Theo Nabicht (* 1963 in Ebersbach/Sa.) ist ein deutscher Holzbläser (Sopran-, Alt-, Tenorsaxophon, Bassklarinette, Kontrabassklarinette) und Komponist.
Nabicht studierte von 1983 bis 1987 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin Saxophon, Flöte und Klavier. Von 1995 bis 1997 absolvierte er eine Meisterklasse für Bassklarinette am Konservatorium Straßburg.
Theo Nabicht hat seit den 1980ern mit Bert Wrede, dem Orchester Vielharmonie, dem Quartett BakaMutz mit Bert Wrede, Thierry Madiot und Mauro Gnecchi, Gebhard Ullmanns Großformation Ta Lam 10 und dem Klarinettentrio mit Ullmann und Jürgen Kupke zusammengearbeitet. Es kam zu Plattenveröffentlichungen und zur Teilnahme an internationalen (Jazz-)Festivals mit Musikern wie Phil Minton, Mikhail Alperin, Lutz Glandien, Werner Dafeldecker, Anthony Braxton, Peter Kowald oder Fred Frith.
Nabicht ist langjähriges Mitglied des Kammerensemble Neue Musik Berlin, des Berliner Saxophon Quartetts sowie Gast beim Klangforum Wien. Er beschäftigt sich heute vorwiegend mit der Aufführung zeitgenössischer komponierter Musik (etwa von Giacinto Scelsi, Rolf Riehm oder Helmut Oehring) und neuer Improvisationsmusik. Weiterhin ist er als Komponist tätig; er komponiert insbesondere für Theaterproduktionen der Münchner Kammerspiele, des Schauspiels Frankfurt oder Fernsehproduktionen.
Das Ensemble KNM Berlin steht für die lebendige, aktuelle Musikszene der Metropole Berlin. 1988 gegründet, präsentiert das Ensemble weltweit Kompositionen, Konzertinstallationen und Konzertprojekte in enger Kooperation mit den Künstler*innen. Getragen werden die Programme von der Neugier auf das Unbekannte, von der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen unserer Gegenwart. International bekannt wurde das KNM Berlin nicht nur durch seine wiederholten Gastspiele auf wichtigen europäischen Musikfestivals wie Ars Musica Brüssel, den Donaueschinger Musiktagen, dem Festival d’Automne à Paris, der MaerzMusik, dem UltraSchall Berlin, dem CTM Festival oder Wien Modern, sondern auch durch seine Eigenproduktionen wie »HouseMusik« und Konzertreisen wie an die Carnegie Hall (NYC), das Teatro Colon (Buenos Aires) oder das weltgrößte National Kaohsiung Center for the Arts, Weiwuying (Taiwan).
Bereits in den 1990er Jahren erkundete das Ensemble den Raum in seinen musikalischen, architektonischen und sozial-historischen Implikationen. Seit 2016 engagiert sich das KNM Berlin verstärkt für eine musikalische, mehrperspektivische Vernetzung auf der ganzen Welt. Ob in Argentinien, Indien, Japan, Kambodscha, Korea, Mexiko, Peru oder Taiwan – die Musiker*innen des Ensemble KNM Berlin begegnen mit überraschenden Konzepten und interkulturellen Kooperationen den drängenden Fragen der Globalisierung. Insbesondere mit seinem zweijährigen Projekt »Tunings of the World 2.0« setzte sich das Ensemble mit der Frage auseinander, wie sich lokal geprägte musikalische Identitäten in einer global vernetzten Welt verändern. Das KNM fördert den generationsübergreifenden Austausch in Projekten mit Hochschulen und Nachwuchskomponist*innen, aber auch den Dialog zwischen Profis und Amateurmusiker*innen mit dem KNM campus ensemble. Die Diskographie des Ensembles umfasst über 18 CDs und beinhaltet u. a. Werke von Peter Ablinger, John Cage, Morton Feldman, Beat Furrer und Helmut Oehring. Das KNM wurde 2021 mit »Christophe Bertrand: Vertigo« und zuvor 2009 und 2010 für die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Beat Furrer mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
Das Ensemble KNM Berlin steht für die lebendige, aktuelle Musikszene der Metropole Berlin. 1988 gegründet, präsentiert das Ensemble weltweit Kompositionen, Konzertinstallationen und Konzertprojekte in enger Kooperation mit den Künstler*innen. Getragen werden die Programme von der Neugier auf das Unbekannte, von der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen unserer Gegenwart. International bekannt wurde das KNM Berlin nicht nur durch seine wiederholten Gastspiele auf wichtigen europäischen Musikfestivals wie Ars Musica Brüssel, den Donaueschinger Musiktagen, dem Festival d’Automne à Paris, der MaerzMusik, dem UltraSchall Berlin, dem CTM Festival oder Wien Modern, sondern auch durch seine Eigenproduktionen wie »HouseMusik« und Konzertreisen wie an die Carnegie Hall (NYC), das Teatro Colon (Buenos Aires) oder das weltgrößte National Kaohsiung Center for the Arts, Weiwuying (Taiwan).
