigkeit. Die einzelnen Miniaturen sind abgeschlossene, kleine Stücke und können als solche im Konzert präsentiert werden (u.a. als Zugabestücke). Sie verhalten sich aber auch wie Episoden einer Serienstaffel (analog zu Fernsehserien). Je nach Kombination und Konzertkontext entstehen Querbezüge, tun sich neue Perspektiven und Abgründe auf, zeigen sich plötzlich neue Facetten von scheinbar Bekanntem. Die Stücke sind unterschiedlich kombinierbar oder in ein Konzertprogramm einbaubar und eignen sich dazu, unterschiedliche Dramaturgien (Handlungsstränge) zu entwickeln.
Miniaturen entstanden für und in Zusammenarbeit mit der Pianistin Nadezda Tseluykina.
Die Titel der einzelnen Stücke deuten Inhalte und verwendete Techniken an (u.a. in Anlehnung an Techniken des Films). Die Musik ist aber nicht darauf reduzierbar - viel zu oft scheint man auf der falschen Fährte zu sein, öffnen sich ungeahnte Welten oder werden feste Überzeugungen erschüttert.
Wenn musik nicht bewegt, ist sie schlecht komponiert, woran auch ein programmhefttext nichts ändert. Ergreift sie indes, ist sie ihrer bestimmung gerecht geworden, woran auch ein programmhefttext nichts ändert.
Bei den Darmstädter Ferienkursen für neue Musik (1951) kam Stockhausen mit der Musik von Olivier Messiaen insbesondere mit dessen Klavieretude Modes de valeurs et d’intensité, und mit der Sonate für zwei Klaviere des Messiaen-Schülers Goeyvaerts, in Berührung. Die Messiaen-Etude ist das erste Werk, das es unternimmt, die musikalischen Parameter Tonhöhe, Tondauer, Artikulation, Oktavlage nach einheitlichen kompositorischen Prinzipien zu organisieren. Nach dieser Begegnung brach Stockhausen radikal mit seiner bisherigen musikalischen Arbeit und entwickelte Konzepte für seine Serielle Musik, die er konsequent einsetzte. Die Sonatine ist eines seiner allerersten Werke in dieser Technik.
Kurz zur Seriellen Musik…
Die Serielle Musik hat bestimmte Arbeitsmerkmale:
- Streben nach möglichst vollständiger Kontrolle über das Klanggeschehen,
- Lineare Organisation aller relevanter musikalischer Parameter,
- Vermeidung figurativer Elemente wie Themen und Motive,
- Vermeidung existierenden Materials, zB. traditionelle Themen, oder Alltagsgeräusche (als Basis von narrativer Tonbandmusik) Volker Freidel
Salvatore Sciarrino „Sonatina“(1975) für Violine und Klavier
Im Jahre 2017 wurde unter neuem Vorsitz das sogenannte „BVNM ad hoc Ensemble“ gegründet. Improvisationserfahrene Kolleginnen und Kollegen des BVNM e.V. fanden sich für einen ersten Auftritt bei den intersonanzen 2017 für ein Konzert mit frei improvisierter Musik zusammen und beschlossen daraufhin, als Ensemble weiterzuarbeiten. Dies waren zu Beginn - in alphabetischer Reihenfolge - Thomas Gerwin (Banjo, Elektronik, Objekte), Henry Mex (Kontrabass, Stimme, Elektronik), Alex Nowitz (Stimme, Aktionen), Dietrich Petzold (Violine, Viola und singende Säge), Susanne Stelzenbach (Klavier auf den Tasten und innen), Sabine Vogel (Flöten, klingende Objekte, Video). In den Jahren darauf kamen dann Katia Guedes (Sopran, Stimme) sowie Robin Hayward (mikrotonale Tuba) dazu. Diese Besetzung spielte bislang eine Reihe hoch interessanter Konzerte in verschiedenen Besetzungen u.a. auch als Telekonzert mit NAISA Sound Travel Vancouver.
Thomas Gerwin (Elektronik, Perkussion, Banjo, Gitarre), Susanne Stelzenbach (Klavier, Percussion), Sabine Vogel (Flöte, Klangobjekte), Henry Mex (Kontrabass), Alex Nowitz (Gesang, Strophonion), Dietrich Petzold (Violine, Viola, Perkussion),
Um auch der Improvisation, Instant Composition und anderen freien Formen der konzertanten klingenden Kunst im BVNM mehr Gewicht zu verschaffen, wurde letztes Jahr aus namhaften Musiker_innen des Verbands das „BVNM ad hoc Ensemble“ gegründet, das bei den „intersonanzen“ aber auch zu anderen Gelegenheiten spontan gemeinsam Musik erfindet.
Alex Nowitz (Stimme), Sabine Vogel (Flöte), Dietrich Petzold (Violine), Thomas Gerwin (Perkussion und Objekte), Susanne Stelzenbach (Klavier), Henry Mex (Kontrabass)
Alex Nowitz (Stimme), Sabine Vogel (Flöte), Dietrich Petzold (Violine), Thomas Gerwin (Perkussion und Objekte), Susanne Stelzenbach (Klavier), Henry Mex (Kontrabass)
Dietrich Petzold (Violine), Thomas Gerwin (Perkussion und Klangobjekte), Henry Mex (Kontrabass)
Freie Musik - Part 3
Sabine Vogel (Flöten), Susanne Stelzenbach (Klavier), Dietrich Petzold (Violine und Klangobjekte)
Freie Musik - Part 4
Willi Kellers (Schlagzeug), Julie Sassoon (Klavier),
Dieses Duo ist eine transzendente Einheit fast meditativer Improvisationen. Lyrische Melodien und perkussive Ausbrüche, die sich mit Schlagzeugrhythmen aus Bartoks oder Strawinskys Welt überlagern, Jazz, Afrika, Wildheit wechseln mit sehr leisen, fast unhörbaren atmosphärischen Sequenzen ab.
Duo Conradi-Gehlen
Das Duo Conradi-Gehlen wurde von Stefan Conradi und Bernd Gehlen nach gemeinsamer Teilnahme bei der Fernsehaufzeichnung von Mauricio Kagels „Repertoire“ aus „Staatstheater“ im Jahre 1986 gegründet.
Stefan Conradi und Bernd Gehlen studierten zu dieser Zeit bei Professor Wilhelm Bruck an der Hochschule für Musik Karlsruhe.
Bei zahlreichen Konzerten sind bisher Werke von John Cage, Eckart Beinke, Violeta Dinescu, Bernd Franke, Matthias Kaul, Silvana da Lotti, Jörg Mainka, Alexander Raskatov, und vieler anderer ur- oder erstaufgeführt worden.
Das Duo Conradi-Gehlen ist auch im Bereich der Konzertpädagogik und Vermittlung von Neuer Musik an allgemeinbildenden Schulen tätig. Im gesamten Bundesgebiet arbeitet das Duo mit Schulklassen aus allen Schulbereichen, von der Förderschule bis zum Gymnasium, um die verschiedensten Ausdrucksmöglichkeiten Moderner Musik jungen Menschen nahezubringen, selbst zu erfahren und im Konzert zu übermitteln.
Bei den Konzerten von Duo Conradi-Gehlen erklingen neben Konzert- und E-Gitarren eine Vielzahl von weiteren Instrumenten wie Banjo, Stahlsaitengitarre oder Ukulele. Experimentelle Klangerzeuger runden das farbige Klangfarbspektrum ab.
Bernd Gehlen (Gitarre), Stefan Conradi (Gitarre),
Werke von Jan Cyž UA, Violeta Dinescu, Stefan Lienenkämper, Gerhard Stäbler
"Im Anhang findest Du ..." ist ein Stück, dass ich für das Gitarrenduo Gehlen-Conradi geschrieben habe und ist dem Mathematiker DAN TUDOR VUZA gewidmet.
Klaus Schöpp (Flöten (Tenor, Piccolo, Alt, Bass)), Unolf Wänting (Klarinette), Theodor Flindell (Violine), Tomoko Akasaka (Viola), Matias de Oliveira Pinto (Violoncello), Yoriko Ikeya (Klavier), Katia Guedes (Sopran),
Thomas Gerwin „KlangWege“ (2014/20) UA der Neufassung für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine, Viola und Violoncello
Die Musiker nehmen für die Aufführung bestimmte feste Positionen im Raum ein, so dass sie das Publikum in ihrer Mitte vollständig einschließen.
Das Publikum wandert aber nicht umher wie in einer Konzert-Installation, sondern ist konzertant in der Aufmerksamkeit fokussiert. Zentrales Thema dieser Komposition sind Ausbreitung und Bewegungen der Klänge, Strukturen und Linien im Raum. Das Stück ist durchgehend 12-tönig, dazu werden hier „12-Ton-Felder“ eingeführt, die klanglich und agogisch ähnliche Effekte ermöglichen wie in der Minimal-Music. Der Sopran agiert mit seinem dadaistischen Text als integraler Teil des Ensembles. Das Stück entstand im Auftrag des modern art ensembles, dem es auch gewidmet ist.