Bereits in den 1990er Jahren erkundete das Ensemble den Raum in seinen musikalischen, architektonischen und sozial-historischen Implikationen. Seit 2016 engagiert sich das KNM Berlin verstärkt für eine musikalische, mehrperspektivische Vernetzung auf der ganzen Welt. Ob in Argentinien, Indien, Japan, Kambodscha, Korea, Mexiko, Peru oder Taiwan – die Musiker*innen des Ensemble KNM Berlin begegnen mit überraschenden Konzepten und interkulturellen Kooperationen den drängenden Fragen der Globalisierung. Insbesondere mit seinem zweijährigen Projekt »Tunings of the World 2.0« setzte sich das Ensemble mit der Frage auseinander, wie sich lokal geprägte musikalische Identitäten in einer global vernetzten Welt verändern. Das KNM fördert den generationsübergreifenden Austausch in Projekten mit Hochschulen und Nachwuchskomponist*innen, aber auch den Dialog zwischen Profis und Amateurmusiker*innen mit dem KNM campus ensemble. Die Diskographie des Ensembles umfasst über 18 CDs und beinhaltet u. a. Werke von Peter Ablinger, John Cage, Morton Feldman, Beat Furrer und Helmut Oehring. Das KNM wurde 2021 mit »Christophe Bertrand: Vertigo« und zuvor 2009 und 2010 für die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Beat Furrer mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
Jan Paul Nagel (sorbisch Jan Pawoł Nagel; * 8. Mai 1934 in Lohsa; † 21. Mai 1997 in Litschen; mit vollem Namen Johann Paul Horst Nagel) war ein sorbischer Komponist.
Leben
Grabstein von Jan Paul Nagel auf dem Lohsaer Friedhof
Geboren 1934 in Lohsa bei Hoyerswerda, wuchs er auf dem Bauernhof seiner Eltern auf. Seine musikalische Ausbildung erhielt er zunächst an der Kirchenmusikschule Görlitz. Nach dem Abitur an der Sorbischen Oberschule Bautzen studierte er ab 1954 an der Deutschen Hochschule für Musik in Berlin und wurde Meisterschüler von Rudolf Wagner-Régeny an der Deutschen Akademie der Künste. 1959/1960 war er Musikredakteur für Radio DDR beim Sender Cottbus. Danach war er zwei Jahre Chorleiter am Staatlichen Ensemble für sorbische Volkskultur in Bautzen, dann arbeitete er fortan als freier Komponist. Im Zeitraum 1967 bis 1971 war er Abgeordneter im Bezirkstag Cottbus.[1] 1968 änderte er seinen Rufnamen Horst in Jan Paul. Nagel war Vorsitzender des Arbeitskreises sorbischer Musikwissenschaftler und ab 1991 für kurze Zeit Vorsitzender der Domowina. In dieser Funktion nahm er mit seinem Stellvertreter Jurij Koch an der Gründungsveranstaltung der Stiftung für das sorbische Volk in der Lohsaer Kirche teil.[2]
Verheiratet war er in zweiter Ehe mit der Autorin Elke Nagel, die ab 1991 alle seine Werke im eigens dafür gegründeten ENA-Musikverlag herausgab. Jan Paul Nagel verstarb nach schwerer Krankheit im Mai 1997.[3]
Werke
Nagel war einer der profiliertesten und produktivsten sorbischen Komponisten. Die Verbindung von sorbischer Folklore mit der Musik des 20. Jahrhunderts zeichnet sein Schaffen aus. Es reicht von Volksliedbearbeitungen bis hin zu Orchesterwerken in Zwölftontechnik. Beeinflusst wurde Nagel, nach eigenen Angaben, auch von Hanns Eisler und Hans Werner Henze. Vor allem seine „Sorbischen Tänze für Streichquartett“ waren in der Lausitz sehr populär. Werke Jan Paul Nagels wurden mehrfach für Rundfunk und CDs eingespielt. Seine Autobiografie erschien 1993 unter dem Titel „Kindheit in Litschen“ (Domowina-Verlag, ISBN 978-3-7420-1506-8).
geboren 1948 in Ebersbach/Sachsen, gestorben 2022, studierte an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden im Fach „Horn“ und „Komposition“. Danach war er als Hornist in der Philharmonie Jena und am Hans-Otto-Theater Potsdam tätig. Er wechselte zum Filmorchester Babelsberg, dem heutigen Deutschen Filmorchester, und war dort bis 2014 tätig.
Näther verknüpft in seinen Werken - für großes Orchester, Opern, Kammermusik und Stücken für Schulmusik - traditionelle und neue Kompositionstechniken.
2018 Schweizer Erstaufführung der Kinderoper „Konrad – oder Das Kind aus der Konservenbüchse“ am Opernhaus Zürich.
Aggressive und markante Motive leiten die Komposition ein. Die schnelle Folge der unterschiedlichen Motive hat eine suggestive, sich verdichtende und hypnotisierende Kraft.
Im Mittelteil baut diese ab. Doch die ruhige Klangfläche (Trance) wird immer wieder durch blitzartig einsetzende, die Ruhe störende Motive unterbrochen - gegen Ende allmähliches Erwachen. Ideal wäre es, wenn die vier Musiker über die Vielfalt der Spieltechniken und rhythmischen Verzahnungen den Zuhörer in optimale Spannung versetzen und diese zu Ende wieder lösen. Gisbert Näther
"Schattenhafte Wasserzeichen im Papier haben mir als Inspiration gedient.
Die Komposition ist in einem Satz angelegt und versucht, in stillen experimentellen Klangstrukturen, neue musikalische Farben mit diesen vier unterschiedlichen Instrumenten zu zeichnen.“
Diese Komposition geht von einem Zentralton "e" aus, welcher symbolisch für die "Erde" steht. Ein schwingendes Klanggebilde entwickelt sich allmählich aus dem Ton "e". Das Vocal-Oktett greift dieses anfangs wortlos auf, bis es in Textfragmente Eichendorffs übergeht.
Der Wanderer, der bei Eichendorff durch die stille Nacht geht, ist unsicher, ob er träumt oder wacht. Eichendorff kreiert Landschaften als kunstvolle Arrangements, um seelische Vorgänge darzustellen mit den Mitteln des Raumes. Ich habe mich bemüht, diesen Gedanken aufzufangen mit schwingenden sphärischen Tonmalereien.