Fluss ist streng 12-tönig, zumindest am Anfang. Der „Solist“ wird erst später durch die weiteren Akteure aus seiner monotonen Bewegung gerissen und verwirrt, abgelenkt, kehrt jedoch später wieder zurück, wobei ihm ein Ton entfällt……
Die Komposition entstand zwischen 2017 und 2020. Der Titel ist mehrdeutig und bezieht sich einerseits auf jene zwölf Episoden, die unmittelbar ineinander übergehen, und nur durch kurze Schnitte getrennt sind. Eine andere Bedeutung weist auf Charaktere aus dem Stadtteil Berlin-Mitte. Die einzelnen Satzfragmente gleichen kurzen Filmausschnitten, die sich in teilweise abrupten Kontrasten verwandeln. Hierbei wechseln die unterschiedlichen Gruppierungen des Ensembles mit solistischen Abschnitten ab. Die Komposition schließt in einer ruhigen Stimmung, bei der die Musiker einen Text des deutschen Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1843) in ihre Instrumente sprechen und singen. Das Stück ist meiner (aus Mitte stammenden) Lebensgefährtin Anja Widawski gewidmet.
Alex Nowitz „Der Geist Von Gestern—oder: wenn der mensch den menschen nicht mehr trifft“ (2020)
für Sopran und Kammerensemble (Flöte, Klarinette, Klavier, Violine, Viola, Violoncello) UA
„wenn der mensch den menschen nicht mehr trifft/wird der mensch dem menschen fremd.“ Dieser Satz stammt aus dem Text „über die kulturlose zeit“, den ich während der Corona-Krise im Mai 2020 verfasste und der auf der Homepage der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf veröffentlicht ist. Die Komposition setzt sich in Form von fünf musikalischen Kurzszenen mit den Ereignissen und gemachten Erfahrungen jener Wochen auseinander. Ähnlich wie das Klavierstück „Josephs Geist“, im Haydn-Jahr 2009 verfasst, spürt auch diese Version, für Katja Guedes und das Modern Art Ensemble Berlin, jenem Geist von Gestern nach, der des Menschen täglich Denken und Handeln bestimmt und der es ihm grundsätzlich schwermacht, Unbekanntes anzunehmen und über das Ungewohnte hinauszugehen, geschweige denn einen kreativen Umgang mit den Herausforderungen der Zeit zu finden.
Die Anemoi sind die Windgötter aber auch die Windrichtungen mit Ihren Einflüssen im antiken Griechenland. (Boreas - Nordwind; Notos - Südwind; Zephyros - Westwind)
Inspiriert von den Naturgewalten, sind die 3 Kompositionen darüber hinaus auch noch politisch und auch als Hommage an das Geburtsland der Demokratie gedacht.
Mit der weder tonalen noch atonalen Harmonik, und der daraus resultierenden Motivik/Melodik, verfolge ich weiterhin die Absicht, eine Sprache der "neuen musik" zu verwenden, die die Chance hat, auch von einem Zuhörer, der nicht Musik studiert hat, verstanden zu werden und somit auch einem größeren Kreis von Rezipienten musikalisch zugänglich ist.
Den Ausgangspunkt von numbers / … soup of time bildet ein magisches Zahlenquadrat, das auf dem Kupferstich Melancholia I von Albrecht Dürer zu finden ist. In diesem magischen Quadrat sind die Zahlen 1 -16 so in 4 Reihen angeordnet, dass die Summe jeder Reihe, jeder Spalte, jeder Diagonalen, jedes Quadranten, der Eckpunkte, der Zentrumszahlen u.a.m. 34 ergibt. Fasziniert und angezogen vom Konstruktiven habe ich aus diesem Zahlenquadrat musikalische Strukturen abgeleitet, die das Skelett der Komposition bilden.
Mit den Worten von Allen Ginsberg, der in seinem Werk Howl von 1956 den Satz schreibt „… and now you are really in the animal soup of time“ versuche ich, den Weg zu beschreiben, wie in der Suche nach Bedeutung die musikalische Form entstand.
Die 7 Formteile in numbers / … soup of time gehen ohne Pausen ineinander über.
Die lapidaren Gedichte Robert Creeleys werden in konstruktiv scharf konturierte Gesangs-und Instrumentallinien übersetzt, die den jeweiligen Kerngedanken formal entfalten: in Echoes/Umbrae Idearum sind es reperkussierende Intervallzellen, die durch steten Austausch wie Schatten sich gegenseitig relativieren.
Das Ensemble setzt sich seit 2007 intensiv mit der Kammermusikliteratur für Saxophon auseinander und tritt in wichtigen Konzerthäusern wie dem Auditorio Nacional in Madrid, der Kölner Philharmonie sowie in England und China auf. Zudem nimmt das Quartett regelmäßig an Festivals wie der Impuls Academy in Österreich, dem Huddersfield Contemporary Music Festival in England, dem Festival de Música de Monteleón, dem Encontre Internacional de Compositors in Mallorca, dem Romanischen Sommer in Köln oder den Young Euro Classics in Berlin teil.
Das Ensemble ist Preisträger des Concurso Permanente de Jeunesses Musicales España, des Yamaha International Chamber Music Competition in Madrid und des Gianni Bergamo Classic Music Award in Lugano. Es wurde u.a. mit der Goldmedaille des UGDA-Wettbewerbs in Luxembourg und jeweils mit dem 1. Preis des Felix Mendelssohn Bartholdy-Wettbewerbs der deutschen Musikhochschulen, des COOP Music Awards in Mailand, des Re_cre@t International Contemporary Music Competition in Valencia, des Gianni Bergamo Award in Lugano, des 20èmes Concours International de Musique de Chambre d’Illzach ausgezeichnet.
2016 erschien die Debüt-CD bem Label ARS, die begeisterte Kritiken der Fachpresse erhielt. Zu hören war das Fukio Ensemble im Deutschlandfunk, im WDR, bei Resonance Fm, RNE, La2, Radio Catalunya und RTVE.
José Manuel Bañuls Marcos (Tenorsaxophon), Joaquín Sáez Belmonte (Sopransaxophon), Xavier Larsson Paez (Altsaxophon), Xabier Casal Ares (Baritonsaxophon),
NOTAUSGANG schrieb ich 2011 in den Nachtstunden nach der Studioarbeit während meines Aufenthaltes im Schweizer ICST Zürich. Dabei geschah es, ich verpasste den Schließtermin des Institutes und war eingesperrt, aber zum Glück fand ich den Notausgang nach vielen Telefonaten mit Freunden, die mir den Weg zu ihm beschrieben...
Haydn schrieb über 100 Symphonien. Wie soll ich das jemals einholen?
Hilft ja nix. Hier kommen schon einmal 10 Stück.
Zona Temporis ist ein Spiel mit der Konzeption einer "linearen Zeit" als Folge unserer Wahrnehmung. Die Muster in der Musik sollten rhythmisch so genau wie eine Uhr sein. Die Transpositionen der Muster und Intervalle basieren auf einem sexagesimalen System, das das Zeitsystem unserer Uhren darstellt. Sie basieren auf Sexten, Terzen und Sekunden.
Kein Werkkommentar
Schostakowitsch schrieb sein achtes Quartett 1960 in der Nähe von Dresden. Er hielt sich dort zu Dreharbeiten für den sowjetischen Film Fünf Tage und fünf Nächte auf, der die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg dokumentieren sollte. Die Interviews, die dazu mit Augenzeugen geführt wurden, beeindruckten ihn so stark, dass er in nur drei Tagen das Quartett schrieb. Das Stück ist ein Schlüsselwerk des Antifaschisten Schostakowitsch, der sein gesamtes Schaffen als Trauerarbeit für die Opfer verstand. Zugleich sollte es sein eigenes Requiem sein. Es enthält eine Fülle von Zitaten aus früheren Werken (l. und 5. Symphonie, 2. Klaviertrio, 1. Cellokonzert, Lady Macbeth von Mzensk.) Außerdem liegt allen Sätzen als Motto ein Motiv zugrunde, das aus den Initialen des Komponisten gebildet ist: D(E)S C H.
Äußerste Klanghärten prägen den hier aufgeführten zweiten Satz. Sie sind unschwer als Metaphern für faschistische Gewalt zu verstehen: im Lauf des Satzes werden alle Themen des ersten, einschließlich des Mottos, brutal entstellt. Nur ein jüdischer Klagegesang aus dem Finale des e-Moll Klaviertrios scheint zu protestieren.
hält an einer nunmehr 15 Jahre alten Obsession fest: eine eigene harmonische und rhythmische Sprache zu konstruieren, mit dem Ziel, ein sprachliches Substrat zu liefern, als Voraussetzung für einen Dialog der Stimmen, für ein subtiles kontrapunktisches Spiel und für Schein-Evidenzen, die die Wahrnehmung auf kognitiver Ebene verunsichern. Das Werk wurde in Erinnerung an den wunderbaren, zu früh verstorbenen Komponisten Julien Copeaux (1975-2003) geschrieben.