G. Näther 2010
Die Besetzung fordert den Komponisten nahezu heraus, viele Möglichkeiten für experimentelle Spieltechniken zu nutzen. Während die Trompete durch das gesamte Stück führt, wechselt das Schlagwerk und beeinflusst dadurch den musikalischen Charakter stark. Das Stück beginnt sehr zart und nachdenklich mit dem Glockenspiel. Dazu klopft der Trompeter auf sein Mundstück. Den virtuosen Teil bestreitet vor allem das Xylophon, während im Andantino das Vibraphon und das Marimbaphon neben der Trompete zum Einsatz kommt. In diesem ruhigeren Teil wird das Vibraphon auch mal mit dem Bassbogen gespielt, die Trompete erzeugt dazu (als Gegenwind) Luftgeräusche.
Das Finale ist ein exzentrischer Tanz, welcher mit dem „Abtauchen“ der Trompete endet.
"Die Nacht" für Mezzosopran und Kammerensemble op. 164 ist für mich ein reizvolles Experiment, die melancholisch sehnsuchtsvolle Stimmung des romantischen Textes mit musikalischen´Mitteln des Gegenwärtigen zu bedienen.
Ich wollte mit heutigen Ausdrucksmitteln vor allem wahrhaftig sein, zumal bekannt ist, dass Eichendorff selbst dem romantischen Ästhetizismus kritisch gegenüber gestanden haben soll. Die Kombination von Altflöte, Bassklarinette, Violine, Violoncello und Klavier bieten klanglich viele Schattierungen, um den Gesang inhaltlich musikalisch zu unterstützen.
G. Näther 2010
Das Klaviertrio ist eine sehr beliebte Kammermusikbesetzung, für die in der Klassik und Romantik wichtige Werke geschaffen wurden. Ich habe schon immer auf eine Gelegenheit gewartet für diese Besetzung zu komponieren und damit ein Pendant mit neuen Kompositionstechniken zu schon vorhandenen Werken zu schaffen.
Die Klangstruktur in den ersten beiden Takten bildet den Ausgangspunkt für das Thema und die Stimmung des Stückes. Motive „irren“ jetzt wie in einem Labyrinth. Passagen der Streichinstrumente, teilweise verbunden mit langsamen Glissandi, finden schließlich zum Anfang des Stückes zurück. Dabei werden einige Stationen mit unterschiedlichem musikalischen Charakter durchlaufen, bis das Trio mit einer Coda im klassischen Stil endet.
Die in dieser Komposition verwendeten elementaren Motivkonstruktionen werden durch Spiegelung, Verdrehung und Veränderung der inneren Strukturen zu einem Klangteppich entwickelt. Dieser ändert ständig den Charakter, da die Motive in sich pulsieren und an Dichte gewinnen, bis er sich wieder im Nichts auflöst. Die besondere Instrumentenkombination von Vibraphon, Crotales und Almglocken, gekoppelt mit verschieden großen Becken, helfen dabei, diesen sphärisch glitzernden Klang zu erzeugen.
Diese Komposition ist Martin Krause gewidmet - Solo-Schlagzeuger des Deutschen Filmorchesters.
Die „Reflexionen für Orchester“ sind als Hommage an Benjamin Britten entstanden. Bestimmte Passagen aus den „Sea Interludes“ der Oper „Peter Grimes“ haben mich über die Jahre immer wieder, auch als Musiker, fasziniert und so habe ich mich entschlossen, einige Themen daraus zu einer sinfonischen Erzählung in zehn Abschnitten zu verarbeiten. Alle Teile sind inhaltlich miteinander verknüpft und gehen in freier Form mit den Themen um. Britten wäre im November dieses Jahres 100 Jahre alt geworden. Sicherlich hat das bei der Entscheidung für diese Hommage auch eine Rolle gespielt.
Ich widme dieses Stück der „Jungen Philharmonie Brandenburg“.
Matthias Nawrat wurde im polnischen Opole geboren und emigrierte 1989 mit seiner Familie nach Bamberg. Von 2000 bis 2007 studierte er Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau. 2009 nahm er ein Studium am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne auf. Sein Debütroman Wir zwei allein erschien 2012 bei Nagel & Kimche.
Auf Einladung der Jurorin Hildegard Elisabeth Keller nahm Nawrat 2012 an den 36. Tagen der deutschsprachigen Literatur teil, wo er den Text Unternehmer las und den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis gewann.
Der Titel seines Romans Der traurige Gast (2019) ist eine Anspielung auf das Goethe-Zitat: „So lang du das nicht hast, dieses: Stirb und Werde! Bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde“. Laut Welt-Kritiker Richard Kämmerlings handelt es sich um einen "Meta-Roman über die Gegenwart", das "Setting ist ein sehr exakt beobachtetes Berlin", und dabei passieren die biografisch wesentlichen Dinge im Schildern von Erinnerungen.[1]
Der Schriftsteller lebt und arbeitet in Berlin und war von 2016 bis 2022 Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland[2].
Im Jahr 2023 wurde er für seinen Gedichtband Gebete für meine Vorfahren mit dem Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg ausgezeichnet.[3]
Wikipedia
1974 in Überlingen geboren
Studium in Freiburg und Odessa
Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie sowie Conducting Fellow beim Tanglewood Music Festival
Assistent von Peter Eötvös (Schwetzinger Festspiele), Susanna Mälkki (Deutsches Sinfonieorchester) und Stefan Asbury (Klangforum Wien, Wiener Festwochen)
Musikalische Zusammenarbeit u.a. mit Ensemble Modern, Ensemble musikFabrik, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Ensemble Mosaik, Österreichisches Ensemble für Neue Musik, Elision Ensemble, Basel Sinfonietta, Bochumer Symphoniker, Brandenburger Symphoniker
Gast bei Festivals wie der Salzburg Biennale, Lucerne Festival, Warschauer Herbst, Festival d´automne Paris, Israel Festival, Melbourne International Festival, Tchechov Festival Moskau sowie in Bergen, Reykjavik, Shanghai, Hong Kong, Peking, Seoul, Tallinn und Brisbane
Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Frank Castorf und Barry Kosky bei Opernproduktionen in Frankfurt, Berlin, Brisbane, Melbourne, Paris, Moskau, Hong Kong und Basel
Radioaufnahmen an den großen deutschen Rundfunkanstalten sowie in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Korea, Australien und den USA
2008 bis 2010 künstlerischer Leiter von Klangzeitort, dem Institut für Neue Musik der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und der Universität der Künste Berlin
2013 künstlerischer Leiter der „Neuen Szenen“ an der Deutschen Oper Berlin
Dozent bei Meisterkursen in Seoul, Tel Aviv, Novosibirsk, Hong Kong und Peking
2008 bis 2025 Gastprofessor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
Seit 2025 Professor für Ensembleleitung und Neue Musik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
Pyotr Magnus Nedov wurde 1982 in Chisinau, Sowjetunion (heute Republik Moldova) geboren. Mit zwölf Jahren folgte der Umzug nach Bukarest, dann nach Wien. Studium der Keltologie, Romanistik, Translationswissenschaften, Filmwissenschaft und Filmregie an der Universität Wien, SAE Wien, an der Pariser Sorbonne, an der RGGU Moskau, an der Université de Montréal sowie postgraduelles Filmregiestudium an der Kunsthochschule für Medien Köln bei Didi Danquart, Peter F. Bringmann und Frank Döhmann. Master Classes im Bereich Inszenierung, Drehbuch, Dokumentar- und Spielfilmregie u.a. bei Slawomir Idziak, Timur Bekmembetov, Goran Devic und Boris Mitic. Promotion zum Doktor der Philosophie an der Universität Wien mit einer filmwissenschaftlichen Arbeit über Pierre Falardeau.
Forschungsaufenthalte am National Film Board of Canada und an der Cinémathèque québécoise in Montréal, sowie zusätzlich Tätigkeiten als Archäologe (Schwarzenbach, Hüttenberg, Archäologische Zone Köln), Übersetzer und Dolmetscher in Österreich und Deutschland. Autor zahlreicher Kurzgeschichten, Erzählungen und Kurzfilme.
Nedovs schwarze Komödie rund um den vom Pech verfolgten lettischen Geldeintreiber Jaroslaw Baturow „Kosherland“ etwa lief auf über 40 Filmfestivals weltweit, wurde mehrfach prämiert (u.a. Nominierung FIRST STEPS Award der deutschen Filmakademie, Max Öphuls Kurzfilmpreis, Studio Hamburg Nachwuchspreis) und vom WDR angekauft.
Seine filmwissenschaftliche Monographie über Nationalidentitäten im frankokanadischen Kino wurde von der Regierung von Québec ausgezeichnet und wird von Michel Brûlé in Montréal herausgegeben.
Nedovs Roman „Zuckerleben“, die unglaubliche Geschichte der moldawischen Zuckerfabrik von Donduseni, erschien bei DuMont. Zusammen mit Robert Stadlober machte er die Hörbuchfassung von „Zuckerleben“, die von Hörbuch Hamburg produziert, von der Kritik gefeiert und im NDR und WDR gesendet wurde.
Nedov arbeitet derzeit an einem weiteren Roman und an mehreren fiktionalen Langspielfilmstoffen in Wien und Berlin, die unter anderem von der Robert Bosch Stiftung, Witcraft Szenario und dem Drehbuchforum Wien gefördert werden.
Sarah Nemtsov (geb. Reuter) wurde 1980 in Oldenburg geboren. Ihre Mutter war die Malerin Elisabeth Naomi Reuter. Mit acht Jahren begann Sarah Nemtsov zu komponieren. Ab 1989 wirkte sie als Blockflötistin bei zahlreichen Konzerten und Aufnahmen des REIL-TRIOs mit. Mit 14 Jahren begann sie, Oboe zu spielen.
WERDEGANG
Von 1998 bis 2000 war Sarah Nemtsov Jungstudentin für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bei Nigel Osborne. Ab 2000 setzte sie ihr Kompositions-Studium bei Johannes Schöllhorn fort, zusätzlich studierte sie Oboe an derselben Hochschule bei Klaus Becker und ab 2003 bei Burkhard Glaetzner in Berlin. Nach ihrem Diplom-Abschluss 2005 in beiden Fächern wurde sie Meisterschülerin im Fach Komposition bei Walter Zimmermann an der Universität der Künste Berlin (Meisterschülerexamen Komposition mit Auszeichnung). 2014 war sie Gastdozentin für Komposition (Schwerpunkt Musiktheater) an der Musikhochschule Köln. Im Sommersemester 2018 lehrte sie Komposition im Rahmen einer DAAD-Dozentur an der University of Haifa, Israel. 2021 wurde sie zum Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, wie auch zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin (Sektion Musik) gewählt. Ab dem Wintersemester 2022 unterrichtet Sarah Nemtsov als Professorin für Komposition an der Universität Mozarteum Salzburg.
Diese Aufnahme in der Kuppel der ehemaligen Flugüberwachungs- und Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg, basiert auf jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit. Zum ersten Mal ist es möglich, mit vier Lautsprechern den gesamten Raumeindruck der Aufnahmesituation naturgetreu und realistisch wiederzugeben. Die Zuhörenden haben dadurch das Gefühl, sich mitten im Raum des Musizierens zu befinden.
Makiko Nishikaze studierte Komposition zuerst in Japan, dann am Mills College, Kalifornien, bei Alvin Curran und an der Hochschule der Künste Berlin bei Walter Zimmermann. Sie hat das Studium als Meisterschülerin abgeschlossen.
Schon seit geraumer Zeit beschäftigt sie sich mit räumlicher Musik. Ein Raum ist für sie ein Klangkörper, der die akustische und visuelle Wahrnehmung zu einem ganzheitlichen Ereignis werden lässt. Oft werden Performativ-Aktionen mit Klangobjekten in das Konzept integriert.