(…) What might have been is an abstraction
Remaining a perpetual possibility
Only in a world of speculation.
What might have been and what has been
Point to one end, which is always present.
Footfalls echo in the memory
Down the passage which we did not take
Towards the door we never opened
Into the rose-garden. My words echo
Thus, in your mind.
But to what purpose
Disturbing the dust on a bowl of rose-leaves
I do not know. (…) T.S. Eliot, Four Quartets
Mit dem Trifork-Konzept (Fork = Weggabelungen) habe ich eine Partitur entwickelt, die in Form einer Landkarte aufgebaut ist, deren Form aber auch an eine Löwenzahnblüte erinnert. Jeder Spielpunkt besteht aus einer Kreuzung drei bis fünf sich treffender Wege. Die Musiker müssen an jedem dieser Orte entscheiden in welche Richtung es weitergehen soll, angeraten ist es auszuwürfeln. An jedem Spielpunkt der Partitur befindet sich ein Pattern (Cycle), das aus einer tonalen Kombination der vorangegangenen Spielpunkte besteht und in ständiger Wiederholung wiedergegeben werden soll. Im Startdreieck (Ring 1- Mitte) sind es die drei Töne A, B und C (deutsche Schreibweise). Im 2. Ring sind es Kombinationen aus 3 weiteren Tönen und im 3. Ring kommen die noch fehlenden 6 Töne hinzu, per Dreierkombinationen an den Kreuzungen (Ring 4: Vierer-, Ring 5: Fünferkombinationen).
Einzelne, anschwellende lange Töne, die nach dem Verklingen mit einem slap-tounge staccato abgeschlossen werden, verdichten sich allmählich zu Akkorden. Aus den staccato-Tönen wiederum entwickeln sich alle weiteren rhythmischen und metrischen Ereignisse. Es entstehen schließlich ganze Ketten von Wechselnoten, die nun auf andere Weise liegende Akkorde bilden, mit kleinen Echo-Effekten... Obwohl in dieser deutlich zweigeteilten Komposition mein ursprüngliches Interesse der rein musikalisch-strukturellen Entwicklung galt, kam mir nach der Fertigstellung des Stückes die Assoziation eines Wechselspiels von atmosphärischer Auf- und Entladung in den Sinn, die schließlich zu dem Titel führte.
Der blutige Schaffner (Kontrolle/ Entgleisung) – das könnte auch der Name einer Punkband (etwa „die angefahrenen Schulkinder“ oder „die abstürzenden Brieftauben“) oder der Titel eines surrealistischen Experimentalfilms sein („der andalusische Hund“).
Die in ihren Teilen sehr heterogen angelegte Komposition lässt sich erschließen durch ihr jeweiliges Verhältnis von kontrollierten Passagen zu Ausbrüchen in die Grenzbereiche der Musik und des Instrumentariums, Systeme und deren Verweigerung.
Die Form ist geschlossen, die Form eines Trichters. Zwischen bruitistischen Klangwänden ruht das Zentrum des Stückes: dort wo sich die Interpreten am Rohrende zurechtfinden müssen, wo das fehlende Mundstück neue Einblicke auf die Sprechweise des Instrumentes zulässt, ist auch die Eisenbahn versteckt.
Entstand 1993 an der Musikschule Berlin-Kreuzberg, zunächst stand das Experimentieren mit neuen Spieltechniken und das Improvisieren als Grundlage der Arbeit. Es spielte in seiner Entstehungszeit junge Komponisten wie Sebastian Stier, Steffen Schellhase, Janis Antonopulis und Peter Köszeghy. Aber auch „alte Hasen“ wie Friedrich Schenker, Robert Carl, Friedrich Goldmann, Lothar Voigtländer und Georg Katzer schrieben für das Ensemble. Es hat alljährliche Auftritte zur ″Klangwerkstatt Berlin″, bei den ″Randfestspielen″ Zepernick und mehrfach bei den ″intersonanzen″. So festigte es sich als Festival-Ensemble besonders in Brandenburg und Berlin. Konzertreisen in die Schweiz und nach Korea.
Das Ensembel spielt bei den intersonanzen 2021 mit Matthias Bauer kb, Mike Flemming vla, Andrey Lakisov sax und Nadezda Tseluykina p Leitung, Organisation: Helmut Zapf
Mitglieder:
11 (Flöte, Klarinette, Saxophon, Horn, Perkussion, Klavier, Akkordeon, Viola, Violoncello, Kontrabass).
Programm:
Musik nach 1980, insbesondere Musik von in Berlin und Brandenburg lebenden Komponist*innen, Kompositionsschüler*innen und Studierenden; Uraufführungen (T. Akyol, C. de Gelmini, F. Goldmann, M. Hirsch, G. Katzer, R. Kuwan, S. Lee, A. Lewandowski, J. Mainka, K. Querfurth, R. Rubbert, F. Schenker, E. Veniadis, L. Voigtländer, Y. Xuan, H. Zapf, W. Zimmermann u.a.). Konzertreihen "Randspiele", "Intersonanzen" und "Klangwerkstatt Berlin".
Martin Glück (Flöte), Matthias Bauer (Kontrabass), Yu-Pei Wang (Oboe), Matthias Badczong (Klarinette), Heidi Mockert (Fagott), Meriel Price (Saxophon), Minoru Hirata-Komiya (Horn), Friedemann Werzlau (Schlagzeug), Anna-Katharina Schau (Akkordeon), Heidi Mockert (Fagott), Irina Yudaeva (Saxophon), Kateryna Vashchenko (Violine), Mike Flemming (Viola), Nadezda Tseluykina (Klavier),
Klarinette/Saxophon/Horn/Violoncello/Kontrabass/Posaune/Akkordeon/Klavier
Das „Quartett 2019“ entstand in relativ kurzer Zeit im Frühjahr 2019. Die recht ungewöhnliche Besetzung mit Klavier und Akkordeon hatte ich schon längere Zeit im Hinterkopf, diese beiden Instrumente sollten so etwas wie eine „Rhythmusgruppe“ bilden, die beiden Bläser quasi die Solisten… Ganz streng habe ich mich dann nicht an diese Ausgangsidee gehalten, mir schien es reizvoller, auch mal die Rollen zu tauschen... herausgekommen ist ein meiner Meinung nach sehr spielfreudiges Stück, in dem alle vier Instrumente gleichberechtigt agieren. Erst nach Beendigung der Komposition fiel mir auf, dass tatsächlich kein Instrument eine wie immer geartete Führungsrolle übernommen hat. Frühjahr 2019 Frank Petzold
Die Komposition entstand 2006 für die Vernissage zu einer Ausstellung im Wendischen Museum Cottbus mit Werken von Anna Cermakova, geschaffen während eines längeren Aufenthaltes der tschechischen Künstlerin in der sorbischen Lausitz.
Als Inspiration dienten drei Aquarelle mit Spreewaldmotiven und einem Frauenporträt.
Die drei Miniaturen, überschrieben mit “Am Weiher”, “ im Bootshaus” und “Hanna
Ungerova” sind quasi kurze flüchtige und skizzenhafte Bildabstrakte.
kein Werkkommentar
Es fährt alles an seinen Ort zurück; denn ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub werden. Wer weiß aber, ob der Odem der Menschen aufwärts gen Himmel fahren wird und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde?
AT, Prediger 3, 20/21
Die Serie "Tinguelytudes" ist inspiriert von den Musikmaschinen des Schweizer Künstlers Jean Tinguely. Eine Hommage.
kein Werkkommentar
Die spiralartige Bauart des Horns hat mich zur musikalischen Form der Komposition angeregt, in der ich insbesondere die Melodik rotierend verwende.
Henry Mex; Ich möchte für diese Komposition zwei Hörkonzepte anbieten: Einerseits den Titel mit dem Thema der diesjährigen Intersonanzen: ′Einheit und Differenz in Neuer Musik vor und nach 1989′ in Beziehung setzen und andererseits mein Arbeitskonzept. Bereits im vergangenen Jahr habe ich mich kompositorisch mit Pulsaren beschäftigt. So werden schnell rotierende Neutronensterne bezeichnet. Es sind kollabierte massereiche Sterne, die nach dem Zusammenbruch ihre Eigenrotation beibehalten, diese sich aber durch die Volumenverringerung extrem erhöht. Prof. Harald Lesch nannte in seiner Fernsehsendung ′Alpha Centauri′ (Bayrischer Rundfunk) solch ein Objekt ′Das pulsierende Herz eines toten Sterns′. Die genaue Bezeichnung lautet pulsating source of radio emission (schnell rotierende Radioquelle). Die Erde empfängt, vorausgesetzt sie liegt im Strahlungsfeld des Sterns, die Signale in einem Rhythmus wie von einem Leuchtturm. Die Rotationsdauer eines Pulsars liegt zwischen 0,01 und 8 Sekunden.