Ein anderer wichtiger Schwerpunkt in ihrer Arbeit sind Tasteninstrumente. Makiko Nishikaze hat viele Stücke für Klavier, Clavichord und Cembalo komponiert und selbst aufgeführt. Es handelt sich darin nicht um den Versuch, eine neue Spieltechnik zu erfinden, sondern darum, eine neue musikalische Einstellung zu entwickeln. Mit gewohnter Spieltechnik versucht sie eine vielschichtige Klangfarbe zu schaffen. Ihre Kompositionen sind nicht auf exzentrische Resultate hin angelegt, sondern sie sollen als eine Art Kompass dienen auf dem Weg zu einem neuen Level der Fähigkeit zu hören.
Colombian-born-and-based composer Carolina Noguera (b. 1978) is interested in re-signifying pre-existing musical material from traditional Colombian rhythms, which she studies and re-elaborates with a special interest in both texture and timbre. Throughout the years, her aesthetic explorations, as well as her work, have been focused on migrating different sounds from their usual contexts into new ones, in order to find -through such journeys- a contemplation of different spirits and meanings.
Her works have been performed in Europe, North and South America by artists and ensembles such as Quatuor Diotima, Curious Chamber Players, Duo Hellqvist/Amaral, Eva Zöllner, Mauricio Arias-Esguerra, Shanna Pranaitis and Taller Sonoro in a diverse variety of venues and festivals including the National Concert Season of Banco de la República, the Luis Ángel Arango Library’s recital hall (Bogotá), Teatro Mayor (Bogotá), Teatro Central (Sevilla), in the Frontiers Series of the Birmingham Royal Conservatoire (Birmingham, UK) and Universidad Católica de Argentina (Buenos Aires).
Diether Noll wurde am 22. September 1934 in Merzig (Saarland) geboren und wuchs in Erfurt auf. Erster Kompositionsunterricht bereits als Schüler bei Johann Cilenšek.
Von 1954 bis 1957 Studium an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Dirigieren bei Prof. Hermann Abendroth (1883 – 1956) und Heinz Finger, Komposition bei Prof. Johann Cilenšek und Klavier bei Prof. Horst Liebrecht.
Engagements als Dirigent an verschiedenen Theatern (u.a. in Erfurt, Leipzig, Chemnitz, Eisenach und Potsdam, bis 1999 am Staatstheater Cottbus).
Dozententätigkeit an der Musikhochschule Berlin „Hanns Eisler“ von 1981 bis 2000.
Gastdirigate u.a. an der Berliner Staatsoper, der Dresdner Staatsoper, dem Berliner Sinfonieorchester, in Ungarn, Polen, Rumänien, der damaligen CSR, in Estland.
Regelmäßige Tätigkeit als Pianist (Liedbegleiter und Kammermusiker)
Erster Preis des Kompositionswettbewerbs des „Brandenburgischen Vereins Neue Musik e.V.“ für Kammerensemble 2003
Diether Noll lebt heute in Eichwalde.
1. Platz im Wettbewerb
Thomas Noll (*1962), Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg/Br. (u.a. Orgel bei Prof. Zsigmond Szathmáry), lebt als frei schaffender Musiker in Berlin (künstlerischer Leiter mehrerer Chorprojekte; vielfältige Konzerte, Zyklen, Performances als Organist, Pianist und Dirigent).
Von 1995-2007 arbeitete er als Musiker an der Sophienkirche in Berlin-Mitte. Seit 2005 engagiert er sich für die eigens für Zeitgenössische Musik erbauten Orgeln in der Kunst-Station Sankt Peter Köln.
Sein Interesse als Künstler, Vermittler und Projekt-Begleiter gilt vor allem der Vermittlung zeitgenössischer Musik, gesellschaftlich relevanten Fragestellungen und ihren Umsetzungen, ästhetischen Konzeptionen, interdisziplinären Projekten und der Verbindung Körper – Kunst – Spiritualität.
Mit dem Festival ‚lab.or.a 2010 – Zeitgenössische Orgelmusik im Dialog’ realisierte er im Spätsommer in zwei Klangräumen erstmalig ein Konzept, das – konzipiert als Klangforschungswerkstatt sowie zeitgenössische Improvisation und Komposition verbindend – auch zukünftig ein Podium für die Möglichkeiten Neuer Orgelmusik in Berlin sein wird.
Als Komponist von Vokal-, Instrumental- und elektroakustischer Musik schuf er zahlreiche Kammermusikstücke, Orchesterminiaturen, abendfüllende Opern und Installationskonzerte sowie Musiken für Tanz- und Sprechtheater. Er ist ebenso Gesangkünstler, Tenor und Countertenor sowie Pfeifvirtuose, der eine Reihe von Soloformaten entwarf. Dafür entwickelte er in Amsterdam am STEIM eine mit Sensortechnik ausgestattete, gestengesteuerte Live-Elektronik, das ‚Strophonion’. Er tritt sowohl solistisch als auch mit anderen Musikern auf zahlreichen, international renommierten Festivals auf. An der Universität der Künste Stockholm verteidigte er im Februar 2019 seine Doktorarbeit „Monsters I Love: On multivocal arts“.