Im Jahre 2017 wurde unter neuem Vorsitz das sogenannte „BVNM ad hoc Ensemble“ gegründet. Improvisationserfahrene Kolleginnen und Kollegen des BVNM e.V. fanden sich für einen ersten Auftritt bei den intersonanzen 2017 für ein Konzert mit frei improvisierter Musik zusammen und beschlossen daraufhin, als Ensemble weiterzuarbeiten. Dies waren zu Beginn - in alphabetischer Reihenfolge - Thomas Gerwin (Banjo, Elektronik, Objekte), Henry Mex (Kontrabass, Stimme, Elektronik), Alex Nowitz (Stimme, Aktionen), Dietrich Petzold (Violine, Viola und singende Säge), Susanne Stelzenbach (Klavier auf den Tasten und innen), Sabine Vogel (Flöten, klingende Objekte, Video). In den Jahren darauf kamen dann Katia Guedes (Sopran, Stimme) sowie Robin Hayward (mikrotonale Tuba) dazu. Diese Besetzung spielte bislang eine Reihe hoch interessanter Konzerte in verschiedenen Besetzungen u.a. auch als Telekonzert mit NAISA Sound Travel Vancouver.
Katia Guedes (Sopran), Thomas Gerwin (Elektronik, Perkussion, Banjo, Gitarre), Robin Hayward (Tuba), Alex Nowitz (Gesang, Strophonion), Henry Mex (Kontrabass), Dietrich Petzold (Violine, Viola, Perkussion), Susanne Stelzenbach (Klavier, Percussion), Sabine Vogel (Flöte, Klangobjekte),
Katia Guedes (Stimme), Sabine Vogel (Flöten), Susanne Stelzenbach (Klavier)
Dietrich Petzold (Violine), Robin Hayward (Tuba), Thomas Gerwin (Klangobjekte und Liveelektronik), Henry Mex (Kontrabass)
Sabine Vogel (Flöten und Klangschale), Henry Mex (Kontrabass), Dietrich Petzold (Klangobjekte), Alex Nowitz (Stimme), Susanne Stelzenbach (Klavier), Henry Mex (Kontrabass)
Katia Guedes (Stimme), Dietrich Petzold (Violine), Robin Hayward (Tuba), und Henry Mex (Kontrabass)
Katia Guedes (Stimme), Alex Nowitz (Stimme), Sabine Vogel (Flöten), Dietrich Petzold (Violine), Susanne Stelzenbach (Klavier), Robin Hayward (Tuba), Thomas Gerwin (Klangobjekte, Liveelektronik und Banjo), Henry Mex (Kontrabass)
The Electronic Orchestra Charlottenburg (EOC) explores the improvisation and interpretation of Electroacoustic Music. This includes the interaction of diverse electronic instruments and their spatialization in real time. The EOC was founded at the Electronic Music Studio at Technical University of Berlin within a seminar of the Audio Communication Group. It offers a platform for developing and applying new instruments and concepts in the realm of electroacoustic music.
NEOQUARTET is Polish string quartet focused on performing contemporary classical music.
We are passionate about art and contemporary music. We love to create, play concerts, think outside the box, challenge existing dogmas. We enormously value the possibilities of collaboration with various artists and ensuing mutual inspiration. We are fascinated by making bonds with audience, jumping to other dimensions and catching new perspectives of looking into the world.
Outstanding energy, full commitment, freedom of expression and creation of new developmental paths – these are the main features of NeoQuartet.
NeoQuartet is one of the most interesting, engaging and action-oriented ensembles of contemporary music in Europe. It is a Prize-Winner of prestigious Pomeranian Artistic Award. The ensemble was also nominated to numerous other prizes (Sztorm Roku, Fryderyki). Quartet has recorded 12 CDs released by Polish, German, Greek,, and American labels.
Since 2017, NeoQuartet expanded its instrumental spectrum with electric midi string violins, viola and cello plus synthesizers and loopers beginning with this purchase new, unique musical phenomenon throughout the world. In 2022 first CD with NeoQuartet’s own compositions was released. String Theory album will chart new musical territories of string quartet development in 21st century.
NeoQuartet plays concerts in Poland and abroad. From 2012 to 2021 the ensemble performed over 500 concerts almost in every corner of the world (21 countries) including prestigious concert halls of Carnegie Hall in New York and Forbidden City Concert Hall in Beijing.
Karolina Piątkowska-Nowicka (Violine), Krzysztof Pawłowski (Cello), Michał Markiewicz (Viola), Paweł Kapica (Violine),
Zuvor (19:00 Uhr)
Eröffnungsredner:innen aus Politik und Kultur
Eröffnung transvisuelle Hörstücke und Mediathek 25 Jahre Intersonanzen (täglich) bis 18.5. während der Öffnungszeiten.
Videoarbeiten von Ralf Hoyer residual_risk, Peter Paul Kubitz und Stefan Lienenkämper helldunkel-mittag, Ludger Kisters translucency, Bettina Kuntzsch und Thomas Gerwin Klangbild#1, Veit Lup und Lothar Voigtländer Masse+Macht, Alex Nowitz Searching the Magpie, Rose Schulze und Helmut Zapf Räume II, Zoran Terzić Space People, Sabine Vogel und Phillip Greenlief I see you in the desert an hear the sea
Nach dem Kozert:
80 Jahre Kriegsende: Gespräch mit Ralf Hoyer und Nele Hertling (geb. Schröder)
Hanning Schröder in memoriam: Lied der Moorsoldaten (1952)
Die AUDIO BALLERINAS sind Tänzerinnen, die Klänge erzeugen und gleichzeitig darstellen. Ton und Bewegung verschmelzen zu einer Einheit aus orchestrierten Bewegungen und choreografierten Klängen. In einer raumgreifenden, multiakustischen Performance erkunden sie Topografie, Räume, Geräusche und Lichtverhältnisse.
In ihren Klanggemälden erforschen Gerschlauer | Ullmann die klangliche Positionalität von Mikrotonalität und improvisierter Musik. Ausgehend von visuellen Wandmalereien, die als grafische Partituren fungieren, entstehen fragile, vielschichtige Klangbilder.
Gebhard Ullmann (Saxophon), Philipp Gerschlauer (Saxophon),
von Titus Nessel mit Gebhard Ullmann (Saxophon) und Philipp Gerschlauer (Saxophon) inkl. Konzert
Die Klanginstallation war bis zum 18.5. innerhalb der Öffnungszeiten des FLUXUS+ Museum zu erleben.
Diese Aufnahme in der Kuppel der ehemaligen Flugüberwachungs- und Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg, basiert auf jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit. Zum ersten Mal ist es möglich, mit vier Lautsprechern den gesamten Raumeindruck der Aufnahmesituation naturgetreu und realistisch wiederzugeben. Die Zuhörenden haben dadurch das Gefühl, sich mitten im Raum des Musizierens zu befinden.
Konzert Gerschlauer-Ullmann Murals
In ihren Klanggemälden erforschen Gerschlauer | Ullmann die klangliche Positionalität von Mikrotonalität und improvisierter Musik. Ausgehend von visuellen Wandmalereien, die als grafische Partituren fungieren, entstehen fragile, vielschichtige Klangbilder.
Diese Aufnahme in der Kuppel der ehemaligen Flugüberwachungs- und Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg, basiert auf jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit. Zum ersten Mal ist es möglich, mit vier Lautsprechern den gesamten Raumeindruck der Aufnahmesituation naturgetreu und realistisch wiederzugeben. Die Zuhörenden haben dadurch das Gefühl, sich mitten im Raum des Musizierens zu befinden.
In ihren Klanggemälden erforschen Gerschlauer | Ullmann die klangliche Positionalität von Mikrotonalität und improvisierter Musik. Ausgehend von visuellen Wandmalereien, die als grafische Partituren fungieren, entstehen fragile, vielschichtige Klangbilder.
In ihren Klanggemälden erforschen Gerschlauer | Ullmann die klangliche Positionalität von Mikrotonalität und improvisierter Musik. Ausgehend von visuellen Wandmalereien, die als grafische Partituren fungieren, entstehen fragile, vielschichtige Klangbilder.
Das Ensemble LUX:NM ist ein Spezialensemble für Neue Musik.