Im Jahre 2017 wurde unter neuem Vorsitz das sogenannte „BVNM ad hoc Ensemble“ gegründet. Improvisationserfahrene Kolleginnen und Kollegen des BVNM e.V. fanden sich für einen ersten Auftritt bei den intersonanzen 2017 für ein Konzert mit frei improvisierter Musik zusammen und beschlossen daraufhin, als Ensemble weiterzuarbeiten. Dies waren zu Beginn - in alphabetischer Reihenfolge - Thomas Gerwin (Banjo, Elektronik, Objekte), Henry Mex (Kontrabass, Stimme, Elektronik), Alex Nowitz (Stimme, Aktionen), Dietrich Petzold (Violine, Viola und singende Säge), Susanne Stelzenbach (Klavier auf den Tasten und innen), Sabine Vogel (Flöten, klingende Objekte, Video). In den Jahren darauf kamen dann Katia Guedes (Sopran, Stimme) sowie Robin Hayward (mikrotonale Tuba) dazu. Diese Besetzung spielte bislang eine Reihe hoch interessanter Konzerte in verschiedenen Besetzungen u.a. auch als Telekonzert mit NAISA Sound Travel Vancouver.
Im Jahre 2017 wurde unter neuem Vorsitz das sogenannte „BVNM ad hoc Ensemble“ gegründet. Improvisationserfahrene Kolleginnen und Kollegen des BVNM e.V. fanden sich für einen ersten Auftritt bei den intersonanzen 2017 für ein Konzert mit frei improvisierter Musik zusammen und beschlossen daraufhin, als Ensemble weiterzuarbeiten. Dies waren zu Beginn - in alphabetischer Reihenfolge - Thomas Gerwin (Banjo, Elektronik, Objekte), Henry Mex (Kontrabass, Stimme, Elektronik), Alex Nowitz (Stimme, Aktionen), Dietrich Petzold (Violine, Viola und singende Säge), Susanne Stelzenbach (Klavier auf den Tasten und innen), Sabine Vogel (Flöten, klingende Objekte, Video). In den Jahren darauf kamen dann Katia Guedes (Sopran, Stimme) sowie Robin Hayward (mikrotonale Tuba) dazu. Diese Besetzung spielte bislang eine Reihe hoch interessanter Konzerte in verschiedenen Besetzungen u.a. auch als Telekonzert mit NAISA Sound Travel Vancouver.
Kammerensemble ad hoc
Die acht MusikerInnen des Ensembles spielen in sensibler Korrespondenz und Kontrapunktik ad hoc, frei und intensiv dem musikalischen Augenblick nachspürend. Dem Klang und einander Raum gebend, entsteht im musikalischen Spiel manchmal das Unerhörte - lange Spannungsbögen, kurze, explosive oder innige Momente, Nähern und Entfernung, Klangkonglomerate, Flächen, Linien oder Punkte, geräuschhafte, melodische und materiale Strukturen, Fremdheit und Verschmelzung. Getragen von diesem musikalischen Impetus interpretiert das Ensemble ebenfalls Notationen, die kompositorisch zeitliche Strukturen und Klangvorstellungen vorgeben, jedoch viel Raum für deren Ausgestaltung im Moment lassen.
Eine Besonderheit des Ensembles ist die klanglich-musikalische Erkundung von außergewöhnlichen Räumen.
Mit Ivo Berg (rec), Thorsten Bloedhorn (e-git), Thomas Gerwin (perc, electr, prepared banjo), Axel Haller (e-b, object), Klaus Janek (double-bass, electr), Dietrich Petzold (vl), Claudia Risch (fl, sax), Susanne Stelzenbach (p), Leitung: Thomas Gerwin
Die Stimme auch als Instrument zu begreifen und ihre klanglichen Möglichkeiten auszuschöpfen ist ein zentrales Anliegen meiner Arbeit als Komponist und als Performer, so auch in diesem Stück. Ähnlich wie der Trapezkünstler ist der Vortragende in der „Luftnummer“ dazu angehalten, einerseits Schwingvorgänge effizient auszunutzen und andererseits den stimmlichen Balance-Akt auszustellen. Das für den Trapezkünstler überlebensnotwendig rechte Timing entscheidet auch für den Vokalkünstler darüber, ob die Präsentation gelingt oder nicht. Der Stimmakt geht über das rein Zirzensische aber hinaus, weil es bei dieser Kunstform auch immer um die Erforschung des Menschen von innen geht, also um jene Bedeutungsebenen, die sich nur während des Aktes der Stimmperformance offenbaren, aber jenseits jeglicher, bekannter linguistischer Semantik liegen.
Alex Nowitz „Der Geist Von Gestern—oder: wenn der mensch den menschen nicht mehr trifft“ (2020)
für Sopran und Kammerensemble (Flöte, Klarinette, Klavier, Violine, Viola, Violoncello) UA
„wenn der mensch den menschen nicht mehr trifft/wird der mensch dem menschen fremd.“ Dieser Satz stammt aus dem Text „über die kulturlose zeit“, den ich während der Corona-Krise im Mai 2020 verfasste und der auf der Homepage der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf veröffentlicht ist. Die Komposition setzt sich in Form von fünf musikalischen Kurzszenen mit den Ereignissen und gemachten Erfahrungen jener Wochen auseinander. Ähnlich wie das Klavierstück „Josephs Geist“, im Haydn-Jahr 2009 verfasst, spürt auch diese Version, für Katja Guedes und das Modern Art Ensemble Berlin, jenem Geist von Gestern nach, der des Menschen täglich Denken und Handeln bestimmt und der es ihm grundsätzlich schwermacht, Unbekanntes anzunehmen und über das Ungewohnte hinauszugehen, geschweige denn einen kreativen Umgang mit den Herausforderungen der Zeit zu finden.
Eine sonderbare Tradition wird im Süden Europas und Norden Afrikas gepflegt. Vorüberziehende Vögel werden mit Netzen abgefangen, um sie sich einzuverleiben oder als Delikatesse zu verkaufen. Als Grundlage für die Komposition benutze ich Audioaufnahmen, die ich von einer Nachtigall erstellt habe, die jahrelang immer wieder an ihren angestammten Platz in unserem Garten zurückkehrte – nicht so im vorletzten Jahr. Das Material wird mittels Live-Elektronik, dem ‚Strophonion’, dargeboten, verfremdet und der Stimme, inklusive virtuosem Pfiff und erweiterter Stimmtechniken, gegenübergestellt. In diesem Spannungsfeld – zwischen Mensch und Vogel in absentia – entspinnt sich ein fiktiver Klangdialog, in dem die Kritik an der besagten ‚Kulturtechnik’ zum Ausdruck gebracht werden soll.