Gegründet wurde es 2010 in Berlin von der Saxophonistin Ruth Velten und der Akkordeonistin Silke Lange. Zum Ensemble gehören mehrere ständige Solisten sowie eine Reihe wechselnder Gastmusikerinnen und Gastmusiker. LUX:NM tritt als undirigiertes Ensemble auf. Das Arbeitsfeld umfasst u. a. Kammermusikkonzerte, Performances, Installationen und Musiktheater.
ein multimediales Konzert
(Stipendiat des KI-Programms des Musikfonds) (2025)
Stipendiat des KI-Programms des Musikfonds
Stipendiat des KI-Programms des Musikfonds
Stipendiat des KI-Programms des Musikfonds
Das Klavierduo Takahashi | Lehmann wurde 2009 in Berlin gegründet. Beide Pianisten kennen sich seit ihrem Studium bei Klaus Hellwig an der Universität der Künste Berlin. Seit seiner Gründung hat sich die Konzerttätigkeit des Duos stetig intensiviert. Die Musiker konzertieren in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Korea und Japan. Ebenso folgte das Duo Einladungen zu Festivals wie z.B. „MusicAlp“ (Frankreich) oder dem „Gimhae Festival“ (Korea).
Das Repertoire des Klavierduo Takahashi | Lehmann umfasst neben den traditionellen Werken für Klavier zu vier Händen und für zwei Klaviere auch zahlreiche zum Teil vergessene Originaltranskriptionen bedeutender Komponisten sowie Werke des 20. Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang arbeiten die beiden Pianisten auch immer wieder eng zusammen mit zeitgenössischen Komponisten. Die Programme des Duo Takahashi | Lehmann zeichnen sich durch vielfältige Bezüge der Werke zueinander aus, so dass man häufig von „komponierten Programmen“ sprechen kann. Dabei sind die Bezüge aber keineswegs theoretisch, sondern sinnlich und emotional nachzuvollziehen.
Björn Lehmann (Klavier), Norie Takahashi (Klavier),
Klavierstücke für Solo und Vierhändig
Black Pencil is een game changer band met meer dan duizend jaar muziekgeschiedenis als speelveld. De mogelijkheden van een enorme collectie blokfluiten, panfluiten, altviool, accordeon en percussie zijn eindeloos – net als de nieuwsgierigheid en fantasie van de vijf musici.
Enric Monfort (percussion), Esra Pehlivanli (Viola), Jorge Isaac (Blockflöten), Marko Kassl (Akkordeon), Matthijs Koene (Panflöten),
Cluj-Napoca – Rumänien
Das Ensemble Couleurs aus Cluj-Napoca/Klausenburg, Rumänien wurde 2020 vom Komponisten Alexandru Ștefan Murariu mit dem Ziel gegründet, sowohl moderne als auch zeitgenössische rumänische und internationale Musik zu fördern. In den drei Jahren seiner Tätigkeit wurde das Ensemble Couleurs zur Teilnahme an mehreren hochkarätigen Festivals wie »Brave neue Musik« Sibiu, »Cluj Modern« Cluj-Napoca, »Remus Georgescu Festival« Timișoara und »Meridian International Festival« Bukarest eingeladen. Im Jahr 2023 traten sie im Rahmen eines vom Rumänischen Kulturinstitut über das Cantemir-Programm kofinanzierten Projekts mit dem Titel »Around György Ligeti –romanian contemporary music, ethos and vigurosity« im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie auf.
Irene Kurka (Sopran), Marko Kassl (Akkordeon),
Gast: Marko Kassl (Akkordeon)
Seit Jahrzehnten musiziert das ART Ensemble NRW nicht nur in Nordrhein- Westfalen, sondern Deutschlandweit und im Ausland. Gegründet und geleitet wurde und wird es von Miro Dobrowolny.
Verschiedene Konzerte und Konzertreihen, wie „Neue Musik im Museum“ von 1996-1999 in Düsseldorf, Duisburg, Münster. Bochum, Potsdam, Kassel, die Gladbacher Nachtmusiken 2008-2015, Auftritte in der Tonhalle Düsseldorf oder bei „unerhörte Musik“ im BKA Berlin hat das Ensemble immer wieder durchgeführt. Es hat sich aber auch im Kammeropernbereich betätigt. So u.a. für die Uraufführungs- produktion „Zauberflöte 2.2“ von Susanne Stelzenbach/ Ralf Hoyer im Auftrag der städtischen Bühnen Krefeld/Mönchengladbach (1999, Krefeld, Berlin). Die Uraufführung von Dobrowolnys Kammeropernsatire „Bachs Bieroper“ (2001, Oberhausen) oder dem oratorischen Szenario „Zilverstad (2009, Zagreb, Krefeld). Neben städtischer Förderung wurde die Arbeit des Ensembles immer wieder vom Deutschen Musikrat, vom Kultursekretariat NRW, Landesmusikrat NRW, von Stiftungen, Ministerien und privaten Förderern ermöglicht. Fernseh- bzw. Rundfunksendungen erfolgten beim Hessischen und Westdeutschen Rundfunk. Oftmals wurde das Ensemble zu Festivals eingeladen, wie der Ensemblia Mönchengladbach, den Brandenburgischen Konzerten, dem Rheinischen Musikfest, dem Schönberg Festival in Duisburg, der Bergischen Biennale, der Düsseldorfer Nachtmusik, der Zagreber Biennale und dem Kelemen Festival in Kroatien und dem Encontre de compositors in Palma/ Mallorca, sowie dem Weltmusikfest der IGNM 2005. Im Jahr 2013 war das Ensemble eingeladen zur 27. Musikbiennale Zagreb und dem Zentrum Zeitgenössischer Musik Klagenfurt. Mehrfach trat es beim Hörfest Neue Musik und der Klangwerkstatt in Detmold auf. 2019 trat es erfolgreich bei den Randfestspielen in Zepernick/Berlin und bei den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik auf. Das Ensemble hat seinen Sitz in Düsseldorf – Flingern, wo es in seinem „Klangraum 61“ eigene Veranstaltungen durchführt: Einmal monatlich gestalten Musiker des Ensembles und Gäste die mittlerweile 49 Salons Neue Musik im Klangraum 61 (Salon-Gastspiele: 2017 Wien/ 2018 Hamburg + Köln). Das Ensemble wirkt maßgeblich beim Festival „Klangräume Düsseldorf“ mit und ist das Ensemble in Residenz von Musik 21 e.V., der Düsseldorfer Gesellschaft für Neue Musik. Desweiteren veranstaltet es seit über vierzehn Jahren die Gladbacher Nachtmusik und ab dem Jahr 2017 die Konzertreihe „Werkstattkonzerte“ Im Rathaus Abtei und im BIS Kulturzentrum in Mönchengladbach.
Ursprünglich wollte ich den Titel »Sonnenwind« nur als Metapher für Energie, Licht und Wärme nutzen und um über das Leben auf der Erde, über Klima- und Wachstumskreisläufe nachzudenken.
Aber dann erzählte mir ein Freund, der beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt arbeitet, dass wir uns gerade in einem Aktivitätsmaximum des 22- und des 111- jährigen Sonnenmagnetfeldzyklusses befinden. Die Folge: Sonnenstürme, Strahlungsausbrüche und große Belastungen für Satelliten, Raumsonden und die Telekommunikation, aber auch Polarlichter, die man sogar bis nach Deutschland sehen kann.
Seit seiner Gründung im Jahr 1996 entwickelte sich das Kairos Quartett zu einem der international tätigen Leuchtturm-Ensembles in der Szene der zeitgenössischen Musik. Zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen sowie detailgetreue Interpretationen von dramaturgisch starken Programmen, die oft in engem Kontakt mit Komponierenden und Veranstaltenden kuratiert werden, führten u. a. zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik (Haas Quartette) und ermöglichten die Entfaltung einer weltweiten Karriere (Biennale di Venezia, Cervantino Festival Mexiko, Internationale Ferienkurse in Darmstadt, Festival d’Automne á Paris, MaerzMusik, Salzburger Festspiele, Warschauer Herbst und Wien Modern). Vor der Pandemie debütierte das Quartett beim Festival ″SoundBridge″ in Malaysia und in der Hamburger Elbphilharmonie in der NDR-Reihe ″Das Neue Werk″ mit Unsuk Chin und reiste 2018 und 2019 nach China, 2021 beim Centro Ricerche Musicali in Rom. Im Jahr 2022 präsentierte das Kairos Quartett deutschlandweit die Veranstaltungsreihe LUFT I WURZELN mit fünf verschiedenen spannenden Programmen.
Alexa Renger (Violine), Claudius von Wrochem (Violoncello), Rui C. Antunes (Violine), Simone Heilgendorff (Viola),
Ensemble für aktuelle Musik
Gegründet 2007 durch eine Zusammenarbeit mit Brian Ferneyhough hat sich El Perro Andaluz in kürzester Zeit zu einem der vielseitigsten Ensembles für zeitgenössische Musik und Performance in Deutschland entwickelt. Der Name des Ensembles ist eine Referenz an den Kurzfilm „Un chien andalou“ in Anlehnung an dessen Verbindung von künstlerisch-freundschaftlicher Zusammenarbeit, spielerischer Provokation und dem Aufsuchen neuer Ausdrucksformen. El Perro Andaluz arbeitet seit seinem Bestehen in unterschiedlichen musikalischen Bereichen – Musiktheater, Installation, Konzerte und musikpädagogische Projekte. Dabei ist für das Selbstverständnis des Ensembles die Interpretation existierender Arbeiten genauso wichtig wie die Tatsache, aktiver gestalterischer Partner bei der Entwicklung neuer Werke sein zu können. In der Zusammenarbeit mit mittlerweile mehr als 80 KomponistInnen und Komponisten der Gegenwart hat El Perro Andaluz dieses Selbstverständnis europaweit profilieren können. Mit dem Kulturförderpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet, hat das Ensemble seit 2016 seinen festen Sitz im Dresdner Kulturzentrum «Zentralwerk» und initiiert gemeinsam mit anderen TeilnehmerInnen transdisziplinäre Arbeiten.
2022/23
Antje Blome-Müller (), Barbara Schnabel (Klavier), Bringfried Löffler (Klavier, Vibraphon), Jan Lehmann (Klavier), Kaspar Kaiser (Posaune), Kaveh Jaryani (Tumbak), Olaf Hilgenfeld (Klavier), Sandy Hentschel (Gesang), Stefanie Schastok (Flöte, Vibraphon), Susanne Pudig (Klarinette, Marimba),
Werke von brandenburgischen Komponisten und Studierenden der Universität Potsdam
gerhard rosenfeld, gisbert näther, bringfried löffler, antje blome-müller, katharina förster, olaf hilgenfeld, daniel vogel und kaveh jaryani
BROKEN FRAMES SYNDICATE
spielt zeitgenössische Musik und bringt ganzheitliche Konzerterlebnisse auf die Bühne. Zu elft wollen wir Alternativen zum Gewohnten aufzeigen und stehen ein für die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen. Wir spielen zeitgenössische Interpretationen von Schlüsselwerken der neueren Musikgeschichte und bieten einen multidisziplinären Blick auf außermusikalische Themen.
2018 haben wir uns nach einem gemeinsamen, extrem intensiven Jahr bei der International Ensemble Modern Academy gegründet. Die in Frankfurt gewachsene Energie ist die Basis unserer Spielfreude.
Uns verbindet eine außergewöhnliche Energie, die sich besonders bei Live-Auftritten vermittelt. Zu erleben waren wir unter anderem bei den Wittener Tagen für Neue Musik, in der Kölner Philharmonie, Alte Oper Frankfurt, auf der Gaudeamus Muziekweek, Staatstheater Wiesbaden, Schloss Ludwigsburg, Bauhaus-Universität Weimar, bei der Pyramidale Berlin oder jüngst auf dem Mixtur-Festival in Barcelona.
Bei diesen Gelegenheiten arbeiten wir mit jungen Komponist*innen zusammen und präsentieren deren aktuelle Musik, wobei unser Schwerpunkt auf der Diversifizierung des klassischen Programmes und des Konzertlebens liegt.
Wichtig ist uns dabei die konzeptionelle Durchdringung unserer Programme. Wir nutzen Musik, um Geschichten zu erzählen, zum Diskurs anzuregen, um die Ecke zu denken und um zu neuen Überzeugungen beizutragen.
Bewusst befreien wir uns dabei von veralteten Strukturen und Dogmen des Musikbetriebs.
Broken Frames Syndicate wird unterstützt und gefördert durch das Programm InSzene des Deutschen Musikrats.
Katrin Szamatulski (Flöte), Laura Hovestadt (Viola), Lautaro Mura Fuentealba (Leitung), Lola Rubio (Violine), Moritz Schneidewendt (Klarinette), Nathan Watts (Violoncello), Paul Pape (), Peng-Hui Wang (Fagott), Talvi Hunt (Klavier), William Overcash (Violine), Yu-Ling Chiu (Perkussion),
Gast: Katia Guedes (Sopran)
Eduard Spáčil (Klavier), Jan Brabec (Klarinette), Štěpánka Kutmanová (Violoncello),
Dovilė Sauspreikšaitytė (Violine), Ilona Klusaitė (violine), Mykolas Daugirdas (Viola), Saulius Bartulis (Violoncello),
Das sonic.art Saxophonquartett ist ein Kammermusikensemble mit internationalem Flair. Seine aktuellen Mitglieder stammen aus Weißrussland, Australien, Japan und Deutschland, haben in Paris, Amsterdam, Berlin, Lyon und Wien studiert und leben in Berlin.
Sonic.art wurde 2005 gegründet und hat sich schon bald durch hoch dotierte Preise und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben einen Namen gemacht. So wurde es unter anderem mit dem 1. Preis und dem Grand Prix des Internationalen Kammermusikwettbewerbs für Zeitgenössische Musik in Krakau ausgezeichnet, mit dem Preis des Deutschen Musikwettbewerbs und dem Bergamo Classical Music Award.
Seither führten Tourneen und Meisterkurse die Musiker durch Europa, sowie auch alle anderen Kontinente. Dabei konzertierten sie unter anderem bei renommierten Festivals wie dem Warschauer Herbst, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Kurt Weill Fest, dem Festival de México, dem Festival Symphonique Alger und dem Curitiba Jazz Meeting.
Mit einem Programm zu 100. Geburtstag von Leonard Bernstein gab das Ensemble im Sommer 2018 umjubelte Konzerte von Hamburg bis zum Mosel Musikfestival.
Die Musiker waren als „artist in residence“ beim Canberra International Music Festival in Australien zu Gast, bei den WDR3 Funkhauskonzerten in Köln, den Europäischen Wochen in Passau, im Programm der Bochumer Symphoniker, beim MDR Musiksommer, im Staatstheater Darmstadt, bei der Kammermusikgemeinde Hannover.
Konzerte für Saxophonquartett & Orchester spielte sonic.art mit der Staatskapelle Weimar, den Nürnberger Symphonikern und dem Sinfonieorchester Aachen. 2023 folgt die UA eines Konzertes von Elena Firsova mit dem Brucknerorchester Linz.
Ein besonderes Projekt des Ensembles ist die musikalische Begleitung des legendären dokumentarischen Stummfilms von 1927 „Berlin – Sinfonie der Großstadt“ von Walter Ruttmann. Das lief schon auf einer Tournee in Australien, bei den Musikfestspielen Saar und natürlich auch in Berlin.
Sonic.art hat seinen ganz eigenen Stil gefunden. Die sensible und sorgfältige Auswahl der Projekte, Programme und Kooperationen sowie Bühnenpräsenz, Charme und Feinsinnigkeit der vier Saxophonisten haben sonic.art den Ruf eines hochkarätigen Ensembles eingebracht.
Im Zentrum des Repertoires stehen die reiche Original-Literatur aus der jüngeren Vergangenheit, sowie Arrangements bekannter und beliebter Werke aus allen Epochen. In Kooperation mit zeitgenössischen Komponisten hat das Ensemble auch neue Werke initiiert.
Eine Auswahl des Repertoires, u.a. Werke von Ligeti, Glass, Schostakowitsch und Glasunow sind bisher auf drei CDs in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk beim Leipziger Label GENUIN classics erschienen. Darunter war auch die Ersteinspielung des Werkes ‚Transformation‘ von Sofia Gubaidulina in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Posaunisten Christian Lindberg.
Es folgte eine CD mit eigenen Bearbeitungen von Werken von Astor Piazzolla beim Label MDG.
Januar 2023
Adrian Tully (Saxophon (Sopran)), Alexander Doroshkevich (Saxophon), Annegret Tully (Saxophon), Taewook Ahn (Saxophon),
Brückenkonzert in Eberswalde am 29.Juni.2024 10:30 Uhr Paul-Wunderlich-Haus
Andreas F. Staffel (Klavier), Jan Gerdes (Klavier),
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Koreanische Komponisten bilden seit langem einen festen Bestandteil der hiesigen zeitgenössischen Musikszene. Weit weniger im Fokus stehen jedoch koreanische Instrumente. Das 2007 von Eunsil Kwon gegründete musikalische Kollektiv ENSEMBLE GOOD MORI hat es sich zum Ziel gesetzt, klassisch-koreanische Musik verschiedenster Strömungen einzustudieren und dadurch eine ganz eigene, neue Tradition Moderner Musik zu begründen. Dazu gehören auch Neuvertonungen und Experimente, welche dabei jedoch immer einen typisch koreanischen Klang behalten. Mit diesem Konzept und ihrem geheimnisvoll koreanischen und guten Rhythmus haben die Musiker bereits Erfolge in ganz Korea gefeiert. Zu den Weimarer Frühjahrstagen wird das ENSEMBLE GOOD MORI mit der Besetzung Gayageum (koreanische Wölbbrettzither), Haegeum (zweisaitige koreanische Röhrenspießgeige), Klavier und Violine europäische und asiatische Klangwelten verknüpfen und einzigartige Hörerlebnisse erschaffen. Für die besondere Besetzung entstanden neue Werke der koreanischen Komponisten Seung-Woo Paik, Dae-Seob Han, Il-Joo Lee, Eun-Sil Kwon, sowie der deutschen und italienischen Komponisten Helmut Zapf, Susanne Stelzenbach, Johannes K. Hildebrandt und Andrea Cavallari.