„Seit 2011 verwende ich in den Aufführungen meiner Werke vokaler Performancekunst regelmäßig gestengesteuerte Live-Elektronik, nämlich das am STEIM in Amsterdam entwickelte ‚Strophonion’. Dabei kommen diverse Sampling-Verfahren zum Einsatz. Das live vorgetragene Material der Stimme wird aufgenommen und die auf diese Weise gewonnenen Klänge werden unverzüglich und manipuliert wiedergegeben. Nach nun zehn Jahren solistischer Erfahrung im Umgang mit der Praxis ‚unmittelbarer Klangspiegelung’ wende ich sie erstmalig auf einen Mitmusiker an. Sten Sandell stellt mit seinem faszinierenden Orgelspiel und der besonderen Art der Verwendung seiner Stimme einen umfangreichen wie einzigartigen Klangvorrat während der Live-Performance zur Verfügung. Die Silbe ‚sam’ taucht sowohl in der deutschen als auch schwedischen Sprache häufig auf. Offensichtlich wird dies in den Wörtern ‚sammeln’ bzw. ‚samla’. Tatsächlich sehe ich mich als Komponist des Stückes ‚sam’ in der Rolle des Klangsammlers, der seine ‚Funde’ direkt und also ohne Umwege in die Entstehung der Komposition mit einfließen lässt.“
Das Streichtrio habe ich 2004 für die Tanzproduktion Screaming Popes, eine Auftragsarbeit der Chartier-Danse-Compagnie Toronto und der fabrik Potsdam, geschrieben. Diese Arbeit hat sich intensiv mit den Arbeiten Francis Bacons, insbesonders mit der Serie des schreienden Papstes auseinandergesetzt. 2009 habe ich diese Fassung für eine Konzertdarbietung leicht überarbeitet. Das Hauptaugenmerk liegt in der Gegenüberstellung von Homophonie, sich auf alte Musik beziehendem Material und solchem, wo die Grenze zwischen Musik und Choreografie sicherlich erreicht, vielleicht sogar überschritten wird. Auf den metaphysischen Inhalt des Stückes möchte ich nicht weiter eingehen, nur so viel sei erwähnt: die Piktogramme der drei Religionen, Christentum, Islam und Judentum treffen gewissermaßen schlagend aufeinander.
A. Nowitz 2010
Infos zum Konzert "Homo ludens":
Nowitz arbeitet mit einem völlig neuartigen Musikinstrument, das aus zwei kabellosen Fernbedienungen (Wii-Controllern), einem Laptop und einer speziellen Computersoftware besteht, die er am STEIM (Studio for Electro-Instrumental Music) in Amsterdam entwickelte. Die Spielweise dieses Instrumentes ist deswegen so außergewöhnlich, weil der Performer einerseits an keine Kabel gebunden ist und sich damit frei im Raum bewegen kann und andererseits die Musik durch seine Arm- und Handbewegungen im Raum so generiert und kontrolliert, dass dadurch auch eine besondere Form der Choreografie entsteht. Während des Performance-Acts nimmt Nowitz seine Stimme auf. Zusammen mit Kompositionen seiner eigenen Handschrift verwendet er diese Samples im weiteren musikalischen Verlauf auf vielfältige Weise. Und als ob er in einen Spiegel blickte, entsteht so ein musikalisches Selbstporträt.
A. Nowitz 2010
Infos zum Konzert "Homo ludens":
Nowitz arbeitet mit einem völlig neuartigen Musikinstrument, das aus zwei kabellosen Fernbedienungen (Wii-Controllern), einem Laptop und einer speziellen Computersoftware besteht, die er am STEIM (Studio for Electro-Instrumental Music) in Amsterdam entwickelte. Die Spielweise dieses Instrumentes ist deswegen so außergewöhnlich, weil der Performer einerseits an keine Kabel gebunden ist und sich damit frei im Raum bewegen kann und andererseits die Musik durch seine Arm- und Handbewegungen im Raum so generiert und kontrolliert, dass dadurch auch eine besondere Form der Choreografie entsteht. Während des Performance-Acts nimmt Nowitz seine Stimme auf. Zusammen mit Kompositionen seiner eigenen Handschrift verwendet er diese Samples im weiteren musikalischen Verlauf auf vielfältige Weise. Und als ob er in einen Spiegel blickte, entsteht so ein musikalisches Selbstporträt.
A. Nowitz 2010
Infos zum Konzert "Homo ludens":
Nowitz arbeitet mit einem völlig neuartigen Musikinstrument, das aus zwei kabellosen Fernbedienungen (Wii-Controllern), einem Laptop und einer speziellen Computersoftware besteht, die er am STEIM (Studio for Electro-Instrumental Music) in Amsterdam entwickelte. Die Spielweise dieses Instrumentes ist deswegen so außergewöhnlich, weil der Performer einerseits an keine Kabel gebunden ist und sich damit frei im Raum bewegen kann und andererseits die Musik durch seine Arm- und Handbewegungen im Raum so generiert und kontrolliert, dass dadurch auch eine besondere Form der Choreografie entsteht. Während des Performance-Acts nimmt Nowitz seine Stimme auf. Zusammen mit Kompositionen seiner eigenen Handschrift verwendet er diese Samples im weiteren musikalischen Verlauf auf vielfältige Weise. Und als ob er in einen Spiegel blickte, entsteht so ein musikalisches Selbstporträt.