Außerdem werden noch einmal Carin Levine (Flöte) und Naoko Kikuchi (Koto) auf der Bühne der Weimaer Frühjahrstage zu hören sein u.a. mit Werken von Yasutaki Inamori, Erik Janson (UA), Gwyn Pritchard (Deutsche Erstaufführung) und Misato Mochizuki (UA).
Ahreum Lee (Haegeum (zweisaitige Röhrenspießgeige)), Yoojeong Chung (Gayagegeum (Wölbbrettzither)), Youngpil Choi (Klavier),
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Cracow Duo: Kalinowski & Szlezer
Magazine “The Strad” wrote about the Cracow Duo: „Kalinowski and Szlezer, friends since childhood, have a wonderfully natural rapport and there is an arresting quality to their playing that gives life to the music”. They studied together in Cracow and Paris and began to perform together as Cracow Duo over twenty years ago. Since that time their concerts and recordings received the highest critical acclaim in Poland and abroad with reviews in such media outlets as Polish National Radio, Slovenski Rozhlas, Radio Suddeutsche Rundfunk and important magazines and websites such as ClassiqueInfo, Classical Music Review, Res Musica, American Record Guide, Ruch Muzyczny, Twoja Muza, The Strad and Gramophone.
Musicians performed on the most prestigious stages, including Seoul Arts Center in Seoul, Alfred Newman Hall in Los Angeles, Carnegie Hall in New York, Palacio de Bellas Artes in Mexico, Salle Cortot in Paris,
St Martin-in-the-Fields in London and Concertgebouw in Amsterdam. They made tours promoting Polish music in various countries and regions: Middle East (2006); Caucasus (2013); Georgia (2014); USA and South Korea (2015); Mexico (2015; 2016); Brazil and Argentina (2016; 2017); USA (2017); China (2018); Georgia (2019); Moldova (2021); USA (2022); Republic of Korea (2022), Brazil (2023) and USA (2023, 2024) among others. In 2010, they represented their hometown at Krakow Days in Nanjing (China).
Cellist Jan Kalinowski and pianist Marek Szlezer share a special commitment and fascination with music written by rarely performed Polish composers. They tirelessly perform their works. Among their many programs, the Cracow Duo frequently presents compositions for cello and piano by Fryderyk Chopin, Aleksander Tansman, Karol Szymanowski, Zygmunt Stojowski, Szymon Laks, Ludomir Rożycki and Tadeusz Majerski, as well as works by contemporary Polish and foreign composers written specially for them.
Since 2009, Cracow Duo regularly records and releases CDs. Their albums have received numerous awards and distinctions: Aleksander Tansman – works for cello and piano (DUX, 2009), Fryderyk Chopin – complete chamber works (DUX, 2010; with Bartłomiej Nizioł, awarded French critics’ award La Clef de ResMusica and nomination for the Polish Music-lovers Award of Polish Radio Program 3rd), Krzysztof Penderecki – chamber music vol. I (DUX, 2014; awarded the Gramophone Editor’s Choice award). The musicians also took part in the recording of the real life song album by Joanna Freszel (DUX, 2015; awarded the Prix de la SACD). They recorded Dedications (DUX, 2014) presenting compositions written for Cracow Duo by Krakow composers. On the occasion of 15 years of joint artistic activity the book Spod Estrady (2016) was published, Mateusz Borkowski’s interview with artists, as well as the album Memories (DUX, 2016). In 2018, the Warner Classics released the Polish Music Experience album recorded with the Orchestra of the Royal City of Krakow Sinfonietta Cracovia under the baton of Jurek Dybał. In 2021, on the 20th anniversary of the Cracow Duo, musicians recorded an album entitled Classics & Discoveries (DUX, 2021), composed from the most famous pieces for cello and piano combined with lesser-known extraordinary musical discoveries. In 2023, DUX released two albums in the Dedications series (vol. 2 & 3, DUX, 2023), presenting compositions written for the Cracow Duo by Polish composers in years 2011-2022. Recordings of musicians, in addition to favorable reviews have received numerous nominations for the Fryderyk Award (Polish Phonographic Industry Award).
In 2024 they received the Golden Diploma in the Chamber Ensemble category and the Bronze Diploma in the Phonograph Record category of the 4th International Competition „Musical Eagles”. In 2025 they were recognized with Global Music Awards Outstanding Achievement for the album Dedications vol. 2 in the Contemporary Classical category.
A similar understanding of music and common artistic vision coupled with a virtuosity and a concert experience have produced interpretations that are emotional, sincere and spontaneous.
Jan Kalinowski (born 1982) Studied at the Music Academy in Cracow, the École Normale de Musique in Paris and the Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart under the guidance of Professors: Witold Herman, Paul Julien and Peter Buck. He has also taken part in master classes given by David Geringas, Ivan Monighetti and Arto Noras. He received scholarships from Polish and foreign foundations, as well as the City of Cracow, the Malopolska Region and the Ministry of Culture and National Heritage. He has recorded for radio and television, including the cello concertos by Witold Lutosławski (Lebanese National Orchestra, Azerbaijan State Philharmonic) and Marek Stachowski (Beethoven Academy Orchestra). As a solist he has been performing under the baton of many renowned conductors, such as: Rauf Abdullayev, Łukasz Borowicz, Wojciech Czepiel, Jacek Rafał Delekta, Jurek Dybał, Michał Dworzyński, Jacek Kasprzyk, Adam Klocek, Paweł Kotla, Paweł Przytocki, Daniel Rajskin, Jacek Rogala, Maciej Tworek, Alan Urbanek and Antoni Wit. He is Professor and works at the Krzysztof Penderecki Academy of Music in Krakow, where he serves as Dean of the Instrumental Faculty. In 2014 DUX published an album with his artistic project Polish Cello Music containing works by polish composers for cello ensembles from one to eight instruments. Jan Kalinowski also recorded the V Suite by Johann Sebastian Bach for the Bach Society and took part in recording the album: Krzysztof Penderecki – chamber music vol. II Violoncello Totale (DUX, 2017). For his artistic activity and commitment to promote Polish music, he was awarded the honorary badge Meritorious for Polish Culture by the Minister of Culture and National Heritage. From 2012 he plays the instrument by Wojciech Topa.
Marek Szlezer (born 1981) Is one of the most sought-after Polish pianists. His career started with the Grand Prix at the International Piano Competition in Rome at the age of 12. He has studied at the École Normale de Musique in Paris, the Music Academy in Cracow and the Chapelle Musicale Reine Elisabeth in Belgium with Ewa Bukojemska, Abdel Rahman El Bach, Dmitri Bashkirov and Marcella Crudeli. He has held grants from Polish and foreign foundations, as well as the City of Cracow and the Ministry of Culture and National Heritage. He is a prizewinner of many prestigious competitions in Poland and abroad. His consummate performances of Frederic Chopin’s music have won him numerous prizes: 1st Prize at the National Chopin Competition in Warsaw and the special prize of the Chopin National Edition. He had the honor to play a concert on Chopin’s original piano at the Jagiellonian University on the night Poland entered the European Union. Marek Szlezer has performed in such prestigious concert halls as Carnegie Hall, Palais des Beaux Arts, Salle Cortot, Wigmore Hall, St Martin-in-the-Fields, Alfred Newman Hall and NCPA. He has performed with leading orchestras, including the English Chamber Orchestra, National Symphonic Orchestra of Ukraine and the National Polish Radio Symphonic Orchestra. He discovered the piano music of Jadwiga Sarnecka and recorded a selection of her compositions for DUX. He is the author of numerous research papers about piano works of Polish composers, published by Polish Music Publishers and Euphonium, as well as book publications and articles about Polish music. He has recorded several albums (DUX, EMI, Amadeus and Moderato Classics among others), receiving an enthusiastic critical acclaim in prestigious musical magazines (Gramophone, Kulturspiegel, The Strad, Pizzicato, Fanfare, American Record’s Guide among others). He is Professor and works at the Krzysztof Penderecki Academy of Music in Krakow, where he serves as Head of the Piano Department. For his artistic activity and commitment to promote Polish music, he was awarded the Gloria Artis medal by the Minister of Culture and National Heritage. Marek Szlezer is Steinway Artist.
Marek Szlezer (Klavier), Jan Kalinowski (Violoncello),
Bremer Schlagzeugensemble
Das Bremer Schlagzeugensemble unter der künstl. Leitung von Olaf Tzschoppe widmet sich intensiv der Zusammenarbeit mit KomponistInnen. Es spielte zahlreiche Ur- und deutsche Erstaufführungen. Viele Kompositionen entstanden dabei im Rahmen des vom Ensemble initiierten Projekts Schlag>|
Zudem initiiert und partizipiert das Ensemble an Kooperationsprojekten mit jungen SchlagzeugerInnen und KomponistInnen, gab Workshops und war Ensemble in Residenz bei verschiedenen Kompositionsklassen und Komponisten Verbänden.