A. Nowitz 2010
Infos zum Konzert "Homo ludens":
Nowitz arbeitet mit einem völlig neuartigen Musikinstrument, das aus zwei kabellosen Fernbedienungen (Wii-Controllern), einem Laptop und einer speziellen Computersoftware besteht, die er am STEIM (Studio for Electro-Instrumental Music) in Amsterdam entwickelte. Die Spielweise dieses Instrumentes ist deswegen so außergewöhnlich, weil der Performer einerseits an keine Kabel gebunden ist und sich damit frei im Raum bewegen kann und andererseits die Musik durch seine Arm- und Handbewegungen im Raum so generiert und kontrolliert, dass dadurch auch eine besondere Form der Choreografie entsteht. Während des Performance-Acts nimmt Nowitz seine Stimme auf. Zusammen mit Kompositionen seiner eigenen Handschrift verwendet er diese Samples im weiteren musikalischen Verlauf auf vielfältige Weise. Und als ob er in einen Spiegel blickte, entsteht so ein musikalisches Selbstporträt.
A. Nowitz 2010
“Ich befinde mich in einer Kammer. Isolation. Ich könnte genau so gut meine Augen schließen, da ich ohnehin nicht viel erkenne. Verschluss. Ich tappe im Dunkeln. Anstatt aufzugeben, gebe ich mich dem Hörbaren hin. Gelegentlich dringt ein Lichtstrahl durch die Ritzen. Ich freue mich über die vorübergehende Blendung. Hoffnung. Der Zustand gesteigerter Hörwahrnehmung intensiviert sich. Ein Klangpakt zwischen Klarinette und Akkordeon nähert sich. Ich versuche ihn zu fassen, greife ins Leere. Verzweiflung. Doch ich bemerke, dass ich mich bewege. Ich bleibe der Übereinkunft auf der Spur. Vielstimmige Klänge treten zunehmend gegen und stoßen schließlich die Tür auf. Angstfrei schreite ich hinaus. Als ich das unbestellte Feld sehe, atme ich auf, blicke ich nach oben, und wache auf.“
dem Duett “Klariac” Christine Paté und Matthias Badzong gewidmet
Ohne Werkkommentar
Singing the thing on a string
One thinks what a ring and a ding!
Bowing with the ding-a-ling a ring in the string
Is really more like trying to binge the thing in a lingerie bin.
Das Hauptaugen- und -ohrenmerk dieser Komposition ist auf die offenen Saiten der E-Gitarre und deren Schwingungsverhalten gerichtet, das sich im Wesentlichen aus der Bespielung mit Flageoletttönen ergibt. Es entsteht ein Stück in reiner Stimmung. Durch die Zuhilfenahme von E-Bows als alternative Spielweise zum üblichen Finger- oder Plektrumspiel wird das E-Gitarrenquartett in die klangliche Nähe eines Streichquartetts gerückt sowie die Qualität eines singenden Stils betont. Die Musiker benutzen tatsächlich sogar auch ihre eigenen Stimmen und fügen die Klangpartikel des kurzen Poems in das Instrumentalspiel ein.
Alex Nowitz, Juli 2013
Countertenor, Stimmen, Klangpoesie und Live-Elektronik: Alex Nowitz. Kontrabass- und Bassklarinetten: Theo Nabicht. Gedicht "Mein Erbe ist das Rätsel“: Sonja Kloevekorn. Koordination und Aufnahmen der 10 Gedichtübersetzungen: Ilka Seifert. Aufgenommen, komponiert, gemischt und editiert am EMS (Elektronmusikstudion),
Stockholm: Alex Nowitz (2010 - 2013).
Programmnote:
"Labyrinth" ist für ein System von acht individuellen Kanälen (Surround-Sound 8.1) komponiert, deren Lautsprecher im Kreis um das Publikum herum aufgestellt sind. Das Werk ist gedacht, in absoluter Finsternis aufgeführt zu werden. Im Studio des EMS in Stockholm nahm ich 10 Versionen der Komposition Minotaurus, für Stimme und gestengesteuerte Live-Elektronik (Stimmflieger), auf, schichtete diese übereinander und entwickelte ein Kompositionsnetz (on/off grid), das die Dauer der jeweiligen Version bestimmt, wobei ich eine Kompositionsidee wieder aufgriff, die bereits bei der Interpretation des Minotaurus zur Anwendung kam: klangliche Einheiten werden auseinander geschnitten und auf ihren kleinsten, wahrnehmbaren Ausdrucksgehalt hin reduziert. Diese Klangfetzen werden in rasanten Schnittfolgen neu geordnet und unterschiedlichen Techniken der Verengung und Verdichtung unterworfen. Das Material und dessen Ablauf bearbeitete ich zudem mit zahlreichen Verfremdungstechniken, welche das Studio von EMS in Form von diversen Audio-Plug-ins, z.B. von GRM oder IRCAM, zur Verfügung stellt. Im Hinblick auf die Organisation der Klangverteilung auf die jeweiligen Kanäle erfuhren räumliche Aspekte, wie etwa die Erzeugung eines ‚Klangbogens’ oder Hörbildern, die ein Oben und Unten suggerieren, dabei eine besondere Aufmerksamkeit. Ist die Komposition des Minotaurus geprägt von einer stark visuellen Komponente, bei welcher der Interpret zu einer Art von Klangtänzer wird, so ist die Komposition Labyrinth nur für die Ohren bestimmt. Unsere Lebensumstände sind vornehmlich vom Sinnesorgan Auge beherrscht. Was die Komposition Labyrinth, die in absoluter Dunkelheit erfolgt, angeht, so wird dem Rezipienten sein Hauptsensorium vorenthalten. Er erlebt zunächst einen Kontrollverlust und wird seine Aufmerksamkeit auf seine ihm verbleibenden Sinne richten.“
Alex Nowitz [Stockholm, Juni 2013]