Es unternahm Konzertreisen ins europäische Ausland und nach Südamerika.
2021 erschien die CD „Schlag>|
Aaron Schröder (Schlagzeug), Hsin Lee (schlagzeug), Kagan Söylerkaya (Schlagzeug), Olaf Tzschoppe (Schlagzeug),
Werke von Volker Freidel UA, Ralf Hoyer UA, Benjamin Lang UA, Andreas Staffel UA, Jan Hansen, Michael Edgerton
niederösterreichisches ensemble für neue musik
Die INÖK setzt dem großen niederösterreichischen Komponisten MAX BRAND, der 1980 in Langenzersdorf verstorben ist, ein musikalisches Denkmal. Auf Initiative von Richard Graf und der künstlerischen Zusammenarbeit mit Christoph Cech fand 2012 die Gründung des MAX BRAND Ensembles – Niederösterreichisches Ensemble für Neue Musik statt.
Das MAX BRAND Ensemble möchte im Geiste des österreichischen Komponisten Max Brand innovative Musik und neue Hörzugänge ermöglichen, ist „neugierig“ auf kompositorische Ideen, die aktuelle und ungewöhnliche Sichtweisen zulassen und damit auch Grenzgebiete ausloten.
Annegret Bauerle (Flöte), Florian Michael Horvath (Klarinette, Saxophon), Joanna Lewis (Violine), Arne Kircher (Violoncello), Richard Graf (Gitarre, Klavier),
Jacek Domagala UA, Thomas Gerwin UA, Gisbert Näther, Susanne Stelzenbach UA Werke von Tadeusz Dixa, Jacek Domagala UA, Andrzej Dziadek, Ursula Erhart-Schwertmann UA, Thomas Gerwin UA, Richard Graf UA, Justina Kowalska-Lasoń UA, Gisbert Näther, Julia Purgina, Susanne Stelzenbach UA
Partita Radicale
Fünf eigensinnige Menschen und MusikerInnen aus Wuppertal und Köln schließen sich zusammen, entwickeln alles im Kollektiv und arbeiten explizit ohne musikalische Leitung: Das war Anfang 1989 der Gründungsgedanke von Partita Radicale. Bis heute hat dieser Gedanke Bestand und beflügelt das Ensemble zu immer neuen, außergewöhnlichen Projekten.
Ute Völker (Akkordeon), Gunda Gottschalk (Violine), Karola Pasquay (Flöte), Ortrud Kegel (Flöte),
Werke von Fabian Blum UA, Katia Guedes UA, Johannes Hildebrandt UA, Henry Mex “Labyrinth” UA
Das Ensemble KNM Berlin steht für die lebendige, aktuelle Musikszene der Metropole Berlin. 1988 gegründet, präsentiert das Ensemble weltweit Kompositionen, Konzertinstallationen und Konzertprojekte in enger Kooperation mit den Künstler*innen. Getragen werden die Programme von der Neugier auf das Unbekannte, von der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen unserer Gegenwart. International bekannt wurde das KNM Berlin nicht nur durch seine wiederholten Gastspiele auf wichtigen europäischen Musikfestivals wie Ars Musica Brüssel, den Donaueschinger Musiktagen, dem Festival d’Automne à Paris, der MaerzMusik, dem UltraSchall Berlin, dem CTM Festival oder Wien Modern, sondern auch durch seine Eigenproduktionen wie »HouseMusik« und Konzertreisen wie an die Carnegie Hall (NYC), das Teatro Colon (Buenos Aires) oder das weltgrößte National Kaohsiung Center for the Arts, Weiwuying (Taiwan).
Bereits in den 1990er Jahren erkundete das Ensemble den Raum in seinen musikalischen, architektonischen und sozial-historischen Implikationen. Seit 2016 engagiert sich das KNM Berlin verstärkt für eine musikalische, mehrperspektivische Vernetzung auf der ganzen Welt. Ob in Argentinien, Indien, Japan, Kambodscha, Korea, Mexiko, Peru oder Taiwan – die Musiker*innen des Ensemble KNM Berlin begegnen mit überraschenden Konzepten und interkulturellen Kooperationen den drängenden Fragen der Globalisierung. Insbesondere mit seinem zweijährigen Projekt »Tunings of the World 2.0« setzte sich das Ensemble mit der Frage auseinander, wie sich lokal geprägte musikalische Identitäten in einer global vernetzten Welt verändern. Das KNM fördert den generationsübergreifenden Austausch in Projekten mit Hochschulen und Nachwuchskomponist*innen, aber auch den Dialog zwischen Profis und Amateurmusiker*innen mit dem KNM campus ensemble. Die Diskographie des Ensembles umfasst über 18 CDs und beinhaltet u. a. Werke von Peter Ablinger, John Cage, Morton Feldman, Beat Furrer und Helmut Oehring. Das KNM wurde 2021 mit »Christophe Bertrand: Vertigo« und zuvor 2009 und 2010 für die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Beat Furrer mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
Kurt Widorski (Trompete), Hector Marroquin (Horn), Ekaterina Kaufmann (Stimme / Percussion), Felix Raffel (Klavier), Alexandra Hofrichter (Klavier), Louis Bona (Viola), Nathalie Hörhold-Ponneau (Violoncello), Fabrizio Tentoni (Klavier),
In diesem Programm präsentieren Studierende des Masterstudienganges Filmmusik an der HFF "Konrad Wolf" Musik zwischen Komposition und Improvisation für ein sechsköpfiges Ensemble.
In einer Art bildfreier Kinosituation wird ein filmmusikalisches Konzept realisiert, in dem das Bild oder der Plot 'gegen Null' tendiert. Dabei geht es um inhaltlich offene filmische Bewegungen als Strukturgeber - unterschiedlich eingefärbte, repetierte Ausschnitte aus Stummfilmen - bis hin zum ungedrehten Film, bei dem die Geräusch- und Musikebene Eigenleben entfaltet.
Kompositionen von
Kurt Widorski,
Felix Raffel,
Fabrizio Tentoni
und Ulrich Reuter
Einführende Worte: Prof. Ulrich Reuter (siehe Video)
Im Rahmen von "Das Kino in Dir" waren an dieser Komposition mehrere beteiligt: Die Studierenden Hector Marroquin, Fabrizio Tentoni und Felix Raffel sowie Prof. Ulrich Reuter vom Masterstudiengang Filmmusik an der damaligen Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg KONRAD WOLF (ab 2014 Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF).
Hans Wilhelm Hösl
ist in Markkleeberg bei Leipzig geboren und studierte an der Musikhochschule
„Felix Mendelssohn Bartholdy“ Komposition und Klavier, u. a. bei Wilhelm
Weismann.
Nach verschiedenen Engagements an Theatern in Zittau und Cottbus, wirkte
er lange Zeit als freischaffender Komponist in Cottbus, bevor ihn eine
Dozentur an die Musikhochschule nach Leipzig rief.
Mit seinem kompositorischen Schaffen blieb er bis heute der Stadt Cottbus
verbunden und gehört seit seiner Gründung dem Regionalverband Cottbus im
„Brandenburgischen Verein Neue Musik e.V.“ an.
H.W. Hösls zweites „Concertino für Klavier und Orchester“ entstand 1987
und wurde - mit ihm als Solisten - im Rahmen des „Cottbuser Musikherbstes“
1989 durch das Orchester des „Theaters der Bergarbeiter Senftenberg“ unter
Leitung von Musikdirektor Kurt Natusch uraufgeführt.
Im heutigen Konzert spielt Sae Ssak Shin daraus den ersten und zweiten
Satz. Sie wurde 1980 in Dae Gu (Süd-Korea) geboren und studierte an der
Kyong Book National University Klavier. 2004 arbeitete sie zunächst für ein
Jahr in ihrer Heimat als Korrepetitorin, bevor sie 2005 nach Deutschland kam,
um hier ihre pianistischen Fertigkeiten zu vervollkommnen.
Seit 2008 studiert sie im Hauptfach Klavier bei Prof. Wolfgang Glemser am
Fachbereich Musikpädagogik der Hochschule Lausitz, wo sie sich schon oft
höchst engagiert für die Interpretation zeitgenössischer Komponisten - auch
unserer Region - einsetzte.
Dr. Bernhard Reichenbach
Wird für Konzerte zusammengestellt
Ensemble Interlinear Brandenburg und Composer Performer und Literatur
mit Musiker:innen und Komponist:Innen des BVNM, mit Texten von Matthias Nawrat und anderen Autor:innen
Text: Franz Kafka / Zerstreutes Hinausschaun